Zonenplanänderung und öffentlicher Gestaltungsplan mit UVB zur Abwasserreinigungsanlage «ARA Hard»

Übersicht
Das Stadtparlament hat dem Gestaltungsplan und der Zonenplanänderung am 19. Januar 2026 zugestimmt. Weil das Referendum ergriffen wurde, kommt es am 27. September 2026 zur Volksabstimmung.
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in der Hard in Winterthur ist die zweitgrösste im Kanton. Sie reinigt jährlich rund 20 Milliarden Liter Abwasser aus Winterthur und umliegenden Gemeinden. Weil die Menge zunimmt und die Anforderungen bezüglich der Reinigungsleistung gestiegen sind, sind Ausbauten nötig.
Für den Ausbau der ARA sind zusätzliche Flächen nötig: im Osten der Anlage für die Schlammbehandlung, im Westen für die neue Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen. Dafür müssen im Osten rund 2,8 Hektar Wald gerodet werden. Im Westen wird ein Stück der Bruniwiese beansprucht. Diese wegfallenden Flächen müssen ökologisch gleichwertig kompensiert werden. Im öffentlichen Gestaltungsplan ist festgelegt, wo dies passieren soll. Zudem muss der Zonenplan angepasst werden.
Das ist geplant
- Erweiterung der ARA Hard im Westen auf der Bruniwiese und im Osten im bestehenden Wald
- Zonenplanänderung, damit die zusätzlich benötigten Flächen für die ARA genutzt werden dürfen
- Öffentlicher Gestaltungsplan, der Bauflächen, Zufahrten, Infrastruktur und technische Anlagen der Erweiterung regelt
- Ersatzaufforstung und neue Fromentalwiese im Gebiet Niederfeld als ökologischer Ausgleich für den wegfallenden Wald
- Neue kleine Gewässer im bestehenden Wald, damit Amphibien zwischen Bruniwiese, Totentäli und Weiertal wandern können
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Aktueller Stand
Öffentliche Auflage | 24. Januar bis 25. März 2025 |
Weisung an das Stadtparlament | 25. August 2025 |
Festsetzung durch das Stadtparlament | 19. Januar 2026 |
Referendum | Zustande gekommen |
Volksabstimmung | 27. September 2026 |
Genehmigung durch den Kanton | Offen |
Rekursauflage | Offen |
Inkraftsetzung | Offen |
Details zur Planung
Ersatz für die schutzwürdigen Lebensräume in und um die ARA
Das Vorkommen von Eisvogel, Biber, Fischen und Fröschen zeigt, dass die Töss unterhalb der ARA dank gut gereinigtem Abwasser ein wertvoller Lebensraum ist. Aber auch das ARA-Gelände selbst beherbergt wertvolle Wiesen und kiesige Trockenstandorte, die Insekten, Amphibien und seltenen Orchideen Lebensraum bieten.
Bei der zu rodenden Waldfläche im Ostenhandelt es sich um den einzigen Mittelwald in Winterthur. Er ist Lebensraum für viele Insekten, besondere Vogelarten und Fledermäuse. Das Eidgenössische Waldgesetz schreibt vor, dass die Rodung in derselben Gegend durch eine flächengleiche Ersatzaufforstung kompensiert werden muss.
Bei der im Westen benötigten Fläche handelt es sich um einen wertvollen Orchideenstandort sowie um ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzgesetzgebung schreibt einen qualitativen Ersatz der betroffenen Lebensräume geschützter oder bedrohter Tier- und Pflanzenarten vor.
Das Projekt für die Kompensations- und Ersatzmassnahmen sieht vor, die zu rodenden 2,8 Hektaren Wald direkt östlich angrenzend im Niederfeld wieder aufzuforsten. So wird der ökologisch besonders wertvolle Mittelwald in seiner Gesamtfläche erhalten und bleibt als Natur- und Naherholungsraum vor Ort verfügbar. Die Ersatzaufforstung passiert auf stadteigenem Land.
Direkt angrenzend an die Ersatzaufforstung wird als Ersat für die Bruniewiese eine artenreiche sogenannte Fromentalwiese angelegt. Zusätzlich wird der Landschaftsraum mit Hecken, Bäumen und Buntbrachen landschaftlich und ökologisch aufgewertet.
Als Ersatz für das Amphibienlaichgebiet werden im bestehenden Wald neue Laichgewässer geschaffen und die ökologische Vernetzung verbessert.
Die geplante Ersatzaufforstung im Niederfeld erfolgt auf Fruchtfolgeflächen, also auf gutem, ackerbaufähigem Landwirtschaftsland, das derzeit noch von der Stadt an einen Landwirtschaftsbetrieb verpachtet ist. Sie müssen kompensiert werden. Dies soll durch Aufwertungsmassnahmen in Winterthur und Gemeinden in der Region geschehen.

Das Niederfeld als bester Standort für Ersatzaufforstung und ökologische Aufwertung
Die Ersatzmassnahmen wurden in einem aufwändigen Planungsprozess erarbeitet. Die meisten Flächen der über 70 geprüften alternativen Aufforstungstandorte sind zu klein und erfüllen die im Waldgesetz vorgeschriebenen qualitativen Anforderungen für einen gleichwertigen Rodungsersatz nicht.
Zudem stellt nur eine flächengleiche Ersatzaufforstung vor Ort sicher, dass die Leistungen des Waldes als Natur- und Naherholungsraum erhalten bleiben.
Das Niederfeld ist ein wertvolles Naherholungsgebiet für den stark gewachsenen Stadtteil Wülflingen. Die geplanten Massnahmen bieten die Chance, den Landschaftsraum deutlich aufzuwerten. Auch Landwirtschaft ist weiterhin in kleinerem Ausmass möglich und erwünscht.
Verbesserter Grundwasserschutz
Ein wichtiges Kriterium für den Ersatzaufforstungsstandort ist auch der Grundwasserschutz. Die Ersatzaufforstung schützt das benachbarte Grundwasserpumpwerk Hard als einzige Trinkwasserfassung in Winterthur, die überwiegend vom Eulachgrundwasser und nicht vom Tössgrundwasser gespeist wird. Bei einer Verschmutzung des Tössgrundwassers sichert sie die Trinkwasserversorgung für die Winterthurer Bevölkerung.
Was passiert bei einer Ablehnung?
Ein Nein würde die Realisierung des beschlossenen ARA-Ausbaus verzögern und verteuern. Es müsste ein neuer Standort für die Ersatzmassnahmen gefunden und beschlossen werden.
Dokumente
Kontakt
Tanja Geuggis
Projektleiterin
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