Biodiversitätsgebiet Totentäli

Im Totentäli, am südwestlichen Stadtrand zwischen Wülflingen und dem Dättnauertal gelegen, hat Stadtgrün Winterthur das grösste zusammenhängende Fördergebiet für Biodiversität in Winterthur geschaffen. Rund 45 Hektaren Wald werden als Waldreservat ihrer natürlichen Entwicklung überlassen und 9 Hektaren Wiese mit speziellen Zielsetzungen zur Artenförderung gepflegt. An die Massnahmen gekoppelt ist ein Klimaschutzprojekt zur Speicherung von CO₂, für das auch Zertifikate verkauft werden.
Holzsteg durch grünen Wald im Totentäli.
© Stadtgrün Winterthur

Das Totentäli bei Wülflingen mit seiner grossen Feuchtwiese und den Amphibienweihern befindet sich im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung. Der Grund ist unter anderem die gemäss Roter Liste als verletzlich eingestufte Geburtshelferkröte. Der schweizweite Bestand dieser Kröte, die wegen ihres hellen Rufes auch «Glögglifrosch» genannt wird, ist in den vergangenen rund 40 Jahren deutlich zurückgegangen. Im Totentäli zwischen Wülflingen und dem Dättnauertal lebt eine ganze Kolonie der streng geschützten Art.

Umgeben ist das Totentäli vom Waldreservat Schuppentännli. Dieses wird seit vielen Jahren nicht mehr forstlich bewirtschaftet und hat wegen des vielen stehenden und liegenden Totholzes einen hohen ökologischen Wert. An den Südhängen angrenzend an das Waldreservat befinden sich sogenannte «Lichte Wälder» mit einer lichtdurchlässigen Struktur und trockenen, mageren Böden.

Waldlandschaft im Totentäli mit Teich und Holzpfad.
Beobachtungsplattform am Weiher.
© Stadtgrün Winterthur

Aufwertung 2022-2024

Im Rahmen der Umsetzung wurde die Waldstrasse durch das Totentäli aufgehoben. Das Kiesmaterial der Waldstrasse wurde dabei modelliert und in ein Amphibienparadies mit neuen Weihern und Trockenstandorten verwandelt. Der Erdwall, der 1971 beim Aushub der ersten Weiher abgelagert wurde, wurde abgetragen, um die wertvolle Riedwiese wieder vollständig herzustellen. Besucherinnen und Besucher erhalten über einen Holzsteg am Rand Einblick in das neue Feuchtgebiet.

CO2-Zertifikate für Kompensationsmassnahmen

Die Kosten für Projektierung und Umsetzung beliefen sich auf 300 000 Franken. Die Massnahmen konnten dank des «Paul Kaspar Späni-Schätti Naturschutzfonds» und kantonalen Mitteln umgesetzt werden. Mit dem Kanton wurde dazu ein 50 Jahre gültiger Waldreservatsvertrag abgeschlossen. Im künftigen Naturwaldreservat wird durch den Nutzungsverzicht CO2 aus der Atmosphäre entzogen und langfristig in der Biomasse gespeichert. Für die nächsten 50 Jahre sind dies rund 10'000 Tonnen CO2. Stadtgrün Winterthur lässt diese CO2-Speicherung im Rahmen eines Pilotprojekts zertifizieren. Die CO2-Zertifkitate können am Markt für freiwillige Kompensationsmassnahmen gekauft werden und haben aktuell einen Wert von rund 350 000 Franken.

Fülle von Lebensräumen für seltene Pflanzen- und Tierarten

Kartographische Darstellung des Totentälis mit farbigen Zonen und Legende.
© Stadtgrün Winterthur

Die verschiedenen naturnahen Lebensräume – Feuchtstandorte, Wälder und Trockenwiesen – die sich vom Weihertal im Dättnau über Hoh-Wülflingen, das Totentäli und Alt-Wülfingen bis zum Schlosstal erstrecken, sind damit verknüpft worden. Mit einer Fläche von 54 Hektaren ist es das grösste zusammenhängende Fördergebiet für Biodiversität in Winterthur. 

Es bietet Lebensräume für zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten. In den Magerwiesen am sonnigen Südhang und im Lichten Wald fühlen sich wärmeliebende Pflanzen und Tiere wohl. Im Schuppentännli sind auf dem liegenden und stehenden Totholz diverse Pilze und Käferarten beheimatet. In den Weihern, der Riedwiese und dem Wald des Totentäli kommen nebst der Geburtshelferkröte viele weitere Amphibienarten vor.

Naturweg Dättnau-Wülflingen

Der 5 Kilometer lange Naturweg führt an mehreren Winterthurer Naturschutzgebieten vorbei. Auf 12 Informationstafeln finden Sie spannende Informationen zur Natur- und Kulturlandschaft.

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Filmischer Einblick ins Biodiversitätsgebiet rund ums Totentäli.
© Stadtgrün Winterthur / Heinz Staffelbach

Bitte beachten Sie in den Naturschutzgebieten folgende Regeln:

  • Bleiben Sie auf den Wegen.
  • Nehmen Sie Hunde an die Leine.
  • Pflücken Sie keine Pflanzen und Pilze.
  • Fangen Sie keine Tiere und setzen Sie keine Tiere aus.

Das Einhalten der Regeln in Naturschutzgebieten wird durch einen Rangerdienst kontrolliert.

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