Schul- und Betreuungsraumplanung 2025/26 weist Raumknappheit auf Sekundarstufe aus
Die Schul- und Betreuungsraumplanung 2025/26 verzeichnet eine leichte Veränderung zur bisherigen Entwicklung der seit 2003 laufenden Schulraumplanung Winterthur. Der Schulraumbedarf verschiebt sich von der Primar- zur Sekundarstufe. Wie in den vorherigen Studien zeigt auch der aktuelle Bericht eine weitere Zunahme an Schüler:innen sowie Klassenzahlen, jedoch in einem nicht mehr ganz so grossen Ausmass. Bis zum Schuljahr 2040/41 muss gegenüber heute mit einer Zunahme von 877 Schulkindern und 34 zusätzlichen Klassen gerechnet werden. Die Zunahme fällt vor allem in den älteren Jahrgängen der Sekundarstufe an.
Das Bevölkerungswachstum in der Stadt Winterthur verlangsamt sich in den kommenden Jahren. Dies hat auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Schüler:innen-Zahlen. Die aktuellen Daten zeigen auf, dass die Stadt Winterthur weiterhin sowohl bezüglich der Bevölkerungszahl als auch bezüglich der Anzahl Schüler:innen wächst, aber nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit angenommen.
Der neuste Bericht der beauftragten Firma Eckhaus AG, «Strategische Szenarien Schüler:innen, Klassen und Schulergänzende Betreuung, Schuljahr 2025/26, Volksschule Winterthur», zeigt eine Abflachung des Wachstums in den kommenden Jahren auf. Erst ab dem Jahr 2035 kommt es wieder zu einer stärkeren Zunahme. Aktuell werden in Winterthur 12’557 Schüler:innen in insgesamt 639 Klassen – davon 131 Kindergarten-, 353 Primar-, 155 Sekundarklassen – unterrichtet. Bis zum Schuljahr 2040/41 ist mit 673 Klassen (Zunahme plus 34 Klassen) und 13'434 Schüler:innen (Zunahme 877 Schüler:innen) zu rechnen.
Gegenüber der letzten Datenauswertung ist das ein geringeres Wachstum. Dieses verlangsamte Wachstum ergibt sich insbesondere aus dem Rückgang der Wohnbautätigkeit und der Anzahl Geburten in den letzten drei Jahren.
Bei der Planung für das Bereitstellen von genügend Schul- und Betreuungsraum spielen aber nicht nur das Bevölkerungs- und Geburtenwachstum eine wichtige Rolle, sondern auch die stetig wachsende Nachfrage nach schulergänzenden Betreuungsplätzen. An den Tagen mit der maximalen Nachfrage werden aktuell 31 Prozent der Kindergarten- und Schulkinder am Mittag und 19 Prozent am Nachmittag betreut und verpflegt. Dies sind 3151 Plätze über das ganze Stadtgebiet. Laut den neusten strategischen Szenarien von Eckhaus ist damit zu rechnen, dass die Betreuungsquote in der Betrachtungsperiode auf rund 49 Prozent am meistbesuchten Mittag und 29 Prozent am meistbesuchten Nachmittag ansteigen wird. Dies bedingt neben Mehrfachnutzungskonzepten von Schulraum auch weitere Raumbereitstellungen, um die Nachfrage komplett decken zu können.
Entwicklung zieht Projektänderungen nach sich
Die veränderte Entwicklung der Anzahl Schüler:innen sowie die lokalen Wachstumsunterschiede der verschiedenen Stadtgebiete führen teilweise zu Anpassungen an laufenden Investitionsprojekten für Schulbauten. Insbesondere gilt es, die Raumprogramme und somit die Projektgrössen zu redimensionieren.
In diesem Zuge hat der Stadtrat folgende Anpassungen beschlossen:
- Das Projekt zur Erweiterung der Schulanlage Laubegg in Dättnau wird gestoppt.
- Das Bauprojekt zur Gesamtrenovation des Schulhauses Steinacker in Seen-Dorf wird überarbeitet: Das Projekt soll neu eine Kapazitätserweiterung für 5 zusätzliche Klassen statt der ursprünglich vorgesehenen 7 umfassen.
- Am Neubauprojekt des Schulhauses Aussenwachten in Sennhof-Aussenwachten wird festgehalten. Das Raumprogramm für die neue Schulanlage mit Sporthalle und Fläche für schulergänzende Betreuung soll auf 6 Klassen halbiert werden.
- Ein neues Projekt wird für die Schulanlage Hegi-Dorf vorgesehen: Um den notwendigen Schulraum ab dem Schuljahr 2031/32 abzudecken, wird ein Holzmodulbau projektiert.
So soll das Ziel des Stadtrates im Einklang mit der Immobilienstrategie Schule 2025 erfüllt werden, den benötigten Schul- und Betreuungsraum am richtigen Ort, zur richtigen Zeit zu optimalen Kosten bereitzustellen.
Die notwendigen Nachtragskredite für die weitere Projektierung werden den zuständigen Gremien zur Genehmigung vorgelegt, und in der Investitionsplanung wird die entsprechende zeitliche Verschiebung der Umsetzung aufgenommen.
Alle weiteren Hochbauprojekte des Departements Schule und Sport in der Investitionsplanung werden ohne Anpassung fortgesetzt.




