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Stadtrat will Armut mit Bildung begegnen

29.01.2026
Die Stadt Winterthur hat eine Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen erarbeitet. Diese zeigt auf, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht, setzt Ziele und nennt 14 Massnahmen. Die Erarbeitung einer Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen ist Teil des stadträtlichen Legislaturprogramms 2022–2026.

Die Stadt Winterthur hat eine Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen erarbeitet. Diese zeigt auf, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht, setzt Ziele und nennt 14 Massnahmen. Die Erarbeitung einer Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen ist Teil des stadträtlichen Legislaturprogramms 2022–2026.

Personen, die keinen Lehrabschluss haben, sind häufiger auf Sozialhilfe angewiesen und von Armut betroffen. Die Stadt Winterthur möchte diese Menschen gemäss dem Grundsatz «Arbeit dank Bildung» unterstützen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, berufliche Qualifikationen zu erlangen und fehlende Grundkompetenzen nachzuholen. Dazu gehören Lesen, Schreiben, Rechnen, mündliche Ausdrucksfähigkeit in deutscher Sprache und die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Das Schliessen der Bildungslücken erhöht die Chancen der Betroffenen, eine Stelle zu finden oder ihre Stelle auch in einem anspruchsvoller werdenden Arbeitsumfeld zu behalten.

Die Stadt hat deshalb gemeinsam mit Partner:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft eine Bildungsstrategie erarbeitet. Die Strategie umfasst drei Schritte: Zuerst geht es darum, geringqualifizierte Personen zu erreichen, um dann ihren Bildungsbedarf abzuklären, sie zu beraten und so schliesslich Bildung zu ermöglichen. Die Basis dafür sind die Vernetzung und Koordination der beteiligten Stellen und geeignete Angebote.

Abbildung der Bildunsstrategie: 1. Ziel: Vernetzung, Koordination und Angebote, Zweites Ziel: Personen erreichen, Drittes Ziel: Bildungsbedarf abklären und beraten, Viertes Ziel: Bildung ermöglichen
Bild Legende:

Ist-Situation, Umfeld und Trends in Winterthur wurden analysiert

Für die Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen wurde eine umfassende externe Analyse der Situation in Winterthur durchgeführt. Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

  • Winterthur hat mit 15 Prozent einen vergleichsweise hohen Anteil von Personen zwischen 20 und 64 Jahren ohne Lehrabschluss oder Maturität (rund 11'000 Personen).
  • Auch in Zukunft wird es in Winterthur in den Dienstleistungsbranchen, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Verkehr und in der Lagerei Arbeitsstellen für Personen mit wenig Qualifikation geben. Aber auch dort steigen die Anforderungen, insbesondere im digitalen Bereich.
  • In Winterthur gibt es schon eine breite Palette an Bildungsangeboten. Allerdings nehmen die betroffenen Personen diese aus Gründen wie Scham, mangelnde Lese-/ Sprachkenntnisse, keine Kenntnisse des Bildungssystems oder fehlende finanzielle Mittel nicht in Anspruch.

Investitionen in die Bildung lohnen sich auch bei Erwachsenen

Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss sind eine grosse Bevölkerungsgruppe in Winterthur. Damit sie auch in Zukunft eine Stelle finden respektive ihre Stelle behalten können, müssen sie gewisse Fähigkeiten (Sprache, IKT usw.) mitbringen. Die Investition in ihre (Weiter-)Bildung lohnt sich: für eine nachhaltige Integration der Betroffenen, für den Arbeitsmarkt und mit Blick auf die Reduktion des Risikos für Sozialhilfebezug sowie des Armutsrisikos generell.

Die Förderung dieser Personen, insbesondere jener ausserhalb der Sozialhilfe, ist eine Netzwerkaufgabe, zu der viele beitragen: private, kirchliche, kantonale, städtische Fach- und Beratungsstellen sowie Leistungserbringende, Arbeitgebende, Vereine etc. Das bestehende Netzwerk soll verstärkt werden. Besondere Anstrengungen sind nötig, um geringqualifizierte Personen zu erreichen und sie in ihrem Integrationsprozess zu begleiten.

Die Entwicklung und Erarbeitung der Strategie ist ein Gemeinschaftswerk aller Beteiligten. Sie werden auch bei der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen. Die Umsetzungsplanung soll im Sommer 2026 vorliegen.

Umsetzung eines Legislaturschwerpunkts

Um die Gleichstellung und Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zu fördern, beschloss der Stadtrat mit dem Legislaturprogramm 2022–2026, eine Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen zu erarbeiten. Das Postulat «Arbeit dank Bildung» und die Motion «Arbeitsmarktstipendien» des Winterthurer Stadtparlaments zielen in die gleiche Richtung.

Download Bildungsstrategie

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Typ Titel
20260129 Bildungsstrategie Stadt Winterthur

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