Münzkabinett und Antikensammlung werden in «light-Form» weitergeführt
Die Stadt Winterthur sichert die Zukunft ihres Münzkabinetts: Mit einer neuen Rechtsverordnung wird das Museum in eine sogenannte «light-Form» überführt. Im Zentrum stehen künftig Vermittlung, Digitalisierung und wissenschaftliche Kooperation – der klassische Ausstellungsbetrieb wird gezielt reduziert.
Der Stadtrat setzt damit einen Auftrag des Stadtparlaments um. Dieses hatte im März 2024 eine Motion zum Münzkabinett für erheblich erklärt und den Stadtrat beauftragt, rechtliche Grundlagen für eine Neuausrichtung des Münzkabinetts in einer «light-Form» zu schaffen. Mit der nun vorliegenden Umsetzungsvorlage erfüllt der Stadtrat diesen Auftrag fristgerecht. Die Motion kann damit als erledigt abgeschrieben werden.
Qualität im Fokus – bei klarem Kostendach
Die neue Verordnung sichert den Weiterbetrieb des Münzkabinetts und der Antikensammlung innerhalb der städtischen Strukturen. Das neue Konzept des Museums wird nun rechtlich verankert und inhaltlich geschärft. Der Betrieb orientiert sich an einem definierten Kostendach. Durch eine gezielte Priorisierung der Aufgaben und den verstärkten Einbezug von Drittmitteln kann der Auftrag des Münzkabinetts nachhaltig erfüllt werden.
Inhaltliche Neuausrichtung mit Zukunftsperspektive
Das «Light-Modell» setzt auf Konzentration und Wirkung. Der Ausstellungsbetrieb wird gestrafft und langfristiger geplant, Ausstellungen entstehen vermehrt in Kooperation mit Partnerinstitutionen. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Formate, die aktive Beteiligung an Forschungsprojekten und sogenannte Outreach-Programme. Dabei geht das Museum mit seinen Angeboten aktiv zu den Menschen hinaus, um auch jene zu erreichen, die sonst kaum oder nie ins Museum kommen. So bleibt das Münzkabinett langfristig ein lebendiger Ort der Vermittlung und des Wissens. Gleichzeitig stärkt das Haus seine Funktion als Kompetenzzentrum für Geldgeschichte und Numismatik. Es ist nicht nur juristischer Sitz des «International Numismatic Council» (INC), sondern auch Teil eines weltweiten wissenschaftlichen Netzwerks.
Wissenschaftlich relevant, kulturell verankert
Trotz der Konzentration auf eine «light-Form» bleibt die Bedeutung des Münzkabinetts für die Winterthurer Kulturlandschaft und für die internationale Forschung erhalten. Neue Vermittlungsformate, digitale Zugänge und starke Kooperationen schaffen zeitgemässe Schnittstellen zur Öffentlichkeit. Das Münzkabinett bleibt damit eine eigenständige Institution mit Ausstrahlung weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Weisung an das Stadtparlament: parlament.winterthur.ch
Münzkabinett Winterthur und AntikensammlungDas Münzkabinett Winterthur widmet sich der Kulturgeschichte des Geldes. Das Museum ist Bildungs-, Vermittlungs- und Forschungsinstitution in einem und beherbergt mit seinen Sammlungen das wertvollste Kulturgut im Eigentum der Stadt Winterthur. Das Museum ist juristischer Sitz der internationalen Dachorganisation der wissenschafltichen Numismatik (INC) und ist eingebettet in ein internationales Netzwerk von 60 Partnern. Wechselnde Ausstellungen beleuchten verschiedene Aspekte der Geld- und Münzgeschichte und stellen die Kleinstobjekte in ihren historischen und sozialen Kontext. Mit einem regelmässigen Angebot an Führungen und Veranstaltungen, Kooperationen mit anderen Institutionen sowie verschiedenen Workshops spricht das Münzkabinett zahlreiche Alters- und Bevölkerungsgruppen an. Wissenschaftler:innen aus aller Welt finden im Museum reichen Stoff für ihre Forschungen.https://stadt.winterthur.ch/muenzkabinett |




