Bäume in der Stadt
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Zusätzliche Bäume
Stadtgrün Winterthur hat zwischen 2021 und 2024 im Rahmen eines strategischen Schwerpunktes 1000 zusätzliche Bäume gepflanzt. Die Kosten für das gesamte Projekt beliefen sich auf 300 000 Franken und wurden durch das Stadtparlament bewilligt. Nach erfolgreich erreichtem Ziel fährt Stadtgrün Winterthur seither mit der zusätzlichen Bepflanzung fort. Der Schwerpunkt liegt gezielt auf auf nachhaltigen, vitalen, klima- und standortanpassungsfähigen Baumarten. Der stadteigene Bestand ist unterdessen auf über 16 000 Bäume angestiegen. Die Massnahme dient der Anpassung des städtischen Raums an den Klimawandel, fördert die Biodiversität und verschönert das Stadtbild.
Früchte zum Selberpflücken
Den Auftakt der Aktion «1000 Bäume» machte im April 2021 ein Nusshain mit 21 Bäumen auf der Allmend Grüzefeld. Auf der Wiese bei der Grüzefeldstrasse wurden Walnussbäume, Edelkastanien, Baumhasel und Schuppenrinden-Hickory (ein besonders robuster Zukunftsbaum) gepflanzt. Ausserdem wurden entlang des Fusswegs beim Allmendpark 19 Apfelbäume gepflanzt. Sie bestehen aus den Pro-Specie-Rara-Sorten Berner Rosen, Bohnapfel, Glockenapfel und Goldparmäne, den modernen Sorten Rubinola und Bonita aber auch Gravensteiner. Alle Früchte von Bäumen auf städtischem Grund – erkennbar an den Metallschildern mit den Baumnummern – dürfen von der Bevölkerung gepflückt werden.
Bäume – ein Zuhause für Pflanzen und Tiere
Seither sind zahlreiche Bäume hinzugekommen. So etwa auf der Zeughauswiese heimische Bäume wie Hänge-Birken, Gewöhnliche Traubenkirschen, Zitterpappeln und Bergahorn. Die genannten Arten kommen seltener in der Stadt vor, weil dort die Bedingungen oft nicht ideal sind für sie. Auf der Zeughauswiese haben sie aber genügend Platz und bekommen auch kein Streusalz ab. Diese Laubbäume bieten einen breiten Lebensraum für Begleitpflanzen, Pilze, Insekten, Spinnen oder Vögel und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.
Auswertung des Vegetationsbestands
Mit Hilfe kantonaler LIDAR-Vermessungsdaten (Light Detection and Ranging, eine Technik bei der mit Laserlicht die Erdoberfläche abgetastet wird) werden der Baum- und Vegetationsbestand in der Stadt analysiert und Defizite lokalisiert. Auf diese Weise strebt Stadtgrün Winterthur im öffentlichen Raum oder durch Zusammenarbeit mit privaten Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern eine flächendeckendere Begrünung der Stadt an. Weitere Obstgärten und Baumhecken, welche die Landschaft strukturieren und verschönern und die Biodiversität steigern, entstehen im Kulturland rund um die Stadt.
Winti-Bäume
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Im Rahmen von Aufzuchtsverträgen mit Baumschulen lässt Stadtgrün Winterthur seit 2022 «Wintibäume» aus selbst gesammeltem oder regional eingekauftem Saatgut sowie Jungpflanzen heranziehen, um die Angepasstheit der Bäume an den Standort und vor allem die genetische Vielfalt der Stadtbäume zu verbessern. Die ersten fünf bis zehn Jahre verbringen die Jungbäume in der Baumschule. Dabei werden sie regelmässig umgepflanzt und geschnitten. Geachtet wird auf ein dichtes Wurzelwerk, einen geraden Stamm mit genügend Höhe und auf eine volle Baumkrone. Sind die jungen Bäume gross genug, werden sie an geeigneten Standorten in Winterthur gepflanzt.
Habitat-/Biotop-Bäume
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Muss ein bruchgefährdeter älterer Baum mit ökologisch wertvollen Eigenschaften wie Höhlen, Risse, Pilzbewuchs oder morschem Holz aus Sicherheitsgründen gefällt werden, kann der Stamm auf mehreren Metern Höhe gekappt und stehen gelassen werden – sofern vom stehengelassenen Stamm kein Schaden betreffend die Sicherheit von Fussgänger:innen und Verkehrsteilnehmenden zu erwarten ist. Dieser Stamm bleibt als «Biotopbaum» ein Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze.
