Neozoen

Invasive gebietsfremde Tierarten (Neozoen) haben hier oft keine natürlichen Feinde, weshalb sie sich stark vermehren können. Das Schweizer Ökosystem ist nicht an sie angepasst und Neozoen verdrängen einheimische Arten durch Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung. Zudem übertragen sie Krankheiten, gegen die sie selber resistent sind, die aber einheimische Tiere in grosser Zahl dahinraffen.
Nahaufnahme eines Käfers auf einem grünen Blatt.
Japankäfer
© Melissa McMasters (via Wikimedia)

Hier finden Sie eine Auswahl der häufigsten invasiven Neozoen, die in Winterthur vorkommen können. Alle Arten sollten bekämpft werden, für manche besteht zudem eine gesetzliche Bekämpfungs- oder Meldepflicht. Insgesamt gibt es in der Schweiz aktuell rund 100 invasive gebietsfremde Tierarten und mehrere hundert gebietsfremde Arten, die (noch) nicht als invasiv eingestuft werden.

Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse verdrängt und bejagt einheimische Arten und kann gefährlich sein für Honigbienenvölker. Die Art wird daher aktiv bekämpft. Bitte melden Sie verdächtige Nester und Tiere.

Nahaufnahme einer Asiatischen Hornisse auf einem braunen Blatt.
Die Asiatische Hornisse wurde aus Südostasien eingeschleppt und breitet sich inzwischen auch in der Schweiz stark aus.
© Gilles San Martin (via Wikimedia)

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) kommt ursprünglich aus Südostasien und wurde 2004 nach Frankreich sowie in andere Ländern wie Japan eingeschleppt. Sie breitet sich in den neuen Gebieten rasant aus und stellt eine Gefahr für die einheimische Biodiversität und für die Imkerei dar. Für den Menschen ist sie dann gefährlich, wenn beim Stich eine allergische Reaktion ausgelöst wird. Ihr Gift ist nicht stärker als das der einheimischen Hornisse, ein Stich beider Arten kann aber sehr schmerzhaft sein.

Welche Gefahren gehen von der Asiatischen Hornisse aus?

Die Hornissenarbeiterinnen ernähren sich selbst vor allem von Nektar und Obst, jagen jedoch andere Insekten zur Ernährung der Larven. Die Asiatische Hornisse kann auch grössere Insekten wie Libellen leicht im Flug erbeuten. Bekannt ist sie dafür, sich teilweise auf Honigbienen als Beute zu spezialisieren. Während Bienen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Asiatische Hornissen diese durch sogenannte Hitzekugeln töten können, vermag sich unsere einheimische Honigbiene kaum gegen die Räuber zu wehren. Asiatische Hornissen warten vor den Bienenstöcken und greifen sich gezielt an- und abfliegende Tiere, wodurch das Bienenvolk weniger Nahrung erhält und geschwächte Bienenvölker im Extremfall ausgelöscht werden.

Wie erkenne ich die Asiatische Hornisse?

In Europa eingeschleppt wurde die mehrheitlich schwarze Unterart Vespa velutina nigrithorax. Sie ist ähnlich gross wie die einheimische Europäischen Hornisse (Vespa crabro), unterscheidet sich von dieser jedoch in der Färbung. Die Europäische Hornisse wirkt eher bräunlich und der Hinterleib ist stärker gelb gefärbt. Die Asiatische Hornisse hat hingegen deutlich gelb gefärbte Beinenden. Nicht zu verwechseln ist die Asiatische Hornisse mit der Asiatischen Riesenhornisse, die bei uns nicht vorkommt.

Vergleich von asiatischer und europäischer Hornisse mit Bildern von Insekten und Nestern.
Unterscheidungsmerkmale zwischen der Asiatischen und der Europäischen Hornisse. Besonders gut zu erkennen sind die mehrheitlich schwarze Körperfärbung (1) und die gelben Beinenden (2) bei der Asiatischen Hornisse.
© asiatischehornisse.ch

Was tun bei einem Fund?

