Ein Masterplan für das Arbeitsplatzgebiet Grüze Süd
Das rund dreizehn Hektaren grosse Gebiet «Grüze Süd» zwischen St. Gallerstrasse und Grüzefeldstrasse hat grosses Entwicklungspotenzial. Ein Masterplan, erarbeitet unter Einbezug der privaten Eigentümerschaften, skizziert, wie die Transformation zum lebendigen, urbanen Arbeitsplatzgebiet mit Schwerpunkt auf Produktion ablaufen kann. Dabei wurden Verkehr, Stadtklima und Aufenthaltsqualität mitgedacht.
Das Gebiet «Grüze+» ist im Richtplan als eines von sechs Schwerpunktgebieten bezeichnet. Hier wächst Winterthur besonders stark. Kürzlich wurden Ergebnisse des Studienauftrags zum Stadtraum Bahnhof Grüze vorgestellt (Medienmitteilung vom 29. Juni 2026). Der Masterplan Grüze Süd befasst sich nun mit dem rund dreizehn Hektaren grossen Arbeitsplatzgebiet zwischen St. Gallerstrasse und Grüzefeldstrasse.
Der grössere Teil davon liegt in der Industriezone, ein Teil in der Zentrumszone. Das soll auch so bleiben. Der Masterplan zeigt exemplarisch ein mögliches Zukunftsbild für ein lebendiges Arbeitsplatzquartier auf. Er bildet einen qualitätssichernden Orientierungsrahmen für den zu erwartenden Transformationsprozess. Dieser hat schon begonnen – ein erstes Projekt ist das neue Produktionsgebäude «Diamant» von Keller Druckmesstechnik.
Produktion, Hightech und drei Hochhäuser
Skizziert wurden im Masterplan einerseits die gewünschten Nutzungen. Im Vordergrund stehen produzierendes Gewerbe, technologieorientierte Unternehmen und ergänzende arbeitsplatzbezogene Nutzungen. Bestehende Unternehmen sollen sich weiterentwickeln können, aber auch Start-ups und Unternehmen angesiedelt werden, die das Innovations- und Technologieökosystem stärken. Auch Wohnnutzungen sind je nach Lage möglich, spielen insgesamt jedoch eine untergeordnete Rolle. Im ganzen Gebiet soll höher und dichter gebaut werden. An drei Orten sind Hochhäuser bis 60 Meter denkbar.
Der Masterplan widmet sich auch der Verkehrserschliessung. Eine zentrale Rolle spielt die Hannes-W.-Keller-Strasse. Sie verbindet als neue Nord-Süd-Achse den Bahnhof Grüze samt der neuen Leonie-Moser-Brücke mit dem Sportareal Deutweg. Sie ist einerseits ein wichtiges Bustrassee, andererseits eine Velo- und Fussverbindung, entlang welcher auch Erdgeschossnutzungen angesiedelt werden sollen. Die Strassenräume sollen begrünt und, wo möglich, mit Bäumen beschattet werden, zugunsten von Aufenthaltsqualität und Stadtklima. Kleinere Plätze und Pocketparks schaffen vielseitige Freiräume in «Grüze Süd».
Der Masterplan ist kein bereits fertiggestelltes Projekt, das morgen gebaut werden wird. Die Stadt Winterthur hat ihn gemeinsam mit den privaten Eigentümerschaften entwickelt und wird verschiedene Punkte mit ihnen noch weiter vertiefen und präzisieren. Er bietet aber ein tragfähiges Gerüst für die flexible und etappenweise Entwicklung und Aufwertung dieses Gebiets, die bereits begonnen hat.




