Thomas Rutherfoord
Über die Werke

Obwohl neben den subtilen Farbabstufungen der geometrische Aufbau der Arbeit hervorsticht, sieht Rutherfoord keine Nähe zur Konkreten Kunst. Im Gegenteil, deren geistiger Überbau ist ihm eher fremd, seine Werke entstehen rein aus seiner persönlichen Empfindung. Es ist ein langer, suchender, tastender Malprozess, in dem häufig Sachen wieder verworfen oder übermalt werden. Zu seinen grossformatigen Bildern bemerkt Rutherfoord: «Meine neueren Bilder schweben zwischen dokumentarischer und poetischer Beschwörung eines bestimmten Ortes, der mir bestens bekannt und vertraut ist. Fotografie spielt dabei keine Rolle, ich brauche sie niemals als «Hilfe» für die Malerei.»
Über den Künstler
Von 1977 bis 1981 besuchte Rutherfoord der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Seit dem Diplom im Jahr 1981 ist Thomas Rutherfoord als freischaffender Künstler und Lehrer für bildnerische Gestaltung tätig. In den Jahren 1989 bis 1990 und 1999 folgten Atelieraufenthalte im Istituto Svizzero in Rom, im Jahr 1992 im Atelier in der Cité des Arts Paris. Seit 1992 lebt Rutherfoord mit seiner Lebenspartnerin, der Künstlerin Theres Wey, in Winterthur. Rutherfoord hat zahlreiche Kunst am Bau Aufträge realisiert, zum Beispiel in Winterthur u.a. in Sennhof und in Wülflingen. Neben seiner freischaffenden künstlerischen Tätigkeit arbeitet er als Farbberater für Architekten.
In den letzten Jahren hat in Rutherfoords Werk, das sich spätestens seit der Einzelausstellung 1996 im Winterthurer Kunstmuseum rege auf dem Ausstellungskarussell dreht, eine Verschiebung stattgefunden. Statt von realen Landschaften und ihrer zum Teil verheerenden Eingrenzung in Katasterplänen auszugehen, werden seine Bilder und Collagen jetzt mehr zu Repräsentanten innerer Landschaften. Diese Landschaften werden häufig in grossformatige Malerei übersetzt. Es sind raumgreifende Farbkompositionen, deren ausgewogenes Spiel zwischen Farbhöhen und Farbtiefen eigene Bildlandschaften evozieren.
Neben den grossformatigen Bildern arbeitet Rutherfoord an Collagen und Reliefs, die durch ihre assoziative Vielschichtigkeit und ihr Spiel mit der Raumtiefe auffallen. Zum Beispiel werden alte Landkarten übermalt, überblendet, überklebt. Die verwendeten Land- bzw. Seekarten hat Rutherfoord zum Teil von seinem Vater geerbt, der ursprünglich aus Südafrika stammt und bei seinem Sohn früh das Interesse an Geographie und Geologie geweckt hat.
Seit seinem Aufenthalt 2015 im Atelier der Pro Helvetia in Venedig, hat Rutherfoord wieder erneut die Zeichnung für sich entdeckt. Architekturzeichnungen werden wiederum mit mentalen Ansichten verbunden. Doch Rutherfoord übersetzt nicht die Architektur, sondern das Dazwischen, die Gedanken, das Erlebte in seine Malerei. Die Zeichnung ist für Rutherfoord ein Erinnerungsprodukt, das sich aus Objektivem und Subjektivem zusammensetzt. (kb)
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Fachstelle Kunstsammlung & Kunst-und-Bau
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