Falls Sie eine verdächtige Hornisse entdecken oder ein verdächtiges Nest sehen, fotografieren Sie das Insekt oder Nest. Versuchen Sie, ein möglichst scharfes Bild oder Video zu machen, aber gehen Sie nicht näher als fünf Meter an ein Nest heran und vermeiden Sie Erschütterungen in dessen Nähe. Notieren Sie Ort, Uhrzeit, Datum und Umgebung des Fundes und melden Sie den Verdachtsfall mit Bild und den entsprechenden Angaben über die Schweizer Meldeplattform für Asiatische Hornissen.

Zuständig für die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse im Kanton Zürich ist die Sektion Biosicherheit im kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL).

Asiatische Mörtelbiene

Die Asiatische Mörtelbiene breitet sich in Europa seit 2008 rasch aus und kommt inzwischen auch in der Schweiz vor. Ihre Auswirkungen auf die natürlichen Ökosysteme sind noch nicht vollständig geklärt, ein Forschungsprojekt untersucht diese und arbeitet dafür auch mit Meldungen aus der Bevölkerung.

Nahaufnahme einer Asiatischen Mörtelbiene vor Bambusrohren.
Asiatische Mörtelbiene an einem Wildbienenhotel in Winterthur.
© D. Gubler

Die Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis) kommt ursprünglich in Ostasien (China, Japan, Nordkorea, Südkorea, Taiwan) vor und wurde durch den Menschen 1994 in die USA und 2008 nach Frankreich eingeschleppt. Inzwischen kommt sie auch in der Schweiz, inklusive Winterthur, vor. 

Die Asiatische Mörtelbiene ernährt sich gerne von den Pollen exotischer Pflanzen in Gärten und Parks, welche ebenfalls durch den Menschen eingeführt wurden.

Wie erkenne ich die Asiatische Mörtelbiene?

Die Asiatische Mörtelbiene hat einen schwarzen Körper und rostrote Haare am Vorderkörper. Die Männchen werden bis zu 2 cm gross, die Weibchen bis zu 2.7 cm, damit ist die exotische Wildbiene deutlich grösser als die meisten einheimischen Arten. Die Asiatische Mörtelbiene ist konkurrenzstärker als einheimische Wildbienenarten und kann diese beispielsweise aus Bruthöhlen verdrängen. Besonders gerne nistet sich die Asiatische Mörtelbiene in Wildbienenhotels ein. Ihre Gänge sind leicht dadurch zu erkennen, dass sie diese mit Harz von Nadelbäumen verschliesst. 

Nahaufnahme einer Asiatischen Mörtelbiene auf lila Blüten.
Die Asiatische Mörtelbiene kann bis zu 2.7 cm gross werden.
© Frank Vassen (via Wikimedia)

Was tun bei einem Fund?

Zwar sind die Auswirkungen der Asiatischen Mörtelbiene auf die einheimische Fauna und Flora noch nicht genau bekannt, da viele einheimische Wildbienenarten aber bereits stark unter Druck sind aufgrund von Lebensraumverlust und Pestizideinsatz, sind diese besonders empfindlich auf weitere Störungen.

Am besten können Sie den einheimischen Wildbienen helfen, indem Sie auf exotische Pflanzen verzichten und konsequent einheimische Sträucher und Stauden pflanzen sowie für natürliche Nistmöglichkeiten sorgen, beispielsweise mit Sandlinsen und Totholz im Garten.

Wenn Sie eine Asiatische Mörtelbiene gefunden haben, können Sie diese über die Webseite ‹BeeRadar› melden, damit die Ausbreitung der Art besser untersucht werden kann.

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer wurde mit Holzpaletten über Amerika aus Asien eingeschleppt und ist ein meldepflichtiger Holzschädling. Er befällt unter anderem Ahorn, Pappel, Weide, Platane und weitere Laubgehölze und kann sie binnen weniger Jahre zum Absterben bringen. Winterthur hatte im Juli 2012 mit einem massiven Befall an der Sulzerallee zu kämpfen.

