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Kunstankäufe 2019

Bild Legende:
Michael Etzensperger, o.T. (Frau, rot), Abglanz, 2019

Michael Etzensperger
*1982, Fotografie, Video, Druckgrafik, Installation

Angekauftes Kunstwerk:
o.T. (Frau, rot), Abglanz, 2019
2 C-Prints auf Aluminium, gerahmt
je 50 x 35 cm, Ed. 3 + 2 E.A., Ed 1/3

Ankauf:
Kunsthalle Winterthur, Einzelausstellung Michael Etzensperger, März 2019

Statement zum Werk

«Die Reproduktion durch das Medium Fotografie spielt auch in den neuen, explizit für die Ausstellung in der Kunsthalle produzierten Werkgruppen eine entscheidende Rolle. Anders als zuvor, findet Etzensperger seine Motive momentan nicht mehr in (kunst-)historischen oder ethnologischen Abbildungen, sondern in Werbereklamen im städtischen Raum. Für die Serie Abglanz (2019) fotografierte er Models auf Plakatwerbungen in Zürichs Bahnhofstrasse; allerdings tat er dies nachts, mit Teleobjektiv und teilweise durch Fensterscheiben von Läden hindurch, wodurch er zufällige Lichteinfälle, bis zur Unkenntlichkeit verzerrende Spiegelungen oder technikbedingte Störungen ausdrücklich zuliess.» (Text: Joëlle Menzi, Kunsthalle Winterthur, 2019)
www.michaeletzensperger.ch,

 

 

Bild Legende:
Dominik Heim, Blüte, Filzstift und Acryllack auf MDF, 2019

Dominik Heim
*1974, Malerei, Zeichnung

Angekauftes Kunstwerk:
Blüte, 2019, Filzstift und Acryllack auf MDF, 80 x 105 cm

Ankauf:
Oxyd Winterthur, Ausstellung Künstlergruppe Juni 2019

 

Statement des Künstlers zum Werk

"Ich habe mir eine Kombination aus der Klarheit der dicken Filzstiftstriche und eines insgesamt eher diffusen, unüberschaubaren Gesamteindrucks vorgestellt, bei der Motive und Figuren verschwimmen und neue auftauchen bzw. interpretierbar werden."
http://www.dominikheim.ch;

 

 

Bild Legende:
Erwin Schatzmann, Ouroborus, Eichenholz, 2019

Erwin Schatzmann
*1954, Holzbildhauer, Maler, Kleidermacher

Angekauftes Werk:
Ouroborus, 2019, Eichenholz, 72 x 30 cm

Ankauf:
Oxyd Winterthur, Ausstellung Künstlergruppe, Juni 2019

Statement zum Werk

...folgt.

 

 

Bild Legende:
Duri Galler, William Burroughs - Life is a Killer, Papiermachéfigur, 2017

Duri Galler

*1952, Holzdruck, Malen, Zeichnen, Papiermaché

Angekauftes Kunstwerk:
William Burroughs - Life is a Killer, 2017, Papiermachéfigur

Ankauf:
Biennale Kulturort Weiertal, Juni 2019

Statement des Künstlers zum Werk

"Das zweite Werk heisst William Burroughs „Life is a Killer“, ist eine Figur erarbeitet aus Papmaché und nimmt Bezug zu dem Beat Poeten William Burroughs der ein abenteuerliches Leben zwischen Drogensucht und Schriftstellerei (Naked Lunch) geführt hat und eine Zeitlang, nicht zuletzt durch den verschuldeten Tod seiner Frau, vollständig aus der Bahn geworfen war. Am Ende seines Lebens fand er im hohen Alter ein Comeback unter den jungen Rockmusikern der 80er Jahre."
duri.galler@bluewin.ch

 

 

Bild Legende:
Duri Galler, Schwätzer Brock im Monolog mit Una Szeemann, Holzschnitt, 2018

Duri Galler

*1952, Holzdruck, Malen, Zeichnen, Papiermaché

Angekauftes Kunstwerk:
Schwätzer Brock im Monolog mit Una Szeemann, 2018, Holzschnitt

Ankauf:
Biennale Kulturort Weiertal, Juni 2019

Statement des Künstlers zum Werk

"Schwätzer Brock im Monolog mit Una Szeemann - bezieht sich auf ein Künstlergespräch im Jahr 2017 von Bazon Brock mit Una Szeemann in der Kunsthalle Winterthur. Bazon Brock, dessen Vornamen
Schwätzer bedeutet, machte dabei seinem Namen alle Ehren, indem er im Künstlergespräch von A bis Z das Sagen hatte und die eigentliche Künstlerin Una Szeemann selber vielleicht einen Satz aussprechen konnte."