Lebensraum für Flora und Fauna
Vögel wie Spechte, Meisen oder Eulen nutzen die Höhlen im Stamm als Brut- und Schlafplätze. Fledermäuse finden in Rindenspalten und Höhlungen sichere Quartiere. Insekten, insbesondere Käfer, Wildbienen und Schmetterlinge legen ihre Eier im morschen Holz ab und finden dort auch Nahrung. Kleinsäuger wie Siebenschläfer oder Mäuse nutzen die Strukturen als Unterschlupf. Moose, Flechten und Pilze besiedeln das Holz und tragen zur Zersetzung bei. Diese Organismen schaffen wiederum die Grundlage für weitere Lebensgemeinschaften.
Die vollständige Zersetzung eines Biotopbaums dauert je nach Baumart, Stammstärke, Standort und Witterung mehrere Jahrzehnte. Während dieser gesamten Zeit erfüllt der Baum wichtige ökologische Funktionen.
Mikrowälder

Ein Mikrowald ist ein kleiner, von Hand angelegter Wald im Siedlungsgebiet. Dabei werden verschiedene Arten von Waldbäumen und Sträuchern dicht beieinander gepflanzt. Die noch kleinen Bäume und Sträucher wachsen rasch und bilden so in kurzer Zeit einen dichten Lebensraum im Kleinformat für Insekten, Vögel und Kleintiere. Zudem reinigen Mikrowälder die Luft, speichern Regenwasser und kühlen die Umgebungstemperatur.
Um einen Mikrowald anzulegen, werden kleine Bäumchen (max. 1,5 Meter hoch) relativ dicht beieinander (zwei bis drei Bäume pro Quadratmeter) gepflanzt. Mit dieser dichten Bepflanzung stehen die Bäume untereinander in Konkurrenz. Dadurch wachsen sie schnell in die Höhe und bilden innert fünf bis zehn Jahren ein geschlossenes Kronendach. Dies soll eine natürliche Walddynamik imitieren.
Kleines Wäldchen mit grosser Wirkung
Für Insekten, Vögel und Kleinsäugetiere ist mit den unterschiedlichen Baum- und Straucharten ein vielseitiges Futter-, Nektar- und Pollenangebot vorhanden. Der Mikrowald und die umgebende Strauchschicht bieten zudem Deckung, Unterschlupf und Versteckmöglichkeiten.
Auch der Mensch profitiert von den Leistungen des Mikrowaldes. Die Bäume und Sträucher nehmen mit den Wurzeln Wasser auf und geben dieses über die Blätter langsam wieder an die Umgebung ab. So kühlen sie die Umgebungstemperatur. Zudem reinigen die Blätter die Luft von Schadstoffen.
Bei starken Niederschlägen speichert der Mikrowald das Wasser und lässt es langsamer abfliessen. So beugt er Überschwemmungen und Bodenerosion vor. Mikrowälder leisten also einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wassermanagement in der Stadt.
Standorte Mikrowälder
Die Pflanzung des ersten Mikrowaldes in der Grünanlage Brisiweg hat im Herbst 2024 stattgefunden. Diese Fläche ist 100 Quadratmeter gross. Ein zweiter Mikrowald ist im Frühling 2025 in der Allmend Grüzefeld gepflanzt worden. Mit einer Fläche von über 800 Quadratmetern ist dieser etwas grösser als jener in der Grünanlage Brisiweg.
Zusammenarbeit mit der AXA Schweiz und Stadtbus Winterthur
Die beiden Mikrowälder sind in Zusammenarbeit mit der AXA Schweiz entstanden. Im Rahmen ihres 150-Jahr-Jubiläums gibt die AXA der Stadt Winterthur, mit der sie als Unternehmen tief verwurzelt ist, etwas zurück. Zudem steht das Jubiläum im Zeichen der Biodiversitätsförderung. Daher schenkt die AXA der Stadt Winterthur zwei Mikrowälder, sowie begrünte Dächer von Buswartehallen. Die AXA unterstützt dieses Vorhaben finanziell. Die Stadt steuert im Gegenzug planerisches und fachliches Wissen bei.
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