Nahaufnahme einer Larve des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Holz.
Die Larven des Asiatischen Laubholzbockkäfers fressen sich während zwei Jahren durch das Holz des befallenen Baumes.
© USDA (via Wikimedia)

Im Sommer 2012 wurde in Winterthur der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) gefunden. Der Käfer gilt als besonders gefährlicher Schadorganismus weil er in Europa keine natürlichen Feinde hat und die meisten Laubgehölze, insbesondere Ahorn, Pappel, Weide, Rosskastanie, Birke, Platane und Buche, befällt. Die Bäume sterben ab oder es können ganze Äste abbrechen und Passant:innen gefährden. Aus diesem Grund wurde der Käfer in Winterthur erfolgreich bekämpft. Bei den jährlichen Kontrollen werden alle Bäume auch auf den Befall des Asiatischen Laubholzbockkäfers überprüft. Seit mehreren Jahren wurden keine ALB mehr in Winterthur gefunden.

Wie erkenne ich den Asiatischen Laubholzbockkäfer?

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist schwarz mit über den Körper verteilten hellen Flecken. Er wird 25-35 Millimeter gross mit 25-80 Millimeter langen Fühlern. Die Flugaktivität der Käfer dauert von April bis Oktober und ist bei warmen Temperaturen am intensivsten. Das Käferweibchen legt seine Eier unter der Rinde von Laubbäumen ab. Die Eier sind von Auge kaum feststellbar und entwickeln sich rasch zu Larven, die sich während zwei Jahren durch das Holz des befallenen Baumes fressen. 

Am Ende der Entwicklung bohrt sich der Käfer ein Loch von etwa 10 Millimetern Durchmesser durch die Baumrinde und schlüpft aus, für den Käfer beginnt ein neuer Lebenszyklus. Der so geschädigte Baum hingegen stirbt oft ab.

Nahaufnahme eines Asiatischen Laubholzbockkäfers auf Holzoberfläche.
Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist schwarz mit über den Körper verteilten hellen Flecken.
© Zinogre (via Wikimedia)

Was tun bei einem Fund?

Bei einem Verdachtsfall informieren Sie umgehend die zuständige kantonale Stelle. Gehen Sie dabei folgendermassen vor:

  1. Käfer einfangen und in geschlossenem Behälter aufbewahren
  2. Käfer fotografieren und auf Verwechslungsmöglichkeiten überprüfen
  3. Rasche telefonische Meldung an den kantonalen Pflanzen- oder Waldschutzdienst

Benötigte Informationen: Vorname, Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Fundort (Ort, Strasse), Abholadresse

Asiatischer Marienkäfer

Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) wurde ursprünglich zur Bekämpfung von Blattläusen in Gewächshäusern eingesetzt. Er verdrängt durch sein massenhaftes Auftreten und durch das Verschleppen einer Pilzkrankheit die einheimischen Marienkäferarten und verursacht grosse Schäden in Weinbaugebieten.

Asiatischer Marienkäfer auf einem Pflanzenstiel.
Der Asiatische Marienkäfer wurde zur Schädlingsbekämpfung eingeführt und verdrängt heute die einheimischen europäischen Marienkäferarten, die nicht immun sind gegen einen durch den Asiatischen Marienkäfer verbreiteten Pilz.
© Rosa-Maria Rinkl (via Wikimedia)

Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) wurde zusammen mit Buchspflanzen aus Ostasien eingeschleppt und verursacht bei massenhaftem Auftreten grosse Schäden an Buchsbäumen.

Nahaufnahme von einem Strauch mit mehreren Buchsbaumzünsler-Raupen.
Die Raupen des Buchsbaumzünslers verursachen durch ihren Frass das typische Schadbild an Buchsbäumen.
© StromBer (via Wikimedia)

Der Zünsler ist eine Schmetterlingsart und stammt aus dem ostasiatischen Raum. Hierzulande hat er keine natürlichen Feinde. Auch kalte Winter mit  Minustemperaturen können den Larven nichts anhaben. In Winterthur sind nebst den städtischen Parkanlagen und Friedhöfen auch Privatgärten betroffen. 

