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Klimaanpassung

Winterthur_Anpassung an den Klimawandel

In der Schweiz sind die Sommer in den letzten fünfzig Jahren markant wärmer geworden. Die Jahresmittel-Temperatur ist in der Schweiz in den letzten 150 Jahren gemäss MeteoSchweiz um rund 2°C angestiegen. Besonders spüren dies die Städte. Winterthur muss also nicht nur die Treibhausgase senken, sondern sich auch an den Klimawandel anpassen, um Risiken zu reduzieren.

Asphalt oder Beton von Gebäuden und Strassen speichert Wärme. Deshalb sind die Temperaturen in Städten an Sommertagen im Vergleich zum Umland merklich höher und kühlen in den Nächten weniger ab. Die Lufttemperatur über Grünflächen kann im Vergleich rund fünf Grad tiefer sein als über versiegelten Flächen. Ein weiteres Problem versiegelter Böden ist, dass sie die Versickerung von Wasser hemmen und sich das Überschwemmungsrisiko bei Starkregen erhöht. Extreme Wetterereignisse nehmen aber gemäss den Klimaszenarien des Bundes in Zukunft zu.

Der Umwelt- und Gesundheitsschutz der Stadt Winterthur hat deshalb zusammen mit den zuständigen Verwaltungsbereichen eine Bestandesaufnahme zur Anpassung an den Klimawandel durchgeführt und im Dezember 2018 abgeschlossen. Im Legislaturprogramm 2018 – 2022 wurden zudem departementsübergreifende Schwerpunkte zur Anpassung an den Klimawandel gesetzt. Für Winterthur von zentraler Bedeutung sind gemäss dieser ersten Bestandesaufnahme, an der sich alle Departemente beteiligt haben, vor allem die beiden Handlungsfelder „Hitzebelastung in und um Gebäude reduzieren“ und „Freiräume und Strassenräume klimagerecht gestalten“.

In einer nächsten Projektphase erarbeitet die Stadt Winterthur ein Grundsatzpapier, welches für die Anpassung an den Klimawandel der Stadt Winterthur während der nächsten Jahren wegweisend sein soll. Als Querschnittsthema betrifft das Projekt die verschiedensten Bereiche der Stadtverwaltung. Es wird zum Beispiel um die Frage gehen, wo bauliche Massnahmen oder Baumalleen als Schattenspender wirken können. Pflanzen sind ausserdem wichtig auf Dächern oder an Fassaden. Hier sorgen sie dank Verdunstungskälte für tiefere Temperaturen. Auch der Luftaustausch mit dem Umland ist für ein angenehmes Stadtklima zentral. Bei der Stadtplanung müssen deshalb Luftkorridore mitgedacht werden. Bei der Anpassung einer Stadt an der Klimawandel spielt es auch eine Rolle, ob in einem Quartier eher gewohnt oder gearbeitet wird.  Für ältere Menschen und empfindliche Bevölkerungsgruppen bedeutet der Wärmeinseleffekt besonders im Sommer eine Einschränkung der Lebensqualität oder sogar eine Gefahr für die Gesundheit. Wie sich eine Stadt dem Klimawandel anpassen muss, ist von Quartier zu Quartier anders. Die Resultate aus dem Grundsatzpapier, die erarbeiteten Massnahmen und die Empfehlungen für die Integration von Klimafragen in den Planungsprozess werden im Frühling 2020 dem Stadtrat vorgelegt.

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