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Theres Liechti

*1968 / Tätigkeitsbereiche: Multimedia, Zeichnung, Malerei, Objektkunst, Fotografie, Animation, Installation

www.theresliechti.ch, info@theresliechti.ch

Seit dem Besuch des Vorkurses 1989/1990 an der Kunstgewerbeschule Zürich arbeitet Theres Liechti als freischaffende Künstlerin in Winterthur. Von 2002 bis 2007 folgte ein Studium der Vermittlung/ Gestaltung und Kunst an der ZHdK. Theres Liechtis Werk ist häufig und vielfältig bei Ausstellungen vertreten, zuletzt an der grossangelegten Gruppenausstellung der Künstlergruppe in der Villa Flora 2016 oder an der von ihr co-kuratierten Ausstellung im Neuwiesenhof Winterthur im Jahr 2015. 

Theres Liechti arbeitet in verschiedenen Medien und ihr umfangreicher Werkkorpus umfasst Zeichnung, Malerei, Objektkunst, Fotografie und Animationsfilme. Die Zeichnung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Werk. In den früheren Zeichnungen stand häufig das Körperliche im Vordergrund, vermeintliche Tabuthemen wie Sexualität und Geburt wurden direkt, aber stets mit Fingerspitzengefühl aufgegriffen. Heute wendet sie sich in ihren Zeichnungen, die nicht nur auf klassischen Bildträgern, sondern auch auf Tapetenresten etc. ausgeführt werden, vermehrt der Tierwelt zu.

Vor einigen Jahren begann Theres Liechti Animationsfilme zu entwickeln. Heute nehmen die Filme einen grossen Teil ihres Œuvres ein. Für die Filme wendet sie das sogenannte Stop Motion Verfahren an. Bei dieser traditionellen Animationsfilmtechnik werden einzelne Fotografien aneinandergereiht, so dass die Illusion entsteht, als ob sich das gezeigte Objekt bewegen würde. Im Prinzip entspricht dies einem Daumenkino, das in einen Film übersetzt wird. Ein typisches Erkennungsmerkmal der Filme von Theres Liechti ist, dass sie bewusst ruckartig, zeitverzögert und handgemacht wirken. Dieser Effekt wird durch den bewussten Einsatz von relativ wenigen Bildern pro Sekunde erreicht. Die Filme zeichnen sich zudem durch einen häufig skurrilen Erzählstrang aus.

Für Theres Liechti sind Alltagsbeobachtungen die wichtigsten Inspirationsquellen. Sie spürt die subtilen Zwischentöne auf, greift den Zauber, aber auch die Absurditäten, des Alltäglichen auf. (kb)

Werk(e) im Superblock

Rey 1 (2015)
Rey und Basil 2 (2015)
Kugelschreiber auf Tapete
Masse: 36,6 x 44,4 cm 
Standort: 6. Stock, Pion7

«Rey 1» zeigt einen kleinen Hund, der sich beim Schlafen eng zusammengerollt hat, «Rey und Basil 2» stellt einen Jungen dar, eng angeschmiegt an Rey, beide schlafen friedlich. Die beiden Werke gehören zu der Serie «Homesick», eine Werkreihe, die weiterhin fortgeführt wird. «Homesick» besteht aus Zeichnungen, die innerhalb der letzten drei Jahre entstanden sind (und weiterhin entstehen) und um das Thema Heim, Familie und Geborgenheit kreisen. Dabei kommt es nicht von ungefähr, dass diese beiden Darstellungen mit Kugelschreiber auf Tapetenresten gezeichnet sind. Tapeten stehen einerseits für ein heimeliges Zuhause, für Gemütlichkeit und eine gewisse Wohligkeit. Andererseits können Tapeten die Stimmung aber auch zum Kippen bringen, können auch leicht etwas altmodisch daherkommen, abblätternde Tapeten drücken nicht nur Vernachlässigung, sondern auch eine unterschwellige Schwermut oder Morbidität aus. Aber genau wie Tapeten an sich, widerspiegeln diese Zeichnungen diesen Widerspruch: Die Sehnsucht nach Geborgenheit, Heimeligkeit und die gewisse Note von mitschwingender Melancholie. (kb)

Weitere Informationen.

Zuständige Stelle

Bereich Kultur Telefon +41 52 267 41 03

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