Die Raupen des Buchsbaumzünslers verursachen Schäden, welche die Pflanzen bis zum Absterben bringen können. Bei einem frischen Befall sind kaum Spuren zu erkennen, da die Raupen im inneren Teil des Gehölzes mit Fressen beginnen. Durch die dichte, feine Verzweigung des Buchs sind sie sehr gut geschützt. Erst wenn die Raupen die Blätter an der Oberfläche des Busches fressen, fallen die Schäden auf. Nebst den Blättern wird auch die noch grüne Rinde der jungen Triebe gefressen. Das kann bis zur kompletten Entlaubung des ganzen Strauches führen.

Wie erkenne ich den Buchsbaumzünsler?

Die weisslich-grauen Falter legen ihre Eier auf der Blattunterseite von Buchspflanzen ab. Daraus schlüpfen in wenigen Tagen die gelb-grün gestreiften Raupen, die bis 5 cm lang werden können. Der Frass der Raupen dauert etwa vier Wochen, danach verpuppen sie sich gut geschützt in einem Gespinst. 

Nahaufnahme einer Buchsbaumzünsler-Motte an einem Fenster.
Die Buchsbaumzünsler-Motte hat weisse Flügel mit einem breiten braunen Saum.
© Ellywa (via Wikimedia)

Was tun bei einem Befall?

Dort, wo nur einzelne Raupen vorhanden sind, kann ein tägliches Ablesen und Vernichten bereits helfen. Befallene, abgeschnittene Pflanzen oder Zweige sind in verschlossenen Säcken der Kehrichtverbrennung zuzuführen. Bei grösserem Befall empfiehlt es sich, ein biologisches Mittel (z.B. ‹Delfin›) auf der Basis von ‹Bacillus thuringiensis› anzuwenden, einem natürlich im Boden vorkommenden Bakterium. Breitbandinsektizide sollten hingegen nicht verwendet werden, weil dadurch auch nützliche Insekten getötet werden.

Wachsen im Garten grössere Buchsbaumbestände, empfiehlt es sich, eine gärtnerische Fachperson beizuziehen. Diese verfügt nebst der Erfahrung in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auch über die notwendigen leistungsfähigen Geräte. Stadtgrün Winterthur bekämpft keine Schadinsekten auf Privatgrundstücken. Weil der Buchsbaumzünsler 3-4 Generationen pro Jahr hervorbringt, sind wiederholte Kontrollen und Bekämpfungsmassnahmen notwendig.

Grüne Reiswanze

Die Grüne Reiswanze (Nezara viridula), auch Südliche Stinkwanze genannt, stammt ursprünglich aus Ostafrika und wurde durch den Menschen in alle tropischen Zonen sowie nach Nordamerika und Europa verschleppt. Die Grüne Reiswanze befällt zahlreiche Obst-, Gemüse- und Ackerpflanzen sowie Ziergewächse.

Viele Wanzen und ein rotes Obst in einem Glas.
Grüne Reiswanzen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, eingefangen in Winterthur.
© Doris Hostettler

Die Grüne Reiswanze ernährt sich von sehr vielen verschiedenen Pflanzen und kann ein bedeutender Schädling in der Landwirtschaft oder im Garten sein. Beim Saugen an den Pflanzen übertragen die Reiswanzen zusätzlich Pilzkrankheiten. Nachdem die Tiere aus den Eiern geschlüpft sind, häuten sie sich sechs Mal und durchlaufen verschiedene Nymphenstadien bis zum adulten Tier. Alle Stadien treten als Schädlinge auf.

Wie erkenne ich die Grüne Reiswanze?

Die Grüne Reiswanze kann sehr unterschiedliche gefärbt sein, je nach Entwicklungsstadium und Jahreszeit. Nymphen, also junge Reiswanzen, sind mehrheitlich schwarz mit weissen Punkten. Die Körperfarbe adulter Tiere ist meist einheitlich grün, im Winter können sie aber auch braun sein. Die ausgewachsenen Reiswanzen tragen drei bis fünf kleine weisse Punkte entlang des Vorderrandes des Schildchens, die auf jeder Seite aussen durch einen dunklen Punkt flankiert werden. Die Wanzen werden 11,5 bis 16,5 Millimeter lang. Die Reiswanzen können mit der einheimischen Grünen Stinkwanze verwechselt werden, die einheimische Stinkwanze hat aber braune Flügelmembrane.

