Altstadt - Obertor Plus

Mit der Konzentration der städtischen Verwaltung im Superblock auf dem Sulzer-Areal Stadtmitte im Jahr 2015 und dem Neubau des Polizeigebäudes wurden wertvolle innerstädtische Gebäude frei. Dies eröffnet bedeutende Entwicklungspotenziale.
Menschen sitzen und stehen auf einem gepflasterten Platz mit Bäumen und einem historischen Gebäude.
Visualisierung aus dem Wettbewerb
© atelierLF GmbH, Synaxis AG

Das Gebiet «Obertor Plus», das den historischen Stadtkern von Winterthur umfasst, besitzt ausgewiesene urbane Qualitäten. Es eignet sich besonders für innerstädtisches Wohnen, weil es ruhiger ist als andere Stadtteile. Eine Studie zur Nutzungsstruktur der Altstadt zeigt: Für Gewerbetreibende, die auf viel Kundschaft angewiesen sind, ist das Gebiet weniger attraktiv. Kleinbetriebe profitieren dagegen von den günstigen Mieten im Erdgeschoss. Sie verleihen dem Gebiet «Obertor Plus» einen eigenen Charme. Das lokale Gewerbe wünscht sich jedoch ausdrücklich mehr Belebung.

Im Jahr 2012 führte die Stadt eine Testplanung durch, um das Entwicklungspotenzial des Gebiets zu erkunden. Drei eingeladene Teams erarbeiteten Vorschläge. Auch visionäre und utopische Ideen waren ausdrücklich erwünscht. 

Am Obertor und an der Badgasse befinden sich städtische Polizeiliegenschaften. Diese werden voraussichtlich 2023 frei, wenn die Polizei das neue Gebäude bezieht. Im Jahr 2018 führt die Stadt Winterthur eine Machbarkeitsstudie durch, um die künftige Nutzung zu klären.

1. Etappenziel erreicht

Die Migros zog im März 2016 ans Obertor und vergrösserte dabei ihren Lebensmittelladen. Im Herbst desselben Jahres wurden in den Obergeschossen 27 Studentenzimmer bezogen. Diese werden über den Verein Studentisches Wohnen Winterthur (Swowi) durch die Woko (Studentische Wohngenossenschaft) vermietet. Auf der Seite Stadthausstrasse bezog die Kantonsschule temporären Schulraum für die nächsten zehn Jahre.

Testplanung

Auslöser

Die City-Vereinigung Junge Altstadt sieht im Auszug der Verwaltung eine einmalige Chance für das Gebiet Obertor. Im Oktober 2011 gelangte sie mit der Bitte an die Stadt, beim Entscheid über die Umnutzung der städtischen Liegenschaften mitzuwirken. Ihr Geschäftsführer wurde delegiert, die Interessen der Gewerbetreibenden zu vertreten. Zusätzlich wurden der Bewohnerinnen und Bewohnerverein Altstadt sowie die Liegenschafteneigentümerinnen Axa Winterthur und Terresta Immobilien in die Begleitgruppe «städtische Liegenschaftenstrategie Obertor» eingeladen. Von städtischer Seite nahmen Denkmalpflege, Immobilien, Hochbau und Stadtentwicklung Einsitz. 

Das Gremium unter Federführung der Stadtentwicklung beschloss, eine breit abgestützte Testplanung mit drei interdisziplinären Teams durchzuführen. Untersucht werden sollten mögliche künftige Nutzungen der städtischen Fortuna-Liegenschaften und der Polizei-Liegenschaften sowie deren Auswirkungen auf Gebiet und Gesamtaltstadt.

Übergeordnete Erkenntnisse

  • Die charakteristische Altstadtstruktur soll erhalten und belebt werden. Dazu werden spezifische Massnahmen und Nutzungsvorschläge entwickelt.
  • Mehr Frequenz und Publikum soll von den frei werdenden ehemaligen Fortunaliegenschaften ausgehen. Mit einer Nutzungsoptimierung soll eine Anbindung an die Marktgasse erreicht werden.
  • Die Bädermoschee soll künftig an historische Zeiten anknüpfen. Eine Bad- oder Wellnesseinrichtung wird als identitätsstiftendes Objekt für den Neustadtbereich gesehen.
  • Der ehemalige Polizeihof wird als halbprivater Rückzugsbereich integriert – nicht als Gassenraum oder Platz entwickelt (mit Ausnahme des Aussenbereichs vom Haus zum Adler).
  • Das Haus zum Adler erhält eine neue, öffentliche Nutzung (Hotellerie, Gastronomie) und wird meist in Kombination mit dem Polizeihof gedacht.

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