Wald

Leinenpflicht vom 1. April bis 31. Juli
Im Kanton Zürich gilt vom 1. April bis zum 31. Juli eine gesetzliche Leinenpflicht im Wald und bis zu 50 Meter vom Waldrand. Dies dient dem Schutz von Rehkitzen und am Boden brütenden Vögeln während der Brut- und Setzzeit.
Besitzverhältnisse Winterthurer Wald
Mit 2693 Hektar Waldfläche ist Winterthur die waldreichste Stadt der Schweiz. Rund 40 Prozent des Gemeindegebietes sind mit Wald bedeckt. Die Stadt besitzt mit 1690 Hektar den grössten Waldanteil. Die übrigen Waldgebiete sind im Eigentum von Kanton, Korporationen oder von privaten Waldeigentümern.
Waldbesitzende | Waldfläche in Hektaren |
|---|---|
Stadt Winterthur | 1690 |
Kanton Zürich | 240 |
Schweizer Eidgenossenschaft | 7 |
Korporationswald | 220 |
Genossenschaften | 25 |
Privatwald | 488 |
Kirchgemeinde und übriger öffentlicher Wald | 23 |
Waldfläche gesamt | 2693 |
Aktuelles
Lebensraum Wald
In einem Wald können 2000 und mehr Tierarten vorkommen. Ein reiches Nahrungsangebot, genügend Deckung, geeignete Stellen für Fortpflanzung und Jungenaufzucht sind Faktoren, die den Wert eines Waldes als Lebensraum und damit seinen Artenreichtum bestimmen.
Stadtgrün Winterthur setzt bei der Bewirtschaftung und Pflege des Waldes diverse Projekte zur Förderung der Artenvielfalt um. Für viele Vogelarten ist der Wald ein bedeutender, wenn nicht sogar der zum Überleben notwendige Lebensraum: Spechte zimmern ihre Nisthöhlen in die Stämme grosser, alter Bäume; Elstern und Krähen bauen ihre Nester in den Baumkronen. Andere Vogelarten nutzen die Sträucher, um ihre Nester anzulegen oder Insekten zu jagen. Aber nicht nur Vögel sind Bewohnende der oberen Stockwerke, sondern auch verschiedene Säugetiere. Dazu gehören das Eichhörnchen und der Baummarder. Die Nahrung des Eichhörnchens besteht vor allem aus pflanzlicher Kost. Baummarder dagegen sind Raubtiere, die ihre Beute überall jagen können. Reh, Hirsch und Wildschwein bewegen sich ausschliesslich auf dem Boden. Das Leben von Fuchs und Dachs spielt sich auf und unter dem Erdboden ab.
Zum Fressen und gefressen werden
In der Nahrungskette, von den Waldpflanzen über die pflanzenfressenden bis zu den fleischfressenden Tieren, stellt sich immer ein natürliches Gleichgewicht ein. Die Pflanzenfresser dürfen sich nicht beliebig vermehren, sonst zerstören sie durch übermässige Nutzung ihre Nahrungsgrundlage, die Waldvegetation. Die Regulierung des Bestandes an Pflanzenfressern übernehmen unter anderem die Raubtiere, die ihren eigenen Bestand und ihre Reviergrösse wiederum an den Bestand der Beutetiere anpassen. Wo das natürliche Gleichgewicht gestört ist oder Feinde fehlen, sorgt der Mensch mit der Jagd für den Ausgleich.
Alt- und Totholz braucht der Wald
Das alte oder abgestorbene Holz dient als Bruthöhle, Quartier, Nahrungs- und Nährstofflieferant. Von den 6400 in der Schweiz bekannten Käferarten sind rund 1500 von Holz abhängig. Zu ihnen zählen alle Insekten, die in irgendeiner Phase ihres Lebens auf totes oder absterbendes Holz angewiesen sind oder sich von diesen Organismen ernähren. Bohrlöcher und Frassgänge von Insekten sind wiederum Eintrittspforten für Pilze und Bakterien, die das Holz zersetzen. Ohne diese Hilfe würde der Abbau doppelt so lange dauern. Der Totholzabbau durch das Zusammenwirken von Insekten, Pilzen und Bakterien schliesst den Energie- und Nährstoffkreislauf im Ökosystem Wald.
Trinkwasser aus dem Wald
11 Millionen Kubikmeter bestes Trinkwasser stammen aus Einzugsgebieten im Wald. Stadtgrün Winterthur pflegt und bewirtschaftet rund 100 Hektaren Wald in Grundwasserschutzzonen mit dem vorrangigen Ziel, die hohe Qualität des Winterthurer Trinkwassers zu erhalten.
Zum Schutz der Wasserversorgung besitzt die Stadt Winterthur weitere 220 Hektaren Wald in den Gemeinden Turbenthal, Wila, Schlatt, Zell und Alten am Rhein.
Schutzfunktion des Waldes
Der Wald schützt das Siedlungsgebiet vor Hochwasser, Erosion und Hangrutschungen. 335 Hektaren oder 12,6 Prozent der Winterthurer Waldfläche sind als Schutzwald ausgeschieden und nach herrschendem Gefahrenpotential nach Prioritäten eingeteilt:
- Priorität: 57.21 Hektar Schutzwald
(schützt Menschenleben, bewohnte Siedlungen und wichtige Verkehrswege)
- Priorität: 8.11 Hektar Schutzwald
(schützt weniger stark befahrene Strassen und andere Sachwerte)
- Priorität: 270.11 Hektar Schutzwald
(schützt Landwirtschaftsland und Wege der Land- und Forstwirtschaft)
Mit gezielter Pflege und rechtzeitiger Verjüngung stellt Stadtgrün Winterthur sicher, dass die ausgeschiedenen Flächen ihre Schutzwirkung erfüllen können. Denn nur ein strukturreicher, mit unterschiedlich alten Bäumen bewachsener Wald kann schützen.
Wald als Rohstofflieferant
Der Wald ist ein wichtiger Rohstofflieferant: Aus Buchenholz werden Möbel und Möbelteile, Besen- und Schneeschieberstiele, Sperrholzteile – zum Beispiel als Ski- und Snowboardkerne – und Früchtekistchen (Verpackungsindustrie) gefertigt. Nadelholz findet Verwendung im Bauwesen und in der Verpackungsindustrie. Holz von geringer Qualität, das sich weder zur Herstellung von Möbeln noch als Bauholz eignet, geht als Industrieholz in die Produktion von Papier, Zellulose und Spanplatten oder wird zu Energieholz in Form von Scheitern, Schnitzeln oder Pellets aufgearbeitet.
Im Holzshop von Stadtgrün finden Sie ein ausgewähltes Angebot mit zertifizierten Holzprodukten aus der Region.
Unterricht im Wald

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Wald und Landschaft
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