Klimaquartiere

Die Idee der Klimaquartiere lehnt sich an das Konzept der Superblocks aus Barcelona an. Mehrere Strassenblocks werden zusammengefasst und im Inneren weitgehend verkehrsfrei gestaltet. Die Stadt prüft, wie sich das Modell auf Winterthur anwenden lässt.

In der Volksabstimmung vom 9. Juni 2024 wurden die parlamentarischen Gegenvorschläge zur «Gute-Luft-Initiative» und zur «Zukunfts-Initiative» vom Stimmvolk angenommen. Sie fordern die Umwidmung von Strassenflächen in Grünflächen mit Bäumen («Gute-Luft-Initiative») sowie Flächen für die Bevorzugung von Fuss-, Velo und öffentlichem Verkehr («Zukunfts-Initiative»). Um die Zielvorgaben bis 2040 zu erreichen, muss deutlich mehr Fläche umgewidmet werden, als mit ohnehin vorgesehenen Strassenbauprojekten erreicht werden könnte. Ein zentraler Baustein hierzu bildet das Handlungsfeld Klimaquartiere.

In Klimaquartieren wird das Verkehrsregime so geändert, dass die Durchfahrt für den quartierfremden Verkehr erschwert oder verunmöglicht wird, während Anwohnende weiterhin zu ihren Liegenschaften gelangen können. Durch die veränderte Verkehrsführung entstehen neue Freiflächen, welche mit Sitzgelegenheiten und Pflanzentrögen ausgestattet und durch die Quartierbevölkerung genutzt werden können. 

Dadurch soll die Aufenthaltsqualität im Quartier erhöht und nachbarschaftliche Beziehungen gestärkt werden. Gleichzeitig wird die Verkehrssicherheit erhöht und die verkehrsbedingte Lärmbelastung gesenkt. 

Der «Superblock»: Vorbild Barcelona

Das Gebäude der Winterthurer Stadtverwaltung heisst Superblock. In aller Munde ist aber der «Superblock» aus Barcelona. Die Idee: Mehrere Strassenblocks werden zusammengefasst und im Inneren weitgehend verkehrsfrei gestaltet. Der so freigespielte Strassenraum kann umgestaltet und als Fläche für den Fuss- und Veloverkehr sowie als Grünraum und Aufenthaltsfläche genutzt werden. 

Schema Strassensituation mit und ohne Superblock-Modell
Vereinfachte Darstellung des Superblock-Konzepts
© Sven Eggimann

Mit Partizipation zum Klimaquartier

Basierend auf einer umfassenden Analyse hat die Stadt Winterthur vier Quartiere identifiziert, welche sich potenziell als Klimaquartier eignen würden. Während der Klimawoche im Juni 2026 fand in allen vier Quartieren, Eichliacker, Neuwiesen, Dorfkern Oberwinterthur und Zentrum Seen, ein autofreier Tag statt. Zusätzlich wurden anhand von Quartier-Umfragen Wünsche und Meinungen der Bevölkerung eingeholt.

Die Umfragen dienten der Stadt Winterthur dazu, das Potenzial der vier Quartiere für die mögliche Umsetzung eines Klimaquartiers zu eruieren und herausfinden, was den Menschen vor Ort wichtig ist.

Die Ergebnisse der Bevölkerungsumfragen weisen in allen vier Quartieren eine breite Unterstützung für die Klimaquartiere auf. Im Eichliacker stehen rund 80 Prozent der Befragten der Idee eines Klimaquartiers positiv oder eher positiv gegenüber. In den Quartieren Dorfkern Oberwinterthur, Zentrum Seen und Neuwiesen liegt die Zustimmung jeweils bei über 90 Prozent.

Die Auswertungen zeigen zudem, dass in allen vier Quartieren ähnliche Herausforderungen bestehen. Die Verkehrssicherheit wird überall als zentrales Anliegen genannt. Ebenso wird in allen Quartieren Handlungsbedarf beim quartierfremden Durchgangsverkehr gesehen. Gleichzeitig bestätigen die Ergebnisse der Quartierumfragen, dass in allen vier Gebieten erhebliches Potenzial für Aufwertungsmöglichkeiten besteht, und die Bevölkerung sich attraktivere öffentliche Räume sowie mehr Platz für das Quartierleben wünscht.

Aufgrund dieses starken Rückhalts seitens der Bevölkerung sollen mittel- bis langfristig in allen vier Quartieren Klimaquartiere entstehen. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen erfolgt die Umsetzung jedoch etappenweise. 

Kuchendiagramme mit Anzeige der Zustimmung zu den vier Klimaquartieren
© Urbanista

Seen und Oberwinterthur als Pilot-Klimaquartiere

In Oberwinterthur besteht seit Jahren erheblicher Durchgangsverkehr auf der Römerstrasse. Gleichzeitig bietet der dörfliche Charakter grosses Potenzial für einen attraktiven Dorfkern mit hoher Aufenthaltsqualität. 

Im Zentrum Seen fehlen heute qualitätsvolle und soziale Treffpunkte. Entsprechend nutzt knapp ein Drittel der Befragten den öffentlichen Raum kaum als Aufenthaltsort. Zudem erfüllt das bestehende Fahrverbot an der Hinterdorfstrasse seine Funktion nur teilweise und soll im Rahmen einer Neugestaltung räumlich besser ausgestaltet werden. 

Das Neuwiesenquartier und das Eichliacker werden in einer zweiten Phase ab 2030 weiterbearbeitet. 

Die genaue Ausgestaltung des Klimaquartiers wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem partizipativen Prozess im Austausch mit dem Quartier erarbeitet. 

Der gesamte Prozess ist auf der Partizipationsplattform der Stadt Winterthur dokumentiert.

Für diesen Inhalt zuständig

Mobilität

Departement Bau und Mobilität
Tiefbauamt
Pionierstrasse 7
8403 Winterthur

Öffnungszeiten

Montag–Freitag08.00–12.00 Uhr
14.00–16.00 Uhr
  • Seite erstellt am
  • Inhalt zuletzt aktualisiert am
Zurück zu «Zu Fuss & Quartierverkehr»