Garderobengebäude Talgut | Stefanie und Maureen Kägi | «Circuit Flow»

Von aussen erscheint das Garderobengebäude Talgut wie ein Aquarium: Es zieht einen magisch an und macht neugierig auf das Innenleben. Beim Nähertreten werden die auf Wände und Decke gepinselten kobaltblauen Formen immer deutlicher: Abstrahierte Spieler:innen, Bälle, Torwarthandschuhe neben Fussballschuhen, Pokalen und klatschenden Händen. Verbunden durch verschlungene Linien treten die Motive mal in den Vorder-, mal in den Hintergrund, verschmelzen miteinander. Betritt man den Mehrzweckraum mit seiner All-Over-Malerei, taucht man ein in eine Welt der Bewegung, der Dynamik und des Teamgeists und wird von ihr in Bann gezogen.
Person in schwarzem Sportoutfit springt vor einer Wand mit blauer Kunst.
Garderobengebäude Talgut «Circuit Flow» Stefanie und Maureen Kaegi
© Mareyke Frehner

Über das Werk

Der Titel «Circuit Flow» sagt es schon: Es geht um ein Hochgefühl. Um den Rausch, der sich einstellt, wenn beim Sport Glückshormone freigesetzt werden und einem die körperlichen Anstrengungen vergessen lassen. Es geht aber um den Energiefluss im Training, um den Spielfluss während der Partie. Und nicht zuletzt auch um den «Flow», den die Künstlerinnen während der Arbeit an ihrem Kunstwerk erleben. 

Das Werk der beiden Schwestern Stefanie und Maureen Kaegi greift Symbole und Emotionen im Zusammenhang mit Sport auf: Es vermittelt Bewegung, Spontaneität und Teamgeist – ebenso Kontroverse, Spannung und Enttäuschung. Die Bildsprache pendelt dabei bewusst zwischen Abstraktion und Figuration, die Motive sind teilweise angelehnt an Comiczeichnungen oder Graffiti Tags. 

Von Anfang an schwebte den Künstlerinnen vor, ihre Kunst genau da zu platzieren, wo Menschen verweilen. Wo Freude geteilt wird und Tränen vergossen werden, wo das Spiel nachhallt und verhandelt wird. Wo sich aber auch Menschen aus dem Quartier treffen können, die nichts mit Fussball zu tun haben. Denn das Zusammenspiel von Architektur und Kunst gibt auch Raum für ein Zusammentreffen von Fussballbegeisterung und Quartierbevölkerung. «Circuit Flow» ist Brücke zwischen Innen und Aussen, Spielwelt und realer Welt und hat starken Identifikationscharakter.

Über die Künstlerinnen

Stefanie und Maureen Kägi schlagen als Künstlerinnen ihre je eigenen Wege ein. Für gewisse Projekte arbeiten sie im Duo. 

Stefanie Kägi (*1987) hat in Paris und Berlin Malerei studiert. Ihre grossflächigen Wandmalereien zeigte sie z.B. im Kunstmuseum Winterthur, weitere Werke in namhaften Institutionen in Deutschland und der Schweiz. 2017 erhielt sie den Förderpreis der Stadt Winterthur, weitere Preise und Stipendien im Ausland folgten. Stefanie Kägi lebt und arbeitet in Winterthur und Berlin.

Maureen Kägi (*1984) absolvierte ihre künstlerische Ausbildung in Wien, Zürich und Newcastle. Darüber hinaus hat sie sich intensiv mit zeitgenössischem Tanz und performativer Praxis auseinandergesetzt. Sie weist eine internationale Ausstellungstätigkeit auf und hat zudem für Performance- und Bühnenstücke gearbeitet. 2015 erhielt sie den Förderpreis der Künstlergruppe Winterthur, zahlreiche weitere Preise und Stipendien folgten. Maureen Kägi lebt und arbeitet in Winterthur und Wien / Hohenberg.

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Fachstelle Kunstsammlung & Kunst-und-Bau

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