Wildpark Bruderhaus

Der Wildpark Bruderhaus liegt mitten im Wald auf dem Eschenberg. Zehn einheimische oder ehemals einheimische Wildtierarten leben in grosszügigen Anlagen. Informationstafeln, Lehrpfade, Führungen im Wildpark und Wald sowie Veranstaltungen von Natur- und Tierschutzorganisationen helfen mit, die Umwelt und die Tiere mit ihren Ansprüchen und Bedürfnissen zu verstehen. Die Verantwortung und der Betrieb des Wildparks liegen bei Stadtgrün Winterthur. Der Wildparkverein Bruderhaus fördert und unterstützt die Weiterentwicklung des Wildparks als Naherholungsgebiet und Umweltlehrort.
Wolf geht auf Rasen in einem Waldgebiet.
© Stadtgrün Winterthur

Anreise und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

Der Wildpark Bruderhaus ist rund um die Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Rollstuhlgängigkeit

Die bekiesten Hauptwege im Wildpark sind rollstuhlgängig. Einzelne Wege weisen aber ein mehr oder weniger starkes Gefälle auf. Die in der Regel schmalen und nur mit Holzschnitzeln versehenen Nebenwege sind für Rollstühle nicht geeignet.

Anreise

  • Die Buslinie 12 fährt im Halbstundentakt jeweils am Mittwoch, an den Wochenenden und offiziellen Feiertagen von der Haltestelle «Archstrasse/HB» zur Haltestelle «Bruderhaus» direkt beim Wildpark.
  • An den übrigen Wochentagen fährt die  Linie 4 von der Haltestelle «Archstrasse/HB» bis zur Haltestelle «Breite». Von dort erreicht man den Wildpark in rund 30 Minuten zu Fuss auf signalisierten Wanderwegen durch den Wald.
  • Parkplätze stehen nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Diese sind kostenpflichtig. Die Zufahrt zum Wildpark Bruderhaus ist entweder über die Bruderhausstrasse (ausgenommen während der Busbetriebszeiten) oder via Tösstalstrasse und Neubrechtenstrasse möglich.

Parkregeln

Rund 90 Wildtiere leben in den Gehegen des Wildparks Bruderhaus. Die meisten Tiere sind es gewohnt, von Menschen betrachtet zu werden und lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Sie sind und bleiben jedoch Wildtiere, die in bestimmten Situationen oder bei gewissen Reizen instinktiv reagieren. Oftmals sind solche Reaktionen mit Stress verbunden und es besteht die Gefahr, dass sich die Tiere verletzen.

  • die Tiere nicht füttern, streicheln oder aufschrecken
  • Hunde an kurzer Leine führen
  • kein Einsatz von Drohnen und anderen Fluggeräten
  • an den offiziellen Feuerstellen ist das Grillieren bis 20 Uhr gestattet
  • Abfall mit nach Hause nehmen oder die Abfallbehälter benutzen
  • das Reiten und Führen von Pferden im Wildpark ist nicht erlaubt
  • auf dem Gelände des Wildparks gilt ein generelles Fahrverbot für motorisierte Fahrzeuge wie auch für Velos
  • den Anordnungen des Wildparkpersonals ist Folge zu leisten

Entwicklungskonzept 2030

Der Wildpark Bruderhaus wurde im Jahr 1890 gegründet. Seither hat er sich stetig weiterentwickelt. Ende 2024 hat der Stadtrat das «Entwicklungskonzept 2030» gutgeheissen. Dieses umfasst:

  • Umsiedlung der Rothirsche und Wildschweine in neue Anlagen
  • Sanierung und Revitalisierung des Hinteren Chrebsbachs unterhalb des Restaurants Bruderhaus
  • eine neue Anlage für den Europäischen Nerz
  • eine Auffang- und Aufzuchtstation für Luchswaisen

Je nach Stand der Drittmittelbeschaffung durch den Wildparkverein Bruderhaus können die jeweiligen Projekte realisiert werden.

Neue Anlagen für Rothirsche und Wildschweine

Die Anlagen für die Rothirsche und die Wildschweine werden nach Norden, angrenzend an die Wolfs- und Przewalskipferdeanlage verlegt und neu gestaltet. Die bestehenden Anlagen werden aufgehoben und aufgeforstet. Dank kürzerer Fahrwege wird der Betrieb des Wildparks vereinfacht. Die freiwerdenden Flächen der heutigen Gehege werden aufgeforstet. Der durch die bestehenden Gehege verlaufende Hintere Chrebsbach wird revitalisiert, ansprechend gestaltet und ökologisch aufgewertet.

Geplante Anlage für den Europäischen Nerz

Bis vor etwa einem Jahrhundert besiedelte der Europäische Nerz noch weite Teile Europas. Pelzjagd, Waldrodungen, Flussbegradigungen, Trockenlegungen von Auenlandschaften und die Gewässerverschmutzung zerstörten den Lebensraum des Marders. 1894 wurde zum letzten Mal ein freilebender Nerz in der Schweiz gesichtet. Die Tierart hat mit isolierten Beständen in Südwestfrankreich, Nordspanien, Weissrussland, Russland und im Donaudelta überlebt.

Der Europäische Nerz ist vom Aussterben bedroht. Der Wildpark Bruderhaus beteiligt sich auf Initiative des Wildparkvereins am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm zur Zucht, Auswilderung und Wiederansiedlung des Nerzes an verschiedenen geeigneten Standorten in Europa. Dazu ist geplant, beim Hinteren Chrebsbach unterhalb des Restaurants eine rund 600 Quadratmeter grosse Nerzanlage zu bauen. Um den einzelgängerisch lebenden Tieren gerecht zu werden, würde die Anlage für die Einzeltierhaltung unterteilt und mit Abtrenn- und Eingewöhnungsgehegen ausgestattet. Finanziert werden soll die Anlage durch Drittmittel, hauptsächlich durch Spendengelder.

