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Zukunft der Gasversorgung

15.04.2020

Gas soll längerfristig erneuerbar sein und nur noch dort genutzt werden, wo es den grössten volkswirtschaftlichen Nutzen bringt. Das Gasnetz soll deshalb mittel- bis langfristig entsprechend verkleinert werden und dereinst nur noch erneuerbares Gas durchleiten. Dies teilt der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat in seiner Antwort auf ein entsprechendes Postulat mit und kündet zusätzliche Massnahmen an.

Gas soll längerfristig erneuerbar sein und nur noch dort genutzt werden, wo es den grössten volkswirtschaftlichen Nutzen bringt. Das Gasnetz soll deshalb mittel- bis langfristig entsprechend verkleinert werden und dereinst nur noch erneuerbares Gas durchleiten. Dies teilt der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat in seiner Antwort auf ein entsprechendes Postulat mit und kündet zusätzliche Massnahmen an.

Die fossilen Energiequellen geraten angesichts der Klimapolitik zusehends unter Druck. Dies ist auch Kernthema des Postulats «Langfristiger Ausstieg aus der fossilen Erdgasversorgung». In seiner Antwort auf das Postulat betont der Winterthurer Stadtrat, wie wichtig die Umstellung auf erneuerbare Energien ist. Aus seiner Sicht kann erneuerbares Gas künftig eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen. Daher soll nicht ein Ausstieg, sondern ein Einsatz des Energieträgers Gas zum grössten energiepolitischen, ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen angestrebt werden.

Zielgerichteter Rückzug

Winterthur besitzt mit dem Energieplan ein wirksames Instrument, um die Energieversorgung wirtschaftlich und ökologisch so effizient wie möglich zu gestalten. In den Prioritätsgebieten P1, P2 gemäss Energieplan sowie im Eignungsgebiet E3 ist der Rückzug der Erdgasversorgung bis 2030 vorgesehen (siehe Box unten). Entscheidend für eine Umstellung auf erneuerbare Energien sind zwei Kriterien: die Verfügbarkeit von alternativen Energiequellen sowie der Investitionsschutz. Bei letzterem werden die Investitionen der Kundschaft wie auch die der bestehenden Infrastruktur (Gasversorgung) berücksichtigt. Der Gasrückzug soll gemäss Energieplan mit genügend langen Umstellfristen weitergeführt werden, betont der Stadtrat.

Neben den bisherigen laufenden Massnahmen kündet der Stadtrat in der Postulatsantwort zusätzliche Massnahmen an. So wird Stadtwerk Winterthur ab sofort darauf verzichten, neue Gasanschlüsse zu verkaufen. Ausgenommen von dieser Regelung ist Prozessgas für Industrie und Gewerbe sowie die Spitzenabdeckung für ökologisch vorteilhafte Quartierwärmeverbünde. Zudem sollen in Ausnahmefällen Anschlüsse von älteren Liegenschaften an das Gasnetz möglich sein, die mit einem Wechsel von Öl auf Gas 25 Prozent der CO2-Emissionen einsparen. Ausserdem soll geprüft werden, ob die Kosten für die Abtrennung von Liegenschaften vom Gasnetz künftig von der Gasversorgung getragen werden können.

Der Rückbau des über die vergangenen 160 Jahre auf- und ausgebauten Gasnetzes ist ein komplexes Vorhaben. Dabei sind Aspekte der Versorgungssicherheit für die nach und nach weniger werdenden Gasbezüger, Investitionsschutz sowie der städtische Finanzhaushalt gleichermassen zu berücksichtigen. Das Departement Technische Betriebe ist beauftragt worden, eine Strategie zur mittel- und langfristigen Zukunft der Gasversorgung zu erarbeiten.

Die vollständige Antwort des Stadtrats ist zu finden unter gemeinderat.winterthur.ch

Energieplan

Der kommunale Energieplan  legt Massnahmen zur Erreichung einer zukunftsgerichteten Energieversorgung fest. Er ist ein Planungsinstrument zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Stadt Winterthur. Durch die Festlegung von Prioritäts- und Eignungsgebieten (P respektive E) mit entsprechenden Umsetzungsmassnahmen wird die räumliche Koordination der künftigen Wärmeversorgung (und Kälteversorgung) vorgenommen.

Der Inhalt des kommunalen Energieplans wurde am 30. Januar 2013 vom Stadtrat beschlossen, am 26. August 2013 vom Grossen Gemeinderat festgesetzt und am 21. November 2013 von der Baudirektion des Kantons Zürich genehmigt.

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