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Renate Bodmer

*1939 / Malerei, Zeichnung, Objektkunst

Renate Bodmer kam 1939 in Zofingen zur Welt und wuchs in Thun auf, wo sie von 1957 bis 1961 das staatliche Lehrerseminar besuchte. Nach kurzem Intermezzo als Primarlehrerin schrieb sie sich an der Schule für Gestaltung und Kunst in Bern und an der Universität Bern ein, um das Lehrdiplom für Bildnerische Gestaltung und Kunst zu erlangen. Nach Unterrichtstätigkeit von 1967 bis 1972 in Thun, Herzogenbuchsee und Bern, zog sie 1972 nach Berlin, wo sie im Auftrag der Max Planck-Gesellschaft Kindergärtnerinnen in Didaktik unterwies. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 1975 begann sie an der Kantonsschule im Lee in Winterthur Bildnerische Gestaltung und Kunstbetrachtung zu lehren. 1992 und 1998 absolvierte sie je einen sechsmonatigen Atelieraufenthalt in der Cité Internationale des Arts in Paris. 2007 folgte ein dreimonatiger Atelieraufenthalt in Berlin. Ihr Atelier, das sie mit Bendicht Fivian teilt, befindet sich in Töss. 

In den neunziger Jahren arbeitete Bodmer in Kohle auf Papier, um die «ganz normalen Alltagsschrecken», so der Titel einer Kunstkritik von Fritz Billeter im Züri-Tipp von 1993, darzustellen: «Oft sind sie ein bisschen unheimlich, diese Geschichten, oft unheimlich normal… Sie erzählen uns das, was wir gegenseitig – insbesondere den Kindern und den Alten – häufig gedankenlos antun.» Die verdichteten Räume, in denen alle Schattierungen zwischen Weiss und Schwarz vorkommen und die Bodmer als «aufgezeichneten Kindheitserinnerungen» betitelte, erinnern an Marionettenstuben. Wenige Jahre später wechselte sie von den grossformatigen Kohle- und Kreidezeichnungen zu ostasiatisch anmutenden Pflanzenstudien, die 2008 im Atelier Alexander erstmals ausgestellt wurden. Ausgangspunkt für ihr Naturinteresse waren Kartoffeln, die bei ihr daheim zu spriessen begannen. Anstatt diese ihrer Bestimmung, dem Kochtopf, zu überführen, liess sie die vitalen Knollen weiter gedeihen und hielt die verschiedenen Stadien ihres Wachstums – von den ersten, feinen Trieben bis zum Ausschlagen der Knospen – in Bleistift, Aquarell und Tusche fest. (lac)

Werk(e) im Superblock

Bild Legende:
Verwelktes Kraut (2007) Technik: lichtechte Tinte Masse: 78 x 105 cm Standort: 1. OG Pion 7
In den Jahren 2006 und 2007 schuf Bodmer Arbeiten mit Pflanzen- und Blumenmotiven. Mit einem bauschigen Pinsel trug die Künstlerin lichtechte Tusche verdünnt und mit Schwung auf grossformatiges Hahnenmühlepapier auf. Die aus einem «Guss» entstandenen Zeichnungen funktionieren sowohl als Negativ- wie auch als Positivform. «Verwelktes Kraut» besticht durch seine lapidare Einfachheit. Das knorpelige Gewächs breitet sich fliessend über die Blattfläche aus und endet in feinen Verästelungen und Blüten. Bar jeglicher Narration vergegenwärtigt das Hier und Jetzt des reinen Schauens. (lac)

Weitere Informationen.

Zuständige Stelle

Bereich Kultur Telefon +41 52 267 41 03

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