Lebensraum Friedhof Rosenberg
Mit ihren wald- und parkartigen Bereichen bilden die Lebensräume des Friedhofs Rosenberg einen fliessenden Übergang vom Lindbergwald zum Siedlungsraum. Dementsprechend finden sich im Friedhofsareal sowohl Waldarten wie Dachs, Eichhörnchen, Türkenbund-Lilie und Weisses Waldvögelein als auch Tier- und Pflanzenarten offener Biotope.
Rehwild auf dem Friedhofsareal
Besonders beliebt ist das Friedhofareal beim Rehwild. Hier findet es viel Ruhe, Deckung und ein äusserst reiches Nahrungsangebot auf kleinstem Raum. Die anpassungsfähigen Tiere schlüpfen durch kleinste Lücken der Umzäunung oder nutzen offene Türen und Tore um auf das Friedhofsareal zu gelangen. Die Rehe ernähren sich unter anderem mit dem vielfältigen Angebot an Zierpflanzen und Grabschmuck auf dem Friedhof. Viele Friedhofbesuchende erfreuen sich an den Wildtieren auf dem Friedhof. Die vom Rehwild verursachten Schäden an Grabbepflanzungen und Grabschmuck sorgen aber auch für Verärgerung bei den trauernden Hinterbliebenen. Den von Wald umgebenen Friedhof vollständig frei von Rehwild zu halten ist mit vertretbarem Aufwand und ohne Abschüsse von Rehen nicht möglich. Stadtgrün Winterthur beobachtet die Situation und trifft geeignete Massnahmen, um den Rehwildbestand mit dem Lebensraum Friedhof im Gleichgewicht zu behalten. Wenn die Schäden ein zu grosses Ausmass annehmen, werden die Tiere gezielt und schonend in gut organisierten Aktionen in den angrenzenden Wald zurückgetrieben. Flankierend werden Einzäunung und Eingangstore optimiert, um den Tieren die Rückwanderung auf den Friedhof zu erschweren. Der nächste Rehwildtrieb ist für September 2026 geplant.
Vielfalt an Flora und Fauna
Daneben findet sich auf dem Friedhof eine bemerkenswerte Vielfalt von Flora und Fauna. Auf dem Gelände des Friedhofs konnten 8 Pflanzenarten festgestellt werden, die auf der Roten Liste der Schweiz oder des östlichen Mittellandes vertreten sind, ebenso 9 teilweise seltene Orchideenarten. Blumenwiesen beherbergen nicht nur eine Vielzahl von Blütenpflanzen, sondern dienen auch Tagfaltern (20 Arten), Heuschrecken (8 Arten) und andern Insekten als Lebensraum. Unter den Reptilien fällt die grosse Zauneidechsen-Population auf. Auch für die Vogelwelt ist der Friedhof mit 38 Arten (Brutvögel und Nahrungsgäste) innerhalb der zunehmend artenärmeren Stadt von grosser Bedeutung. Höhlenbäume im stellenweise alten Baumbestand können sowohl für Vögel als auch für Fledermäuse, von denen 5 Arten beobachtet werden konnten, wertvoll sein.




