Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention: Orientierung in bewegten Zeiten
Die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention (FSEG) führt immer mehr Beratungen durch. Dies zeigt der Tätigkeitsbericht über die Jahre 2024 und 2025, der nun vorliegt. Neu beschäftigen die Fachstelle auch Fragen rund um problematische Männlichkeitsbilder.
Die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention konnte ihre Bekanntheit weiter steigern. Ihre Leistungen werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen. So führte die FSEG in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 111 Beratungen rund um Radikalisierung, Extremismus und Gewalt. Diese Zahl stieg in den letzten Jahren stetig: 2022 waren es noch 41 Beratungen, 2025 bereits 58. Nach wie vor stammt der grösste Teil der Anfragen von Menschen, die sich über Verhaltensweisen einer Person Sorgen machten und eine Radikalisierung befürchteten – in insgesamt 80 der 111 Fälle. 2025 bestanden in insgesamt 13 Fällen Hinweise auf eine Gewaltbereitschaft oder Selbstgefährdung, so dass die Stadtpolizei einbezogen wurde. Das sind mehr Fälle als in den Vorjahren.
Die FSEG kümmert sich primär um Anfragen aus der Stadt Winterthur (88 Fälle), aber sie berät auch Personen aus dem Kanton Zürich (20) oder von ausserhalb (3). Ihr Wissen vermittelt sie regelmässig in Workshops, Referaten und Projekten. In den Jahren 2024 und 2025 war das insgesamt 74-mal der Fall.
Themen von Männlichkeit bis zu Ramadan im Unterricht
Die Fachstelle setzt sich regelmässig mit neuen Phänomenen von Gewalt und Extremismus auseinander und entwickelt neue Angebote. Aktuell beschäftigt sie sich mit Fragen rund um problematische Männlichkeitsbilder und rückt digitale Radikalisierungsräume stärker in den Fokus. Auf Anregung aus dem Schulkontext entwickelte die FSEG beispielsweise einen Workshop für Jugendliche zu geschlechtsbezogener Gewalt und Männlichkeitsvorstellungen, zudem beteiligt sie sich an der Beratungsplattform «Vorsicht Manosphere!» der Fachstelle männer.ch.
2024 erhielt die FSEG vermehrt Anfragen von Lehrpersonen zum Fastenmonat Ramadan und der gelebten Religion im Schulalltag. In Zusammenarbeit mit dem Departement Schule und Sport entwickelte die FSEG daraufhin eine Informationsveranstaltung für Lehrpersonen zum Thema «Ramadan im Unterricht». Unterstützt wurde sie dabei von der Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich VIOZ.
Die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention FSEGDie FSEG wurde 2016 als eine der ersten Fachstellen zu diesem Thema in der Schweiz geschaffen. Als niederschwellige Anlaufstelle berät sie verschiedene Zielgruppen bei Fragen rund um Gewaltprävention, Radikalisierung und Extremismus. Die Fachstelle baut zudem Fachwissen zum Thema auf, vernetzt die relevanten Stellen innerhalb der Stadtverwaltung und sensibilisiert die Bevölkerung. |
Der Tätigkeitsbericht kann unter stadt.winterthur.ch heruntergeladen werden.