Grüne Wanze auf Pflanzenstängeln sitzend.
Adulte Grüne Reiswanze mit den typischen kleinen weissen und schwarzen Punkten über dem Rückenschild.
© Didier Descouens (via Wikimedia)

Was tun bei einem Befall?

Die Ausbreitung der Grünen Reiswanze in Europa kann nicht mehr verhindert werden. Die beste Bekämpfungsmethode im Privatgarten ist das Ablesen aller Tiere (auch Eier und kleiner Nymphen) und das Abtöten z.B. im Gefrierschrank.

Japankäfer

Der Japankäfer (Popillia japonica) ernährt sich von mehr als 400 Pflanzen, darunter Obstbäume, Gemüse, Ackerkulturen und Zierpflanzen. Er ist in der Schweiz als Quarantäneorganismus melde- und bekämpfungspflichtig. Seit 2026 liegt ein Teil des Stadtgebiets von Winterthur in der sogenannten Pufferzone, in der spezielle Massnahmen gelten.

Eine Pfirsichfrucht auf einem Ast mit vielen Japankäfern bedeckt.
Japankäfer können in landwirtschaftlichen Kulturen grosse Schäden anrichten.
© Amos Oliver Doyle (via Wikimedia)

Wie der Name sagt, stammt der Japankäfer (Popillia japonica) ursprünglich aus Japan und dem östlichen Russland. Bereits 1916 wurde der Japankäfer mit dem Transport von Pflanzgut in die Vereinigten Staaten eingeschleppt, wo er sich seither etabliert hat. In den 1970er-Jahren kam er auf die Azoren und in den 2010er-Jahren nach Norditalien. Von Italien aus verbreiteten sich die Käfer selbstständig bis ins Tessin. Auf der Alpennordseite wurden in den letzten Jahren immer wieder einzelne Tiere eingeschleppt; durch Reisende und Warentransporte mit dem Zug oder mit Motorfahrzeugen aus Italien und dem Tessin oder mit dem Schiff oder Flugzeug aus den USA, Japan und anderen Gebieten. Im Jahr 2023 wurde die erste Population nördlich der Alpen, in Kloten, festgestellt; 2024 eine weitere Population in Basel. Die isolierten Populationen nördlich der Alpen werden bekämpft mit dem Ziel der vollständigen Tilgung.

Der Japankäfer bildet eine Generation pro Jahr. Die Larven (Engerlinge) überwintern im Boden und ernähren sich im Frühjahr von Graswurzeln. Die flugfähigen Tiere schlüpfen zwischen Mai und Juli, worauf die Lebensspanne der erwachsenen Käfer noch circa 1-1.5 Monate beträgt. In dieser Zeit paaren sie sich und das Weibchen legt rund 50 Eier in den feuchten Boden. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen dann bereits die neuen Larven, die sich im Boden von Wurzeln und totem Pflanzenmaterial ernähren bevor sie im Spätherbst tiefer in den Boden wandern, um dort zu überwintern.

Wie erkenne ich den Japankäfer?

Japankäfer können mit einheimischen Käferarten verwechselt werden, insbesondere mit dem Gartenlaubkäfer und dem Kleinen Junikäfer, manchmal auch mit Mai- oder Rosenkäfern. Ein erwachsener Japankäfer ist circa 1 cm lang und 0.5 cm breit. Der Körper ist dunkel gefärbt und schimmert grün-metallisch. Ein gutes Identifikationsmerkmal sind die hellen Haarbüschel am Abdomen.

Nahaufnahme eines Japankäfers auf einem Blatt.
Der Japankäfer ist unter anderem an den weissen Haarbüscheln zu erkennen.
© Joseph Berger, Bugwood.org (via Wikimedia)

Was tun bei einem Fund?

Wenn Sie einen solchen verdächtigen Käfer finden, fangen Sie den Käfer ein, stecken Sie ihn in ein fest verschlossenes Glas oder eine Lebensmitteldose und legen Sie das Gefäss über Nacht ins Gefrierfach. Tun Sie dies auch, wenn der Käfer bereits tot scheint. Machen Sie am nächsten Tag ein Foto des toten Käfers und schicken Sie dieses mit Angaben zum Fundort an japankaefer@strickhof.ch.