 

 

Bild Legende:
Eveline Cantieni, Kohlezeichnung No. 5, Kohle auf Papier, 2019

Eveline Cantieni
* 1959, Zeichnung, Video, Installation

Angekauftes Kunstwerk:
Kohlezeichnung No. 5, 2019, Kohle auf Papier, 128 x 90.5 cm

Ankauf:
Oxyd Winterthur, Ausstellung Künstlergruppe, Juni 2019

Statement zum Werk

In Eveline Cantienis jüngster Kohlezeichnung (ohne Titel, 2019, 128 x 90.5 cm) verdichten sich Jahre künstlerischen Schaffens zu einem neuen Höhepunkt. Wie eine Zeitkapsel beinhaltet das nur scheinbar schlichte Werk wesentliche Positionen und Erreichtes einer weit gespannten künstlerischen Biographie. Erinnerungen werden geweckt, die aber die visuelle Eigenständigkeit der aktuellen Arbeit weniger beeinträchtigen als vielmehr noch unterstreichen. Die vorliegende Zeichnung zeigt ein textiles Fragment, genauer: einen Fetzen eines gehäkelten Deckchens. Die Zeichnung entstand, indem die Künstlerin zunächst eine eher kunstlos anmutende Technik anwendete: Sie projizierte das Relikt aus einer guten Stube mithilfe eines Hellraumprojektors auf ein an der Wand befestigtes Papier. Der Projektor erlaubte eine fast schon grotesk wirkende Vergrösserung eines Objekts, das einst klein und niedlich ein Möbel zierte.

Auf dem Papier hielt die Künstlerin die projizierten Linien des zerfetzten Plätzchens mit Kohlestift fest und untersuchte während des Zeichenprozesses die formale Verfremdung, die zwischen Original und Projektion entstanden war. Die feinen Fäden des ausfransenden Garns, die im Licht des Projektors erst deutlich erschienen, dokumentierte sie mit einem feinen Kreidestift. Den Staub, den die Stifte auf den Papier hinterliessen, wischte sie minutiös weg, denn sie suchte nicht die schummrige Wirkung klassischer Kohlezeichnungen, sondern den harten Kontrast zwischen schwarzer Kohle und weissem Papier. Das Resultat verblüfft: Vor dem Auge des Betrachters entsteht weniger eine Figuration aus Linien, es entsteht durch die präzis begrenzten Rückstände des Kohlestifts eine Schichtung auf dem Papier, die zu einem räumlichen Objekt gerinnen. Das Werk pendelt so raffiniert zwischen Zweidimensionalität und Dreidimensionalität. Die Kohle ist nicht nur visuelle Spur, sie ist Material mit räumlicher Präsenz.

Inhalt, Form und Technik erinnern an ältere Arbeiten - dennoch entsteht weit mehr als ein Zitat: Eine ihrer ersten Arbeiten in den neunziger Jahren bestand aus Kohlezeichnungen auf selbst gestrickter und anschliessend mit Gips bestrichener Unterlage. In der aktuellen Arbeit sind Kohle und Textilien zitiert, aber völlig anders verarbeitet. Projektion, Vergrösserung und Verfremdung von textilen Themen sind immer wiederkehrende Techniken in Cantienis schaffen, die aber unterschiedlichste Ergebnisse zeitigten. Ebenso die kalulierte Kombination von  traditionellen und computergestützten bildgebenden Verfahren. So vergrösserte und verfremdete sie Klöppel- oder Häkeldeckchen mit Window Color oder Wundpflaster auf PVC. Das “strickende Mädchen” aus dem Jahr 2007 oder die videobasierte  “Frivolitätenarbeit” aus dem Jahr 2015 verbinden traditionelle textile Techniken mit computergestützen bildgebenden Verfahren. Umgekehrt spielt die Arbeit “Stay with me / My home is my castle” aus den Jahren 2017 rsp. 2018 mit der Verfremdung durch Vergrösserung, verarbeitet aber wie die monumentale Arbeit “Wandstickerei” aus Plüsch (2019) reales Material zu einem architektonischen  Statement. In allen Arbeiten überschreitet Cantieni während des Werkprozesses herkömmliche Grenzen künstlerischer Medien in formaler und inhaltlicher Hinsicht.

Der Grund, warum die aktuelle Kohlezeichnung einen Kulminationspunkt darstellt, liegt in der inhaltlichen und formalen Logik, die die Werke der Künstlerin prägt. Es ist ein Werk, das vorwärts geht, weil es im Wissen gründet, woher es kommt.

(Text: Dr. Christina Peege, Kunsthistorikerin)
www.evelinecantieni.ch;

 

 

Weitere Informationen.

Kontakt

Franziska Gabriel Telefon 052 267 51 94

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