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Das Antlitz des Fremden - neue Ausstellung im Münzkabinett der Stadt Winterthur

04.05.2016

Wie kaum ein anderes Volk symbolisieren die Hunnen im kollektiven Gedächtnis der westlichen und der östlichen Welt die Bedrohung durch Wanderbewegungen nomadischer Völkerschaften aus dem asiatischen Steppenraum. Das Münzkabinett Winterthur eröffnet am 13. Mai eine neue Ausstellung, die dieses Bild in einen vielschichtigen kulturellen Kontext stellt und damit öffnet. Münzen sind dabei die wichtigsten Zeitzeugen.

Bild Legende:

Wie kaum ein anderes Volk symbolisieren die Hunnen im kollektiven Gedächtnis der westlichen und der östlichen Welt die Bedrohung durch Wanderbewegungen nomadischer Völkerschaften aus dem asiatischen Steppenraum. Das Münzkabinett Winterthur eröffnet am 13. Mai eine neue Ausstellung, die dieses Bild in einen vielschichtigen kulturellen Kontext stellt und damit öffnet. Münzen sind dabei die wichtigsten Zeitzeugen.

Unter «Hunnen» werden im Laufe der Zeit verschiedene Gruppierungen verstanden, von jenen Völkerschaften, zu deren Abwehr die Chinesische Mauer erbaut wurde, bis zu den Reiterverbänden, die unter der Führung Attilas in der Mitte des 5. Jahrhunderts Europa verheerten. Als «Attila, der Hunnenkönig» hat dieser als barbarischer Fürst sogar Eingang in den populären Kanon der Filmfiguren genommen – und damit ein Bild der Hunnen zementiert, das ihrer Kultur nicht gerecht zu werden vermag.

Die neue Ausstellung im Münzkabinett der Stadt Winterthur lenkt den Fokus auf Gebiete in Zentralasien und Nordindien. Dort entfalteten die iranischen Hunnen und ihre türkischen Nachfolger eine wesentlich stärkere Wirkung als in Europa: Ab der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts setzten sie sich nördlich und südlich des Hindukusch fest und prägten die Kultur und Geschichte der Region. Sie bildeten eine eigentümliche Mischkultur aus, die griechische, sasanidische und indische Elemente miteinander verband, auch in religiöser Hinsicht. Die Münzprägung der Hunnen in Zentralasien ist das wichtigste Zeugnis dieser Epoche.

Unter dem Titel «Das Antlitz des Fremden – Münzen der Hunnen und Westtürken in Zentralasien» zeigt das Münzkabinett Winterthur Münzen, die zwischen 400 und 800 in verschiedenen Münzstätten Zentralasiens geprägt wurden, greift aber auch die Wechselwirkung von kriegerischer Expansion, Kulturvermischung und Migration auf. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums Wien und vereinigt Exponate des Historischen Museums Bern, des Münzkabinetts Wien sowie einer bedeutenden Schweizer Privatsammlung.

Vernissage: Freitag, 13. Mai 2015, 18.30 Uhr (Eintritt frei)

Dauer der Ausstellung: bis 9. April 2017

Ort: Münzkabinett der Stadt Winterthur, Villa Bühler, Lindstrasse 8, 8400 Winterthur

Eintritt: 5.- / 3.- Franken

Weitere Veranstaltungen:

Dienstag, 17. Mai, 18.30–19.00 Uhr / Museum am Abend

Attilas Vettern − Die Hunnen in Zentralasien

Führung mit Benedikt Zäch

Samstag, 4. Juni, 16.00–17.00 Uhr / Museum am Samstag

Tradition und Innovation - wie die Hunnen zu den Münzen kamen

Führung mit Christian Schinzel

Dienstag, 21. Juni, 18.30–19.00 Uhr / Museum am Abend

Sieger und Besiegte - die Hephtaliten in Baktrien

Führung mit Vanessa Metz

Di, 12. Juli, 18.30–19.00 Uhr / Museum am Abend

Kulturvermischung am Hindukusch in hunnischer Zeit

Führung mit Benedikt Zäch

Sonntag, 3. Juli, 10.30 – 12.00 Uhr

Moderne Antike

Museumskonzert mit Conrad Steinmann

Bildlegenden

Münze 1

Die Drachme (Silber) zeigt auf der Vorderseite das Portrait eines unbekannten Nezak-Königs (Ende 5. / Anfang 6. Jh.), mit geflügelter Stierkopfkrone. Auf der Rückseite ist ein Feueraltar mit zwei Assistenzfiguren zu sehen.

Das Exponat ist im Besitz des Münzkabinetts der Stadt Winterthur.

Münze 2

Ein Dinar (Gold) des hunnischen Stammes der Kidariten. Die Vorderseite zeigt ein König in Rüstung vor einem Altar opfernd, rechts davon das Tamgha, das Stammeszeichen der Kidariten.

Auf der Rückseite die Gottheit Oesho, vor einem Bullen stehend. Die Münze ist im Besitz des Münzkabinetts der Stadt Winterthur.

Weitere Informationen.

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