Rehsichere Umzäunung für den Friedhof Rosenberg
Die Einzäunung des Friedhofs Rosenberg und insbesondere die Zugänge sollen rehsicherer werden. Der Stadtrat hat für automatische Tore und Verbesserungen an der Einfriedung einen Verpflichtungskredit von 100'000 Franken genehmigt.
Das direkt an den Lindbergwald angrenzende, ruhige und hundefreie Friedhofsareal Rosenberg mit einem üppigen Nahrungsangebot an Zierpflanzen, Grabbepflanzungen und frischem Grabschmuck ist ein äusserst beliebter Lebensraum für das Rehwild. Der Wildverbiss an Zierpflanzen und Grabschmuck führt allerdings zu erheblichen Schäden und zu Reklamationen von Hinterbliebenen. Die Friedhofsmitarbeitenden haben diverse tierschonende Vergrämungsmittel ausprobiert, von denen aber keines zu einem bleibenden Erfolg geführt hat. Mit automatisch sich schliessenden Toren werden daher nun die noch offenen Zugangswege zum Friedhof geschlossen, um die Rehe vom eingezäunten Areal fernzuhalten. Geplant ist, den Friedhof Rosenberg bis Mitte September so weit als möglich eingezäunt zu haben. Anschliessend werden die sich auf dem Areal befindenden Rehe schonend in den Lindbergwald zurückgetrieben.
Der Verpflichtungskredit von 100'000 Franken umfasst die Montage von drei neuen Toren im Bereich der Werkgebäude, deren Türen sich nach Benutzung automatisch schliessen, sowie die Automatisierung des grossen, historischen Haupttors beim Eingang. Beim Haupttor muss die Automatisierungstechnik im Boden versenkt werden. Die Toröffnung wird mittels eines an einem Pfosten angebrachten Knopfes ausgelöst. Weiter wird die Einfriedung des Friedhofs an einigen Stellen verbessert. Neben den technischen Massnahmen ist das Verhalten der Friedhofbesuchenden entscheidend. Die mit Federn ausgestatteten Türen auf der Waldseite des Friedhofs müssen nach Benutzung unbedingt geschlossen bleiben und dürfen nicht blockiert werden.
Trotz aller Massnahmen ist es wahrscheinlich, dass einzelne Tiere auf den Friedhof zurückkehren werden. Dazu reichen den schlanken Tieren bereits kleinste unbemerkte Lücken im Zaun oder eine offengelassene Türe. Das Ziel von Stadtgrün Winterthur ist es denn auch, unter dem Arbeitstitel «Lebensraum Friedhof» ein gutes und vertretbares Gleichgewicht zwischen natürlicher Fauna und Flora und den Bedürfnissen der Menschen, insbesondere der trauernden Hinterbliebenen, aufrecht zu erhalten. Sollte der Rehwildbestand auf dem Friedhof mittelfristig wieder zu stark ansteigen, würden die Tiere mit einer erneuten Aktion in den Wald zurückgetrieben.




