Was gehört in den kostenlosen Neophytensack?
Invasive Neophyten verdrängen einheimische Pflanzen, beschädigen Infrastrukturbauten wie Bahndämme, Strassen oder Uferbefestigungen und können sogar die Gesundheit gefährden. Deshalb ist es nötig, ihre Weiterverbreitung einzudämmen, auch in Privatgärten. Auf neophytensack.ch finden sich alle Informationen zur Artbestimmung exotischer Problempflanzen sowie zur fachgerechten Entsorgung in kostenlosen Neophytenabfallsäcken.
Invasive Neophyten verbreiten sich in unseren Breitengraden besonders gut. Je nach Pflanze sind unterschiedliche Teile fortpflanzungsfähig. In den Neophytensack gehören alle Pflanzenteile, aus denen neue Pflanzen entstehen können – also alle fortpflanzungsfähigen Teile. Beim Sommerflieder sind das zum Beispiel verblühte Blüten und Samenstände. Beim Kirschlorbeer können auch Wurzelstücke oder Früchte neue Pflanzen bilden. Das übrige Pflanzenmaterial von Sommerflieder und Kirschlorbeer darf über die Grünabfuhr entsorgt werden.
Bei krautigen Arten wie dem Einjährigen Berufkraut oder dem Schmalblättrigen Greiskraut sind die Samen und Wurzeln fortpflanzungsfähig. Aus praktischen Gründen wird jedoch die ganze Pflanze im Neophytensack entsorgt. Kürzlich sind Medienberichte über eine Studie erschienen, welche das Einjährige Berufkraut als unschädlich für die Biodiversität bezeichneten. InfoFlora, die nationale Fachstelle für die Schweizer Flora, widerspricht dieser Einschätzung deutlich und hält an der bisherigen Einstufung des Einjährigen Berufkrauts als invasive Neophytenart fest. Stadtgrün Winterthur folgt dieser Einstufung von InfoFlora und empfiehlt, das Einjährige Berufkraut zu entfernen.
Korrekte Entsorgung
Die korrekte Entsorgung ist zentral, um die Verbreitung invasiver Arten zu bremsen. Die Stadt Winterthur stellt dafür den kostenlosen, transparenten 60-Liter-Neophytensack zur Verfügung. Der Neophytensack ist ein Gratis-Abfallsack, speziell für invasive Neophyten, für die diversen Mitglieder und Verbandsgemeinden der Kantone ZH, SG, TG und SH. Die mit exotischen Problempflanzen gefüllten Säcke nimmt in Winterthur die Kehrichttour mit. Die Säcke werden in der Kehrichtverwertungsanlage bei hohen Temperaturen verbrannt. So wird die Weiterverbreitung der invasiven Pflanzen wirksam verhindert. Invasive gebietsfremde Arten gehören laut einer Studie der Universität Zürich und des Wasserforschungsinstituts Eawag zu den fünf grössten Treibern des Biodiversitätsverlustes.
Bezugsorte des kostenlosen Neophytensacks
Am Empfang der Stadtverwaltung im Superblock, bei ZVV Contact im Hauptbahnhof, am Empfang von Stadtwerk, beim Werkhof Scheidegg (KVA), beim Maag Recyclinghof, im Shop des Naturmuseums Winterthur (ohne Eintritt zugänglich) oder bei der Kompogas AG.
Informationen rund um Artenbestimmung und Entsorgung: neophytensack.ch