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© Kanton Zürich

Massnahmen in der Pufferzone

Ein Teil von Winterthur (Weiertal, Neuburg) befindet sich 2026 in der Pufferzone um den Befallsherd in Kloten. In dieser Zone gelten zum Beispiel besondere Massnahmen für die Entsorgung und Lagerung von Grüngut oder den Verkauf von Pflanzen. Informieren Sie sich über die aktuellen Massnahmen auf der Webseite des Kantons:

Nordamerikanische Schmuckschildkröten

Amerikanischen Schmuckschildkröten (Trachemys scripta), zum Beispiel die Rotwangen-Schmuckschildkröten, sind in Europa und Asien invasiv und gefährden sowohl einheimische Schildkröten als auch Insekten und Amphibien in den Gewässern, wo sie vorkommen.

Schmuckschildkröte auf einem Felsen am Wasser.
Die Rotwangen-Schmuckschildkröten aus den Vereinigten Staaten von Amerika können bis zu 30 cm lang werden.
© MrLebies (via Pixabay)

Amerikanische Schmuckschildkröten in der Schweiz stammen aus Haustierbeständen und wurden gesetzeswidrig ausgesetzt. Sie sind allesfressend und insbesondere Jungtiere bedrohen die Fisch-, Insekten- und Amphibienvorkommen in Kleingewässern. Zudem haben sie dieselben Lebensraumansprüche wie die seltene einheimische Europäische Sumpfschildkröte und konkurrenzieren sie damit direkt. 

Die Haltung von Amerikanischen Schmuckschildkröten ist seit einigen Jahren verboten, beziehungsweise nur noch mit Ausnahmebewilligung erlaubt.

Wie erkenne ich Amerikanische Schmuckschildkröten?

Wie der Name schon sagt, haben Amerikanische Schmuckschildkröten meist eine auffällig rote oder gelbe Färbung. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte hat beispielsweise kräftige orange bis rote Schläfendecken. Einheimische Europäische Sumpfschildkröte sind zwar ebenfalls variabel gefärbt, weisen aber grundsätzlich ein viel feineres Muster aus gelben Punkten oder Linien auf.

Schmuckschildkröte auf Erdboden.
Die Gelbbauch- oder Gelbwangenschmuckschildkröte hat an den Seiten des Kopfes einen auffälligen gelben Fleck auf der grünen bis olivfarbenen Haut.
© John J. Mosesso (via Wikimedia)

Was tun bei einem Fund?

Melden Sie den Fund einer Amerikanischen Schmuckschildkröte auf Winterthurer Boden an Stadtgrün Winterthur, ausserhalb von Winterthur an die Baudirektion des Kantons Zürich. Notieren Sie Zeitpunkt und genauen Standort der Beobachtung und machen Sie wenn möglich ein Foto.

Plattwürmer

Die beiden in der Schweiz nachgewiesenen invasiven Plattwürmer Obama nungara und Caenoplana variegata stammen ursprünglich aus Südamerika beziehungsweise aus Australien und Neuseeland. Sie ernähren sich von Schnecken und Regenwürmern (O. nungara) und von Gliederfüssern (C. variegata), haben keine Fressfeinde und einen stark negativen Einfluss auf unser Ökosystem.

Nahaufnahme eines braunen Plattwurms auf feuchtem Boden.
Obama nungara ist ein flacher Strudelwurm aus Südamerika. In Europa haben die Plattwürmer keine natürlichen Feinde.
© Pierre Gros (via Wikimedia)

Signalkrebs

Signalkrebse stammen aus dem westlichen Nordamerika und wurden im 20. Jahrhundert absichtlich nach Europa eingeführt. Inzwischen gehören sie zu den bedeutendsten invasiven Tierarten, da sie und die ebenfalls eingeschleppte Krebspest die einheimischen Flusskrebs-Vorkommen deutlich reduzieren. Alle Schweizer Flusskrebs-Arten sind heute auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Signalkrebs im Sand auf Wasserboden.
Die invasiven gebietsfremden Signalkrebse sind Allesfresser, die vor allem nachts auf Nahrungssuche gehen.
© David Perez (via Wikimedia)

