Neuhegi-Grüze

Ehemaliges Sulzer-Areal Oberwinterthur
Von industrieller Produktion zum urbanen Quartier: Die Transformation des ehemaligen Sulzer-Areals in Oberwinterthur begann Mitte der 1990er-Jahre mit dem teilweisen Rückzug der industriellen Nutzung. Nach der Schliessung der Giesserei 1993 standen grosse Teile des Areals östlich der Seenerstrasse zunehmend leer. Mit dem Wegfall der industriellen Produktion auf diesem Teilareal entstand im erweiterten Umfeld der neu gebauten S-Bahn-Station Hegi ein grossflächiges Transformationsgebiet, das neue Perspektiven für die stadträumliche Entwicklung Winterthurs eröffnete.
2001 - Rahmenplan Oberwinterthur
Ein erster wichtiger planerischer Schritt erfolgte 2001 mit dem Rahmenplan Oberwinterthur. Dieser diente als verwaltungsinternes, handlungsanweisendes Arbeits- und Koordinationsinstrument und formulierte die grundlegenden Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung des Gebiets.
Ergänzend zum Rahmenplan vereinbarten die Stadt Winterthur und die damalige alleinige Grundeigentümerin Sulzer Immobilien vertraglich verbindliche Festlegungen. Damit wurden die planerischen Ziele erstmals mit konkreten Vereinbarungen zwischen Stadt und Grundeigentümerschaft verknüpft.
2007 - Entwicklungsstrategie Oberwinterthur
Mit der Entwicklungsstrategie Oberwinterthur, die der Stadtrat im Juni 2007 verabschiedete, lagen erstmals übergeordnete Ziele für die Entwicklung des Gebiets zwischen den drei S-Bahn-Stationen Grüze, Hegi und Oberwinterthur aus Sicht der Stadt vor. Als Teil der Strategie wurde aus dem Entwicklungsgebiet Oberwinterthur der Stadtteil Neuhegi.
Die Strategie sollte die Grundlage für die weitere stadträumliche Entwicklung bilden. Ziel war es, den Kern des Gebietes weiterhin als industriell geprägtes Gebiet zu sichern und die Umfelder der drei angrenzenden S-Bahn-Stationen schrittweise zu urbanen, gut erschlossenen und gemischt genutzten Quartieren weiterzuentwickeln. Dabei sollten Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und öffentliche Freiräume miteinander verbunden werden.
2010-2014 - Planungszone Neuhegi-Grüze
Um die angestrebte Entwicklung auch planungsrechtlich zu sichern, wurde im Juli 2010 die Planungszone Neuhegi-Grüze festgesetzt. Sie bestand bis Juli 2014.
Die Planungszone schuf den notwendigen Rahmen, um die bestehenden planerischen Vorstellungen weiterzuentwickeln und in verbindliche Instrumente zu überführen. Im Zentrum stand die Sicherung des Kerns als Arbeitsplatzgebiet für Gewerbe und Produktion sowie eine qualitätsvolle, dichte und gemischt genutzte Entwicklung rund um die Bahnhöfe. Attraktive Umfelder mit kurzen Wegen zwischen Wohnen, Arbeiten, Versorgung und öffentlichem Verkehr sollten eine «Stadt der kurzen Wege» ermöglichen und gleichzeitig eine qualitätsvolle Siedlungsentwicklung nach innen fördern.
Im Jahr 2014 wurden die planerischen Instrumente als Gesamtpaket festgesetzt. Damit wurden die strategischen Ziele der vergangenen Jahre in behörden- und grundeigentümerverbindliche Planungsinstrumente überführt.
Festlegungen im Rahmen der Planungszone
Ergänzungsplan Neuhegi-Grüze
Der Ergänzungsplan ist Teil der Bau- und Zonenordnung (BZO) und beinhaltet Regelungen zu Freiraum und der Nutzweise in der Industriezone.
Mit den Bestimmungen zum Freiraum werden Flächen für Velorouten gesichert und öffentlich zugängliche Pocketparks geschaffen.
Mit der Regelung zur Nutzweise in der Industriezone werden Flächen für industrielle und gewerbliche Produktionsbetriebe gesichert. Zulässig sind nebst Produktion, betriebsnaher Verwaltung, Forschung, etc. auch Dienstleistungen in den Bereichen Maschinenbau, Mechatronik, ICT, Cleantech und Medizinaltechnik.
Übrige Dienstleistungen sind auf maximal 20 % der zulässigen Nutzfläche pro Grundstück beschränkt.
Räumliche Entwicklungsperspektive Winterthur 2040 und Revision kommunaler Richtplan
In der Entwicklungsperspektive Winterthur 2040 und der Revision des kommunalen Richtplans (noch nicht rechtskräftig) kommt Neuhegi-Grüze eine wichtige Rolle zu. Das ehemalige Sulzer-Areal ist dabei längst nicht mehr nur ein ehemaliger Industriestandort, sondern Bestandteil eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Stadt Winterthur.
Die Entwicklung zeigt exemplarisch, wie sich ein ehemals ausschliesslich industriell geprägtes Areal über mehrere Jahrzehnte von einem reinen Produktionsstandort zu einem neuen urbanen Stadtteil mit dem Schwerpunkt Arbeiten wandelt. Von der teilweisen Aufgabe der industriellen Nutzung über den Rahmenplan und die Entwicklungsstrategie bis hin zur verbindlichen Nutzungsplanung entstand Schritt für Schritt die planerische Grundlage für Neuhegi-Grüze als wichtiger Wirbel im Urbanen Rückgrat.
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