Umgang mit Laub

Laub übernimmt in vielen Bereichen zentrale ökologische Funktionen und ist somit ein wesentlicher Bestandteil funktionierender urbaner Ökosysteme. Gleichzeitig bestehen im dicht genutzten Siedlungsraum Anforderungen an Sicherheit, Sauberkeit, Zugänglichkeit und Aufenthaltsqualität. Insbesondere auf stark frequentierten Wegen, Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie auf empfindlichen Rasenflächen kann Laub die Nutzbarkeit und Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund hat Stadtgrün Winterthur ein ausgewogenes, verantwortungsvolles Laubmanagement etabliert.
Baumstamm und Boden von Herbstblättern bedeckt.
Eine liegengelassene Laubschicht schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion.
© Stadtgrün Winterthur

Laub soll dort bewusst liegen bleiben, wo es ökologische Mehrwerte schafft, und nur dort entfernt werden, wo funktionale oder sicherheitsrelevante Gründe dies erfordern.

Laub als Bodenverbesserung

Eine liegengelassene Laubschicht schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, speichert Feuchtigkeit im und am Boden, fördert die Bodenfruchtbarkeit durch den natürlichen Verrottungsprozess und bietet zahlreichen Tierarten wie Insekten, Regenwürmern und weiteren Bodenlebewesen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Diese wiederum lockern den Boden auf, machen die Nährstoffe für Pflanzen verfügbar, bauen Humus auf und sind wiederum Nahrung für andere Tiere (Vögel, Amphibien, etc.). Kurz gesagt, ist der Boden lebendig, ist er auch fruchtbar und kann so langfristig die Pflanzen ernähren und vital halten. So dient das Laub nicht nur dem Erhalt der Artenvielfalt, es hilft auch, die Herausforderungen des Klimawandels besser zu meistern.

Laub als Lebensraum

Zu Haufen aufgeschichtet oder auch einfach als Mulchschicht bildet Laub einen wichtigen Überwinterungsort und Lebensraum für Kleinsäugetiere wie Igel oder Hausspitzmaus, für Reptilien wie Blindschleichen, für Amphibien wie Erdkröten oder Bergmolche sowie für Schnecken, Spinnen, Tausendfüssler, Kellerasseln, Wanzen und weiteren wirbellose Tiere. Im Innern eines Laubhaufens ist es aufgrund des Verrottungsprozesses wärmer als in der Umgebung. Zudem bietet er Schutz in einer Zeit, in der Rückzugsorte aufgrund kahler Sträucher und Bäume selten sind.

Umgang mit Laub bei Stadtgrün

Stadtgrün Winterthur lässt vermehrt Laub in den Grünanlagen, auf Schulhausarealen und in Parks liegen. Dabei sollen häufig genutzte Flächen und Flächen mit besonderen Ansprüchen sowie Strassen und Wege weiterhin laubfrei bleiben. Jedoch wird vermehrt unter Bäumen, Büschen, Hecken und in Staudenflächen das Laub liegengelassen. Wenn möglich werden in den Anlagen Laubhaufen angelegt, um das Laub direkt vor Ort weiterzuverwenden. Zudem wird es als Isoliermaterial von Brunnen, wie zum Beispiel beim Stadthaus und im Stadtgarten verwendet. Wenn es dennoch nötig ist das Laub abzuführen, wird es auf dem Friedhof Rosenberg oder im Biomassehof kompostiert und somit wiederverwendet. So soll der lokale Nährstoffkreislauf weiter geschlossen werden. Die Arbeiten werden situationsgerecht und möglichst ressourcenschonend und von Hand ausgeführt.

Mitmachen

Auch im Privatgarten oder in Überbauungen können die vielen positiven Eigenschaften von Laub genutzt werden. Laub kann man gut dort, wo es anfällt, unter Bäumen, unter Hecken oder im Staudenbeet flächig liegen lassen. Das anfallende Laub von Wegen, Plätzen und Sitzplätzen kann zu Haufen in einer Ruhigen Ecke im Garten oder in der Überbauung aufgeschichtet werden. Richtig angelegt, bieten solche Haufen ideale Verstecke und Überwinterungsquartiere für Igel. Dazu wird das Laub abwechselnd mit Ast- oder Stammmaterial zu einem ca. 1.5 x 2 x 1 Meter grossem Laub-Ast-Haufen aufgeschichtet.

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