Neophyten

Invasive Neophyten sind gebietsfremde Arten, die sich hier stark ausbreiten und eine Bedrohung darstellen für die Biodiversität, die Land- oder Forstwirtschaft, Infrastrukturbauten oder die menschliche Gesundheit. Die Bekämpfung ist sehr herausfordernd, daher ist es sehr wichtig, dass gebietsfremde Pflanzen gar nicht erst in die Umwelt gelangen.
Mehrere Personen, die einer Waldstrasse entlang Goldruten jäten.
Ehrenamtlich tätige Wintiranger beim Jäten von Goldruten.
© Stadtgrün Winterthur

Hier eine Auswahl der häufigsten und bekämpfungspflichtigen invasiven Neophyten in Winterthur. Für alle Arten gilt: Vor der Samenbildung ausreissen und alle vermehrungsfähigen oder giftigen Pflanzenteile in den Kehricht! Arbeiten Sie stets achtsam, manche Pflanzen sind giftig oder können allergische Reaktionen auslösen. Besondere Vorsicht ist beim Riesenbärenklau geboten, welcher im Sonnenlicht schwere Hautverbrennungen verursachen kann.

Amerikanische Goldruten

Amerikanische Goldruten (Solidago canadensis, Solidago gigantea) bilden dichte Monokulturen und verdrängen so schützenswerte Arten, vor allem in Naturschutzgebieten und im Wald. Reissen Sie die Pflanzen mit den Wurzeln aus und entsorgen Sie die Blütenstände im Kehricht.

Feld mit gelben Goldruten vor Bäumen unter blauem Himmel.
Amerikanische Goldruten wachsen gerne an Wegen, Walrändern und in Schuttflächen. Ihre leuchtend gelben Blüten sind besonders auffällig im August und September.
© Kanton Zürich

Aufrechte Ambrosie

Die auch Beifuss-Traubenkraut genannte Abrosie (Ambrosia artemisiifolia) stammt aus Nordamerika. Die Pollen von Ambrosia können heftige Allergien auslösen, welche zu Atemnot oder Asthmaanfällen führen. Ambrosia besiedelt gerne offene, karge Flächen sowie Gärten. Die Ambrosie ist bekämpfungspflichtig. Tragen Sie Handschuhe und eine Atemmaske und reissen Sie die Pflanze mit den Wurzeln aus und entsorgen Sie die gesamte Pflanze im Kehricht. In Winterthur gab es in den letzten Jahren zum Glück nur wenige Fälle.

Grüne Ambrosia in der Natur.
Ambrosia erkennt man an ihren tief eingeschnittenen Blättern und den gelblichen Blütenständen. Die Pollen können starke Allergien auslösen.
© Kanton Zürich

Einjähriges Berufkraut

Das Einjährige Berufkraut (Erigeron anuus) stammt aus Nordamerika und ist einer der bedeutendsten invasiven Neophyten in der Schweiz. Das Einjährige Berufkraut besiedelt Magerwiesen, Buntbrachen und Weiden und verdrängt dort einheimische Blumen. Seltenen einheimischen Insekten bietet das Berufkraut keine Nahrung. Reissen Sie die Pflanzen mit den Wurzeln aus und entsorgen Sie die Blütenstände im Kehricht.

Feld mit weissen Berufkräutern unter blauem Himmel und Baum im Hintergrund.
Wird das Berufkraut nicht bekämpft, können sich Reinbestände der weissen Blumen bilden. Einheimische Wiesenpflanzen wurden komplett verdrängt.
© Kanton Zürich

Japanknöterich

Der Japanknöterich (Reynoutria spec.) bildet dichte, zähe Monokulturen und verdrängt somit die einheimische Vegetation. An Bauten und Infrastrukturanlagen kann er Schäden verursachen, indem er durch das Material wächst. Dichte Bestände am Ufer führen zu einer erhöhten Ufererosion. Der Japanknöterich ist äusserst schwierig zu bekämpfen und insbesondere bei etablierten Beständen müssen Expert:innen zugezogen werden. Ganz wichtig ist, dass alle Pflanzenteile im Kehricht entsorgt werden, denn neue Pflanzen können aus winzigen Knöterichstückchen entstehen.