In der Region Winterthur kamen ursprünglich drei einheimische Flusskrebsarten vor: Edelkrebse, Steinkrebse und Dohlenkrebse. Heute lassen sich in den grösseren Gewässern (z.B. Töss, Mattenbach) wohl nur noch exotische Signalkrebse finden. Neben dem invasiven Signalkrebs gibt es in der Schweiz auch noch invasive Sumpf- und Kamberkrebse.

Problem Krebspest

Die Krebspest ist eine akut verlaufende Pilzerkrankung mit Zerfallserscheinungen des Panzers. Sie verläuft bei einheimischen Krebsen fast immer tödlich. Amerikanische Krebsarten erkranken in der Regel nicht, sind aber Träger des Erregers. Die Krebspest wird aber nicht nur durch invasive Krebse verbreitet, sondern auch über verunreinigte Gummistiefel, Boote, Maschinen oder Fischereiausrüstung. Es ist daher sehr wichtig, Baumaschinen, Kleidung und Freizeitausrüstung, die mit einem Gewässer in Kontakt kamen, gründlich zu reinigen.

Wie erkenne ich den Signalkrebs?

Signalkrebse sehen dem einheimischen Edelkrebs sehr ähnlich, haben aber typische, namensgebende helle Stellen an den Scherengelenken. Mit 12 cm (Weibchen) und 16 cm (Männchen) ist der Signalkrebs etwas kleiner als der Edelkrebs.

Ein Signalkrebs im Wasser mit Pflanzen im Hintergrund.
Signalkrebse können ganz verschiedene Grundfarben haben von braun bis bläulich.
© Astacoides (via Wikimedia)

Was tun bei einem Fund?

Wenn Sie einen einheimischen oder exotischen Krebs finden und gute Fotos davon machen können, dann melden Sie den Fund bitte der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung oder online für das kantonale Monitoringprogramm:

Tapinoma-Ameisen

Die Ameisenarten des Tapinoma nigerrimum-Komplexes sind im Mittelmeerraum beheimatet und gehört zur Unterfamilie der Drüsenameisen. Eingeschleppt werden sie meist unabsichtlich über importierte Zier- und Gartenpflanzen. Tapinoma nigerrimum nisten grundsätzlich in der Erde, können aber auch in Gebäude eindringen und Nester in der Gebäudeisolation bilden. Ausserdem zeigen sie ein aggressives Verhalten gegenüber Menschen und anderen Ameisen.

Tapinoma-Ameisen auf Betonfläche und Gras.
Invasive Tapinoma-Ameisen in Winterthur-Seen. Invasive Tapinoma-Ameisen bilden riesige Kolonien und können in Gebäude eindringen.
© Stadtgrün Winterthur / Boris Flügge

Exotische Tapinoma-Ameisen verteidigen sich durch Bisse und kommen bisweilen in sehr grosser Anzahl vor. Darum sind sie für Menschen lästig und verdrängen einheimische Arten. In der Schweiz gelten sie als invasiv. Da sie im Kanton Zürich erst selten vorkommen, ist eine frühzeitige Bekämpfung und Tilgung von Vorkommen und eine Verhinderung ihrer weiteren Ausbreitung wichtig. So können teure Folgeschäden verhindert werden.

Die Artunterscheidung innerhalb des Tapinoma nigerrimum-Komplexes ist schwierig. In Winterthur wurde die Art Tapinoma magnum festgestellt, die aus Nordafrika stammt.

Wie erkenne ich gebietsfremde Tapinoma-Ameisen?

Tapinoma-Ameisen sind einheitlich mattschwarz. Die invasiven gebietsfremden Arten unterscheiden sich im Aussehen aber praktisch nicht von den (eher seltenen) einheimischen Tapinoma-Arten. Eine sichere Bestimmung ist nur durch eine:n Ameisen-Expert:in im Labor möglich. Erste Hinweise können das Verhalten – breite Ameisenstrassen und Bau von Superkolonien – sowie der Geruch geben: Werden Tapinoma-Ameisen zerdrückt, riechen sie nach Buttersäure oder Nagellackentferner.

