Die Brückenausrüstung
Die neue Leonie-Moser-Brücke erfüllt von Beginn weg und in Zukunft viele Aufgaben: Sie verbindet Neuhegi mit der Grüze, ist Umsteigeort im ÖV-Netz, wird mittelfristig zum zentralen Eingang in die direkt angeschlossene neue Bebauung und zum Schulweg für das geplante Sekundarschulhaus an der St. Gallerstrasse. Städtebaulich wird sie in der Ebene zum Orientierungspunkt.
Die Gestaltung der Ausrüstung – Sicherheitselemente, Beleuchtung, Wartehallen, Geländer und Treppen – muss zahlreichen funktionalen wie ästhetischen Ansprüchen genügen und gleichzeitig offen sein für künftige Veränderungen und Erweiterungen.
Massgeblich für die Gestaltung der Ausrüstung waren die zahlreichen Anforderungen hinsichtlich Technik und Sicherheit. Das führte zu einem langen, iterativen Prozess: Die einzelnen Elemente wurden über die gesamte Planungsdauer hinweg von den beteiligten Fachleuten entworfen, abgestimmt, mehrfach optimiert, an den Bauverlauf angepasst und schliesslich gebaut. Über den Sommer 2026 und bis zur Einweihung der Brücke werden sie nun installiert und bis zur Inbetriebnahme Mitte Dezember ausführlich getestet.
Aus vielen Händen, aber aus einem Guss
2015: Die Grundlagen
Parallel zur Bauplanung wurden im «Dialog Gestaltung» die gestalterischen Prinzipien für Masten, Brüstungen und Beleuchtung festgelegt.
2016: Das verbindende Band
Die Brücke soll visuell als verbindendes Element wahrgenommen werden. Deshalb verfolgten die Planenden die Idee eines durchgehenden hellen Betonbands der Brückenkonstruktion und eines kontrastierenden dunklen Bands der Ausrüstung, vor allem der Geländerplatten. Fahrleitungen, Beleuchtung und Buswartehallen sollten aus diesem dunklen Geländerband herauswachsen.
2022: Die Präzisierung
Im Bauprojekt wurde die Ausstattung verfeinert. Die Treppenanlagen und die Lifttürme wurden als modulare, erweiterbare Stahlkonstruktionen geplant; nicht zuletzt, weil das Arbeiten im Bahnbereich ein effizientes und schnelles Versetzen per Kran erfordert.
2024: Die Weiterentwicklung
Die Weiterentwicklung der Geländer von schweren Platten hin zu gefalteten Stahlblechen prägt das heutige Bild der Leonie-Moser-Brücke. Die neue Lösung wurde intern «Sackmesser» genannt: stabiler, sicherer, flexibler, günstiger und ressourcenschonender.
2025/2026: Die Realisierung
Die Lifttürme aus Glas und Stahl sowie die Treppen wurden in Nachtarbeit eingehoben. Seit dem Frühling werden Geländer und Masten montiert, im Sommer folgen Wartehallen, Infoelemente und Beleuchtung.
Buswartehallen mit Durchblick
Für den Start im Dezember 2026 sind vier Bushaltestellen vorgesehen. In den kommenden Jahren kommen mit dem schrittweisen Ausbau des ÖV-Angebots zwei weitere dazu. Die Wartehallen haben weit auskragende Dächer, die Schutz vor Wind und Wetter bieten, und grosse Fenster Richtung Stadt sowie Richtung Neuhegi. Zwischen den Wartehallen steht je ein Infoelement mit Fahrplaninformationen, Stadtplan, Wegweiser und weiteren Informationselementen.
Masten, Lifttürme und Treppen in einer einheitlichen Form- und Materialsprache
Die Masten tragen die Busfahrleitungen, die Brückenbeleuchtung und zugleich die Orientierungs- und Informationselemente. In der Nacht sorgen die beleuchteten Lifttürme und die LED-Handläufe an den Treppen für Sicherheit und Orientierung. Eine zentrale Anforderung an die Gestaltung aller Elemente war sicherer und schneller Einbau.
Das Bessere ist der Feind des Guten
Kreativität kommt, wann sie will: 2024 entwickelten die Planenden, nicht zuletzt unter dem Einfluss der Bauteuerung nach den Corona-Jahren, die Geländerelemente weiter. Sie sind heute leichter, stabiler, flexibler, einfacher zu montieren und zu unterhalten und damit deutlich günstiger als die ursprünglich geplanten massiven Stahlplatten von drei Metern Länge und zwei Metern Höhe. Das neu konzipierte Geländer besteht aus gefalteten acht Millimeter dicken Stahlplatten. Die Seite zu den Brückenbenutzerinnen und -benutzern ist glatt und elegant, die Aussenseite wirkt industriell und verweist auf die industrielle Vergangenheit der Grüze und von Neuhegi. Durch die Faltung sind die einzelnen Elemente sehr stabil und deutlich leichter geworden. Sie lassen sich in einem Grundraster von 75 Zentimetern modular mit verschiedensten Ausstattungselementen ergänzen: Masten, Bänke, Haltestellenrückwände, Papierkörbe und Handläufe können zwischen die Einzelelemente montiert werden. Hinzu kommt ein integraler Anprallschutz für den Busverkehr, der ohne zusätzliche Leitplanken auskommt.
Farbgebung signalisiert Funktion
Die durchgehend dunkel eingefärbten Stahlbauteile bilden einen starken Kontrast zur hellen Betonoberfläche der Brüstungen. Bei den Haltestellen und Infoelementen schaffen die optisch weichen, in einem Bronzeton gehaltenen Fassaden und die Holzoberflächen von Bänken und Handläufen eine angenehme Aufenthaltsqualität.
Teamwork
Bei der Entwicklung und Realisierung der Brückenausstattung haben Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet:
| Planung | |
| Generalplaner | dsp Ingenieure + Planer AG, Uster https://dsp.ch/ |
| Städtebau, Architektur, Landschaft |
Atelier 231, Zürich |
| Haltestelleninfrastruktur, Geländer, Architektur | Flender Generalplaner, Waldshut-Tiengen https://www.kaiflender.de/ |
| Grossräumige Visualisierungen | Inside Reality AG, Liestal https://inside-reality.com/ |
| Liftplanung | Wiederkehr und Partner, Spiez |
| Liftplanung | Hansruedi Wehrle, Schachen https://www.hrwehrle.ch/ |
| Elektroplanung | Boess + Partner, Zürich https://www.boess.ch/de/firma/standorte |
| Ausführung | |
| Liftanlagen | Emch Aufzüge AG, Bern https://www.emch.com/ |
| Treppen, Fahrleitungsmasten | Schneider Stahlbau AG, Jona https://stahlbau.ch/ |
| Haltestellen, Infowände, Geländer | Burri Public Elements AG, Glattbrugg https://www.burri.world/ |
| Rohbau und Brücke | ARGE IL Implenia & Landolt |




