Luftqualität
Luftqualität in Winterthur
Die Schadstoffbelastung der Stadtluft ist seit Messbeginn deutlich gesunken. Es sind aber noch nicht überall alle Immissionsgrenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung eingehalten. Die Ozon-Belastung im Sommer ist zu hoch. Die Stickoxid-Belastung an stark befahrenen Strassen bewegt sich im Bereich des Grenzwerts. Auch die Russ-Belastung ist zu hoch, vor allem im Winter.
Die Weltgesundheits-Organisation WHO hat 2021 neue Leitlinien für die Luftqualität publiziert. Die von der WHO aufgrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse empfohlenen Werte liegen deutlich tiefer als die Immissionsgrenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung.
Messung der Luftqualität
Die stationäre Luftmessstation der Stadt Winterthur steht seit Juni 2015 auf dem Geände des Schulhauses Feld in Veltheim. Dort werden unter anderem kontinuierlich folgende Luftschadstoffe gemessen:
- Feinstaub (PM10, PM2.5 und Russ)
- Stickoxide (NOX)
- Ozon (O3)
Die Messstation Veltheim ist einer der sechs Ankerpunkte im Messnetz von Ostluft, der gemeinsamen Luftqualitätsüberwachung der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein.
Periodisch wird die Messstation in Veltheim durch eine mobile Messstation in Neuhegi ergänzt. Die Messwerte der beiden Stationen zeigen die Spannbreite der innerstädtischen Luftbelastung auf.
Neben den Messstationen gibt es in Winterthur ein Netz aus Passivsammlern. Damit wird die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft überwacht.
Wichtigste Luftschadstoffe
Bodennahes Ozon
Ozon (O3) ist ein Gas, das natürlicherweise in kleinsten Mengen in unserer Atemluft vorkommt. Es bildet sich unter Einfluss von Sonnenstrahlung aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen. Die Stickoxide stammen dabei hauptsächlich aus Verbrennungsprozessen in Motoren und Feuerungen. Die flüchtigen organischen Verbindungen entweichen primär bei der Anwendung von Lösungs- und Reinigungsmitteln. Je stärker die Sonne scheint, desto mehr Ozon kann sich bilden.
Bodennahes Ozon reizt die Augen, macht müde und kann zu Entzündungen der Atemwege führen. Besonders betroffen sind Kinder und Personen, die im Freien aktiv sind. Ungefähr 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung leiden unter erhöhter Ozonempfindlichkeit.
Bodennahes Ozon ist ein starkes Treibhausgas.
Was tun bei hoher Ozon-Belastung?
- Bei besonderer Empfindlichkeit: Sport im Freien vermeiden.
- Sport im Freien auf den Vormittag legen, wenn die Ozonwerte tiefer sind.
- Sport im Wald treiben, wo es schattiger und kühler ist.
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Feinstaub
Feinstaub ist ein Gemisch aus sehr kleinen Teilchen. Sie haben einen Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern. Deshalb werden sie auch PM10 (PM: Particulate Matter) genannt. Feinstaub entsteht durch Verbrennungsprozesse oder mechanische Prozesse, wie Abrieb im Strassen- und Schienenverkehr. Er kann auch indirekt aus Gasen entstehen, die durch komplexe chemische Reaktionen zu Feinstaub umgewandelt werden.
Eingeatmeter Feinstaub dringt bis in die Lunge vor. Gröbere Partikel können Husten, Asthmaanfälle oder Atemwegserkrankungen auslösen oder verschlimmern. Feinere Partikel können über die Atemwege tief in den Körper vordringen und wirken sich unter anderem negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus. Russ und dessen Begleitstoffe vergrössern das Lungenkrebsrisiko.
Was tun, um Feinstaubemissionen zu reduzieren?
- Öffentlichen Verkehr benutzen
- Fahrgemeinschaften bilden
- Vorausschauend und niedertourig Auto fahren
- Auf die Nutzung von Dieselfahrzeugen ohne Partikelfilter verzichten
- Möglichst auf das Entfachen von Feuer verzichten
- Mit Fernwärme oder Wärmepumpen anstatt mit Holz heizen
- Keine Cheminées oder Lagerfeuer betreiben. Falls doch: richtig anfeuern
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Stickoxide
Der Begriff Stickoxide ist eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Verbindungen aus Stickstoff und Sauerstoff. Hauptquellen von Stickoxiden sind der motorisierte Verkehr und Feuerungen
Stickoxide gehören im Sommer zu den Hauptverursachern von bodennahem Ozon. Im Winter entsteht aus Stickoxiden und Ammoniak Ammoniumnitrat, das zur Feinstaubbelastung beiträgt.
Stickoxide in der Luft können zu Augenreizungen und Erkrankungen der Atemwege führen. Zudem haben sie Auswirkungen auf Pflanzen und empfindliche Ökosysteme.
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