Mirjam Kern | verschiedene Werke aus der Serie «reizend: Fotomalerei»

*1968, Malerei, Zeichnung, Fotografie
Abstraktes Gemälde mit Pinselstrichen in verschiedenen Farben.
Mirjam Kern

Angekaufte Werke

  1. Fotomalerei (Karmin), 2024, Wachstempera, Pigment und Eisen-III-chlorid über Fotografie, 202 × 303 mm. 
  2. Fotomalerei (Polenca_8), 2004, Eisen-III-chlorid über Fotografie, 202 × 303 mm.
  3. Fotomalerei, 2024, Kugelschreiber und Eisen-III-chlorid über Farbfotografie, 152 × 101 mm.
  4. Fotomalerei, 2024, Wachstempera über Farbfotografie, 151 × 101 mm.
  5. Fotomalerei, 2024, Wachstempera über Farbfotografie, 170 × 126 mm.
  6. Fisch

Diese sechs Werke werden zusammen mit den Arbeiten von Anita Bürgi gehängt, um als Gesamtwerk eine Wirkung zu entfalten.

Ankauf

Halle 710

Statement der Künstlerin zum Werk

reizend: Fotomalerei

Ein wiederentdeckter Fundus fotografischer Erkundungen, damals im früheren Garten, überdauerte die Zeit in alten, längst vergessen geglaubten Schachteln.

Die gesättigten Farben der Fotoabzüge werden der Manipulation mit Kugelschreiber, Eisen-III-chorid und Wachstempera preisgegeben. Das giftige Eisen-III-chlorid wird normalerweise im Tiefdruckverfahren für die Ätzung von Kupferplatten verwendet, auf den Fotoabzügen verändert es die Farben. Die so neu entstandene Farbigkeit schiebt sich über die stellenweise immer noch reflektierende Oberfläche der ursprünglichen Foto.

Die beim Kratzen eingearbeiteten Motive erzählen sowohl von Abwesenheit wie auch von einer möglichen – vielleicht ursprünglich sogar geplanten – Fortsetzung. Immer wieder schleichen sich Figuren und Köpfe auf die Bilder, als wären sie die früheren oder zukünftigen Bewohner:innen der verlassenen Orte. Sie entstehen ungeplant und autonom aus der Malgestik.

So, wie auf dem Fotopapier der Veränderungsprozess mit dem Eisen-III-chlorid nicht gänzlich kontrolliert werden kann und damit immer wieder überraschende neue Bildwirkungen erzeugt werden, nehmen auch diese Motive den Prozess einer nicht restlos geplanten, aber in jeder Hinsicht reizvollen Weiterentwicklung auf. 

Die Präsenz der Gegenwart überschreibt die zugewachsenen Erinnerungen. Stellenweise bleiben kleine Einblicke ins Damals und vermengen sich untrennbar mit dem schillernden Neuen.

 

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