Geplante Auffangstation für Luchswaisen

Die Population der Luchse, die in den 1970er-Jahren wieder in der Schweiz angesiedelt wurden, ist durch Inzuchterscheinungen bedroht. Abhilfe schaffen soll unter anderem eine Auffang- und Aufzuchtstation für Luchswaisen. Auf Anfrage und in Zusammenarbeit mit KORA, der Stiftung für Raubtierökologie und Wildtiermanagement Schweiz, ist angrenzend an die bestehende Luchsanlage eine Aufzuchtstation geplant. Luchswaisen aus verschiedenen Populationen in der Schweiz sollen aufgenommen und mit möglichst wenig Kontakt zu Menschen aufgezogen werden. Sobald sie ausreichend selbständig sind, werden sie in einer anderen Population wieder ausgewildert und tragen so zur genetischen Durchmischung des Luchsbestandes in der Schweiz bei. Finanziert werden sollen die Anlage und der Betrieb durch Drittmittel, hauptsächlich durch Spendengelder.

Geschichte des Wildparks

Der Wildpark Bruderhaus ist einer der ältesten Wildparks in der Schweiz. Nach seiner Gründung durch den Wildparkverein im Jahr 1890 und dem Bau der ersten Gehege zogen im Jahr darauf Rothirsche und Damhirsche ein. 1902 löste sich der damalige Wildparkverein auf. Die Verantwortung für den Wildpark ging an den Verkehrs- und Verschönerungsverein. Ab 1946 kümmerte sich die Stadtforstverwaltung um den baulichen Unterhalt des Wildparks, bis 1952 der Betrieb vollständig an sie übergeht. Dazumal leben sechs Rot-, neun Dam- und elf Sikahirsche im Wildpark. Heute liegt die Führung des Wildparks bei Stadtgrün Winterthur, das aus der Zusammenlegung von Forstbetrieb und Stadtgärtnerei hervorgegangen ist.

Chronik des Wildparks Bruderhaus

  • 1818: Umwandlung des Bruderhauses – ursprünglich eine Einsiedelei der Franziskanermönche, später ein Wohnhaus – in ein Forsthaus. Bis 1830 wohnte der erste Stadtforstmeister, Andreas Weinmann, hier.
  • 1838: Eine Gaststube wird im Forsthaus eingerichtet und eine Trinkhalle auf dem Fundament der ehemaligen Kapelle des Franziskanerordens gebaut. 
  • 1890: Der Wildparkverein gründet den Wildpark und baut erste Tieranlagen.
  • 1891: Rot- und Damhirsche ziehen ein.
  • 1902: Unterhalt und Betrieb des Wildparks gehen an den Verkehrs- und Verschönerungsverein über.
  • 1926: Erste Gesamtrenovation der Gehege.
  • 1946: Die Forstverwaltung übernimmt den baulichen Unterhalt.
  • 1952: Die Forstverwaltung übernimmt auch den Betrieb des Wildparks. Der Tierbestand umfasst zu diesem Zeitpunkt: 6 Rothirsche, 9 Damhirsche und 11 Sikahirsche.
  • 1966-1969: Renovation aller Gehege.
  • 1972: Ein Erweiterungsprojekt wird von der Stimmbevölkerung abgelehnt.
  • 1975: Neubau eines Hirschunterstands als Ersatz für zwei alte, baufällige Ställe.
  • 1977: Neubau des Wildschweinstalles sowie Bau des Wisentgeheges. Beteiligung am internationalen Erhaltungszuchtprogramm für Wisente.
  • 1981: Bau des Luchsgeheges. 
  • 1990: Im Damwildgehege werden vier Mufflons eingesetzt, gestiftet vom Jagschutzverein Winterthur und Umgebung.
  • 1991: Bau des Wildpferdegeheges zum 100-jährigen Jubiläum des Wildparks. Beteiligung am internationalen Erhaltungszuchtprogramm für Przewalskipferde. 
    Zudem Ersatz der Sikahirschgruppe durch reinrassige Vietnamsikahirsche.
  • 1999: Neubau einer artgerechten Luchsanlage als Ersatz für das veraltete, viel zu kleine Gehege.
  • 2001: Gründung des Wildparkvereins Bruderhaus.
  • 2008: Bau der Wolfsanlage.
  • 2015: Neue, grosszügige Gemeinschaftsanlage für Mufflons und Przewalskipferde.
  • 2018: Um- und Ausbau der Wisentanlage.
  • 2019: Bankivahühner, eine wild lebende Stammform des Haushuhns, ergänzen die Wildtierarten. 
  • 2021: Bau eiens dreistöckigen Gebäudes, finanziert durch die Haldimann-Stiftung. Im Parterre und Untergeschoss befinden sich die Büros, Futterküche, Lager- und Werkstätten der Tierpflegenden. Die oberen zwei Stockwerke nutzt das von der Haldimann-Stiftung finanzierte Natur- und Tierschutzkompetenzzentrum «Kompanima». 
    Bau des Reptilien- und Schlangenterrarium für Zauneidechsen und Ringelnattern. 

Wildparknews

Wildschwein mit Frischlingen auf steinigem Boden.
© Stadtgrün Winterthur

Kontakt

Wildpark Bruderhaus

Bruno Ris, Leiter Wildpark
Bruderhausstrasse 3
8400 Winterthur
stadtgruen@win.ch

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Bezeichnung
Wildpark Bruderhaus
Bruderhausstrasse 1

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Turbinenstrasse 16
8403 Winterthur
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