Stadtwildnis

Stadtökologie: Wieso in der Stadt Biodiversität fördern?
Städte sind nicht nur ein guter Lebensraum für uns Menschen, auch andere Tier- und Pflanzenarten finden ihr Zuhause in urbanen Gebieten. Da in der Stadt viele Nischen und unterschiedliche Lebensraumtypen auf engem Raum zusammenkommen, finden viele Tiere und Pflanzen ein gutes Ersatzhabitat. So können bis zu 50 % der einheimischen Arten auch in städtischen Räumen vorkommen. Für beispielsweise Gebäudebrüter wie Mauer- und Alpensegler oder für seltene Pflanzenarten bieten die Bedingungen in der Stadt einen perfekten Ersatzlebensraum.

Nebst positiven Effekten auf die Biodiversität und das Mikroklima bieten die Stadtwildnis-Flächen auch die perfekte Gelegenheit für Naturbeobachtungen vor der Haustüre. Das Beobachten von blühenden Blumen, von austreibenden Sträuchern und vom Gewusel verschiedener Insekten steigern ebenfalls unser Wohlbefinden und die Erholung. Das Projekt Stadtwildnis macht die Stadt Winterthur fit für die künftigen Bedürfnisse aller Bewohnenden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung.

Stadtwildnis-Elemente
Damit wir die Vielfalt der einheimischen Arten in den urbanen Räumen fördern können, werden im Projekt Stadtwildnis Lebensräume speziell in der Stadt geschaffen. Beispielsweise erstellen wir artenreiche Wildhecken, Blumenwiesen oder vielfältige Ruderalflächen. Dazu sollen mittels Kleinstrukturen Nischen und Unterschlupfmöglichkeiten für kleine Tiere sowie für Moose, Flechten und Pilze geschaffen werden.

Solche wilden Ecken in der Stadt fördern nicht nur die Biodiversität. Durch den Aufbau von Biomasse, das Speichern und langsame Verdunsten von Wasser sowie durch Schattenwurf kühlen diese Flächen die Umgebungstemperatur. Vor allem im Sommer führt das zu einem angenehmeren Aufenthaltsklima in der Stadt und steigert das Wohlbefinden.
Pünt «Living Room»
Stadtkühlung und Biodiversität trifft auf Püntgarten: Die Pünt «Living Room» im Püntenareal Gutschick zeigt auf, wie Biodiversitätsförderung und Nahrungsmittelproduktion einher gehen können. Zudem trägt die als Waldgarten angelegte Pünt zur Hitzeminderung in der Stadt bei.

Im kleinen Püntgarten spenden diverse Obstbäume kühlenden Schatten und produzieren essbare Früchte. Verschiedene Beerensträucher und weitere Wildsträucher bieten Unterschlupf, Lebensraum und Nahrung für Tier und Mensch. Neben Kultur- und Nutzpflanzen wachsen heimische Wildstauden. So bietet die Pünt «Living Room» nicht nur für den Menschen, sondern auch für Wildbienen, Schmetterlinge, Blindschleichen, Igel und weitere kleine Tiere einen Lebensraum.
Stadtgrün Winterthur hat 2025 ein Patronat zur Pünt «Living Room» übernommen. Bewirtschaftet wird sie vom Verein Living Room. Mehr Infos zum Verein Living Room finden Sie hier:
Neugierig geworden?
Sind Sie interessiert an einer Führung durch die wilden Ecken der Stadt? Dann melden Sie sich unter: oekologie@win.ch
Haben Sie einen eigenen Garten oder einen eigenen Balkon, den Sie aufwerten möchten? Dann schauen Sie sich unsere Garten-Tipps an:
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