Landschaft mit grünem Japanköterich, Bergen und blauem Himmel.
Japanknöterich breitet sich gerne entlang von Gewässern, an Wegrändern oder in Hecken aus. Knöteriche sind extrem widerstandsfähig und können sich durch winzige Pflanzenteile weiterverbreiten.
© Kanton Zürich

Kirschlorbeer

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) stammt aus Südosteuropa und Kleinasien. Die Beeren des Kirschlorbeers werden von Vögeln gefressen und die Samen im Wald verbreitet. Dort bildet er lokal dichte Bestände und stört den Unterwuchs sowie die Waldverjüngung. Reissen Sie die Pflanzen mit den Wurzeln aus und entsorgen Sie die Blütenstände sowie die Beeren im Kehricht.

Waldszene mit grünen Kirschlorbeer-Pflanzen und Laub am Boden.
Kirschlorbeer kann sich im Wald und in Naturschutzgebieten ausbreiten. Der Kirschlorbeer ist immergrün. Alle Pflanzenteile sind giftig.
© Kanton Zürich

Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Bei Berührungen mit dem Riesenbärenklau können unter Einwirkung von Sonnenlicht sehr schmerzhafte Hautverbrennungen entstehen. Er bildet dichte Bestände und verdrängt einheimische Arten. Der Riesenbärenklau ist bekämpfungspflichtig. Tragen Sie bei der Bekämpfung einen Schutzanzug und entsorgen Sie die gesamte Pflanze im Kehricht.

Waldlichtung mit üppigem grünen Bewuchs durch Risenbärenklau.
Der Riesenbärenklau wird bis zu drei Meter hoch und besitzt grosse gezackte Blätter sowie weisse doldenförmige Blütenstände. Der Saft verursacht in Kombination mit Sonnenlicht starke Verbrennungen.
© Kanton Zürich

Robinie

Die Robinie (Robinia pseudoacacia), auch Falsche Akazie genannt, wurde lange Zeit in Gärten und Parks gepflanzt. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und kann sie sich heute stark vermehren dank des wärmeren Klimas und weil sich in Europa keine Insekten von ihr ernähren. Die Robinie bindet Stickstoff und verändert dadurch die Böden stark, insbesondere selten Lebensräume wir Trockenrasen sind gefährdet. Robinienwälder in Europa sind sehr artenarm. Bekämpfen Sie junge Pflanzen durch Ausreissen und grössere Bäume durch Ringeln. Die Bekämpfung grösserer Bestände dauert meist mehrere Jahre, da die Robinie Wurzelausschläge macht.

Grüne Bäume an einem bewaldeten Ort.
Robinien verhalten sich in Europa invasiv und schädigen die natürlichen Ökosysteme durch die Anreicherung von Stickstoff irreversibel.
© Botaurus-stellaris (via Wikimedia)

Schmalblättriges Greiskraut

Das Schmalbättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) stammt ursprünglich aus Südafrika und ist stark giftig. Die Lebergifte sind gefährlich für Weidetiere und können über die Nahrungskette theoretisch auch auch in den Menschen gelangen. Das Schmalblättrige Greiskraut besiedelt gerne offene, karge Flächen wie Strassenränder, Kiesflächen, Flachdächer, Buntbrachen oder Industriebrachen, es kann sich aber auch in Weiden und mageren Wiesen etablieren. Das Schmalblättrige Greiskraut ist bekämpfungspflichtig. Tragen Sie Handschuhe und reissen Sie die Pflanze mit den Wurzeln aus und entsorgen Sie die gesamte Pflanze im Kehricht.

Gelbe Schmalblättrige Greiskräuter mit unscharfem Hintergrund.
Das Schmalblättrige Greiskraut ist erkennbar an seinen gelben Blüten und den langen, schmalen Blättern. Alle Pflanzenteile sind giftig.
© Kanton Zürich

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