Antrag für Baukredit von 16 Millionen Franken für Wärmenetz nach Oberwinterthur
Der Stadtrat plant den nächsten Meilenstein der städtischen Wärmeversorgung. Für die Grunderschliessung von Oberwinterthur beantragt der Stadtrat beim Stadtparlament einen Verpflichtungskredit von 16,06 Millionen Franken.
Der Stadtrat will den Ausbau des städtischen Wärmenetzes gemäss kommunalem Energieplan sowie Masterplan vorantreiben. Der nächste Ausbauschritt soll vom Fernwärmenetz in Neuhegi in das Wärmeversorgungsgebiet Oberwinterthur führen (V10 gemäss Energieplan, siehe Plan). Im vorliegenden Bauprojekt ist die Grunderschliessung von Oberwinterthur mit einer Hauptversorgungsleitung vorgesehen. Ausserdem werden im gleichen Zug das Schulhaus Guggenbühl sowie erste private Liegenschaften angeschlossen. Eine mögliche künftige Nutzung der Abwärme des Rechenzentrums in Neuhegi wird zudem vorbereitet: Die Wärmeinfrastruktur wird so gebaut, dass die Abwärme des Rechenzentrums künftig eingespeist werden kann. Das vorliegende Bauprojekt erschliesst somit ein neues Gebiet mit Wärme und bereitet weitere Ausbauschritte vor.
Der dem Parlament vorgelegte Baukredit beträgt 16,06 Mio. Franken. Der Stadtrat will das städtische Wärmenetz möglichst rasch ausbauen. Deshalb wird die Submission für die Planungsfirmen parallel zum Bewilligungsprozess durchgeführt. Dies mit dem Vorbehalt, dass das Parlament den Kredit bewilligt. Sobald die Bewilligung vorliegt, kann das Bauprojekt beginnen. Der Baustart ist für Anfang 2027 geplant.
Grunderschliessung von Oberwinterthur ermöglicht weiteren Ausbau
Nach der Grunderschliessung von Oberwinterthur sind weitere Ausbauschritte geplant. In einem zweiten späteren Bauprojekt soll die Hauptversorgungsleitung bis zur Holzschnitzelheizzentrale Zinzikon verlängert werden. Der Quartierwärmeverbund (QWV) Zinzikon wird mit dem Netz verbunden und ein weiteres Gebiet in Oberwinterthur, Guggenbühl (V17 gemäss Energieplan), wird erschlossen. Der QWV Zinzikon und das Gebiet Guggenbühl werden dann im Sommer mit Abwärme der KVA versorgt. Im Winter, wenn der Wärmebedarf höher ist und die Abwärme der KVA nicht ausreicht, sorgt die bestehende Holzschnitzel-Heizzentrale Zinzikon für den fehlenden Anteil der Wärme. Dies entspricht der Strategie des Masterplans (siehe Kasten).
Schlüsselrolle erneuerbare Gebäudewärme
Erneuerbare Gebäudewärme ist einer der wirksamsten Hebel, um den CO2-Ausstoss im Gebäudebereich zu senken. Mit dem vorliegenden Bauprojekt können diverse Liegenschaften in Oberwinterthur mit Abwärme der KVA versorgt werden. Ausserdem kann die jetzige Gasheizung des Schulhauses Guggenbühl nach Ablauf ihrer Lebensdauer durch ein erneuerbares Heizsystem ersetzt werden. Dies steht im Einklang mit dem Ziel der Stadtverwaltung, bis 2035 Netto Null Tonnen CO2-Ausstoss zu erreichen. Die Einsparung von CO2 beträgt beim vorliegenden Bauprojekt insgesamt jährlich bis zu 2500 Tonnen CO2. Mit den weiteren Ausbauschritten liegt die berechnete CO2-Einsparung bei 4300 Tonnen CO2 pro Jahr.
Zitat zur Verwendung:
«Mit diesem Bauprojekt wächst das städtische Wärmenetz weiter. Dies auch zu unserem Vorteil, denn wir schliessen auch das Schulhaus Guggenbühl an und kommen so dem Ziel Netto Null für die Stadtverwaltung bis im Jahr 2035 näher».
Stadtrat Stefan Fritschi, Vorsteher Departement Technische Betriebe
Weisung an das Stadtparlament: parlament.winterthur.ch
Ausbau städtisches Wärmenetz gemäss MasterplanDer kommunale Energieplan zeigt auf, in welchem Gebiet künftig mit welchem Energieträger am sinnvollsten geheizt wird. Er ist ein Planungsinstrument zur Umsetzung der energiepolitischen Ziele der Stadt Winterthur. Die Gebiete im Energieplan werden in P-, V- und E-Gebiete unterteilt. P-Gebiete sind Prioritätsgebiete mit vorhandenen Wärmenetzen. V-Gebiete sind «vorgesehene Wärmeversorgungsgebiete», in denen bei genügender Wirtschaftlichkeit Wärmenetze gebaut werden können. E-Gebiete sind Eignungsgebiete ohne geplante Wärmenetze, in denen individuelle Heizlösungen zum Zug kommen. Im Masterplan wird der kommunale Energieplan auf Machbarkeit überprüft und konkretisiert. Der Masterplan zeigt, welche Gebiete mit welcher Priorität durch städtische Wärmenetze erschlossen werden sollen und was dies ungefähr kostet. Der Winterthurer Stadtrat hat aufgrund des Masterplans Prioritäten gesetzt (Medienmitteilung vom 29. Oktober 2024). Durch Verbinden der Netze kann die vorhandene erneuerbare Wärme effizienter genutzt werden. Das Ziel ist, im Sommer die Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage für den Wärmebedarf zu brauchen und Holz im Winter als Unterstützung zu nutzen. |