Tapinoma-Ameise auf einem Blatt mit weisser Substanz.
Tapinoma-Arbeiterin trägt die Puppe einer zukünftigen Königin. Die schwarzen Ameisen sind nur unter dem Mikroskop von einheimischen Arten zu unterscheiden.
© Marcello Consolo

Was tun bei einem Fund?

Einheimische Ameisen sind Nützlinge und sollten nicht grundlos bekämpft werden. Die invasiven Tapinoma-Ameisen lassen sich von blossem Auge nicht von heimischen Ameisen unterscheiden. Ameisen können beim Naturmuseum der Stadt Winterthur zur Bestimmung vorbeigebracht werden. Für eine vertiefte Abklärung kann auch ein qualifizierter Schädlingsbekämpfer (achten Sie auf eine Mitgliedschaft beim Verband Schweizerischer Schädlingsbekämpfer FSD-VSS) zur Beurteilung aufgeboten werden.

Da Tapinoma-Ameisen nicht ausfliegen, sondern sich wandernd ausbreiten, ist es extrem wichtig, die Ameisen nicht zu verschleppen. Bereits eine befruchtete Ameise in einem Pflanzentopf oder im Grüngut genügt, um einen neuen Befall zu provozieren.

In den durch den Kanton definierten Befallszonen können bei Bauarbeiten besondere Regeln gelten. Entsprechende Abklärungen erfolgen im Rahmen des Baugesuchs.

Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) wurde mit dem Güterverkehr aus Südostasien eingeschleppt. Sie kann Krankheiten wie Dengue, Chikungunya oder das Zikavirus übertragen. Im Gegensatz zu den heimischen Mückenarten sticht sie vor allem tagsüber.

Nahaufnahme einer Tigermücke auf Haut mit grünem Hintergrund.
Die Asiatische Tigermücke stammt aus den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen und wurde in den letzten Jahrzehnten durch Warentransporte und Reisetätigkeiten weltweit verschleppt.
© James Gathany, CDC (via Wikimedia)

Die Tigermücke legt ihre Eier am liebstem im Siedlungsraum ab. Um die Ausbreitung einzudämmen, sollten Blumentopfuntersetzer, Vasen, Giesskannen, Regentonnen usw. mindestens einmal wöchentlich geleert oder mit einem feinen Vlies abgedeckt werden.

Wie erkenne ich die Asiatische Tigermücke?

Wie es der Name vermuten lässt, hat die Tigermücke gestreifte Beine und einen gestreiften Hinterleib. Allerdings gibt es verschiedene Mückenarten, die eine solche Musterung aufweisen. Zur Unterscheidung hilft ein Blick auf den Rücken: Nur die Tigermücke hat eine deutliche weisse Linie, die von den Augen bis zum Rücken verläuft. Die Tigermücke ist zudem kleiner als einheimische Mücken.

Nahaufnahme eines Moskitos auf Haut.
Eine weisse Linie verläuft von den Augen bis zum Rücken der Tigermücke. Mit einer Grösse von 0.5-1 cm ist sie kleiner als die meisten einheimischen Stechmücken. Das letzte Segment der Hinterbeine ist weiss gefärbt.
© James Gathany, CDC (via Wikimedia)

Was tun bei einem Fund?

Melden Sie verdächtige Mücken auf der nationalen Meldeplattform:

Vernachlässigte Ameise

Die Vernachlässigte Ameise (Lasius neglectus) breitet sich seit den 90er-Jahren in Europa aus. Die invasive Ameisenart bildet Kolonien mit Tausenden von Königinnen und Millionen Arbeiterinnen. Dabei entstehen vor allem Schäden an Gebäuden und an der heimischen Flora und Fauna.

Nahaufnahme einer Ameise auf einem Ast.
Die überwiegend braun gefärbte Vernachlässigte Ameise bildet teils riesige Superkolonien.
© Gilles San Martin (via iNaturalist)

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