Zonenplanänderung und öffentlicher Gestaltungsplan mit UVB zur Abwasserreinigungsanlage «ARA Hard»

Die Bevölkerung hat am 14. Juni 2026 dem Ausbau und der Erneuerung der Abwasserreinigungsanlage Hard (ARA West) zugestimmt. Damit für diesen Zweck Wald gerodet und eine geschützte Wiese überbaut werden können, braucht es einen ökologisch gleichwertigen Ersatz. Der Gestaltungsplan und die Zonenplanänderung legen fest, wo dies geschehen soll: auf stadteigenem Land im angrenzenden Niederfeld. Dadurch kann auch das benachbarte Grundwasserpumpwerk Hard optimal geschützt werden.
Luftansicht einer Industrieanlage mit farbcodierten Bereichen in Orange und Blau.

Übersicht

Das Stadtparlament hat dem Gestaltungsplan und der Zonenplanänderung am 19. Januar 2026 zugestimmt. Weil das Referendum ergriffen wurde, kommt es am 27. September 2026 zur Volksabstimmung.

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in der Hard in Winterthur ist die zweitgrösste im Kanton. Sie reinigt jährlich rund 20 Milliarden Liter Abwasser aus Winterthur und umliegenden Gemeinden. Weil die Menge zunimmt und die Anforderungen bezüglich der Reinigungsleistung gestiegen sind, sind Ausbauten nötig.

Für den Ausbau der ARA sind zusätzliche Flächen nötig: im Osten der Anlage für die Schlammbehandlung, im Westen für die neue Reinigungsstufe für Mikroverunreinigungen. Dafür müssen im Osten rund 2,8 Hektar Wald gerodet werden. Im Westen wird ein Stück der Bruniwiese beansprucht. Diese wegfallenden Flächen müssen ökologisch gleichwertig kompensiert werden. Im öffentlichen Gestaltungsplan ist festgelegt, wo dies passieren soll. Zudem muss der Zonenplan angepasst werden.

Das ist geplant

  • Erweiterung der ARA Hard im Westen auf der Bruniwiese und im Osten im bestehenden Wald
  • Zonenplanänderung, damit die zusätzlich benötigten Flächen für die ARA genutzt werden dürfen
  • Öffentlicher Gestaltungsplan, der Bauflächen, Zufahrten, Infrastruktur und technische Anlagen der Erweiterung regelt
  • Ersatzaufforstung und neue Fromentalwiese im Gebiet Niederfeld als ökologischer Ausgleich für den wegfallenden Wald
  • Neue kleine Gewässer im bestehenden Wald, damit Amphibien zwischen Bruniwiese, Totentäli und Weiertal wandern können

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© Stadtwerk Winterthur

Aktueller Stand

 
 
Öffentliche Auflage
24. Januar bis 25. März 2025
Weisung an das Stadtparlament 
25. August 2025
Festsetzung durch das Stadtparlament
19. Januar 2026
Referendum
Zustande gekommen
Volksabstimmung
27. September 2026
Genehmigung durch den Kanton
Offen
Rekursauflage
Offen
Inkraftsetzung
Offen

Details zur Planung

Ersatz für die schutzwürdigen Lebensräume in und um die ARA

Das Vorkommen von Eisvogel, Biber, Fischen und Fröschen zeigt, dass die Töss unterhalb der ARA dank gut gereinigtem Abwasser ein wertvoller Lebensraum ist. Aber auch das ARA-Gelände selbst beherbergt wertvolle Wiesen und kiesige Trockenstandorte, die Insekten, Amphibien und seltenen Orchideen Lebensraum bieten.

Bei der zu rodenden Waldfläche im Ostenhandelt es sich um den einzigen Mittelwald in Winterthur. Er ist Lebensraum für viele Insekten, besondere Vogelarten und Fledermäuse. Das Eidgenössische Waldgesetz schreibt vor, dass die Rodung in derselben Gegend durch eine flächengleiche Ersatzaufforstung kompensiert werden muss.

Bei der im Westen benötigten Fläche handelt es sich um einen wertvollen Orchideenstandort sowie um ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzgesetzgebung schreibt einen qualitativen Ersatz der betroffenen Lebensräume geschützter oder bedrohter Tier- und Pflanzenarten vor.

Das Projekt für die Kompensations- und Ersatzmassnahmen sieht vor, die zu rodenden 2,8 Hektaren Wald direkt östlich angrenzend im Niederfeld wieder aufzuforsten. So wird der ökologisch besonders wertvolle Mittelwald in seiner Gesamtfläche erhalten und bleibt als Natur- und Naherholungsraum vor Ort verfügbar. Die Ersatzaufforstung passiert auf stadteigenem Land.

Direkt angrenzend an die Ersatzaufforstung wird als Ersat für die Bruniewiese eine artenreiche sogenannte Fromentalwiese angelegt. Zusätzlich wird der Landschaftsraum mit Hecken, Bäumen und Buntbrachen landschaftlich und ökologisch aufgewertet.

Als Ersatz für das Amphibienlaichgebiet werden im bestehenden Wald neue Laichgewässer geschaffen und die ökologische Vernetzung verbessert.

Die geplante Ersatzaufforstung im Niederfeld erfolgt auf Fruchtfolgeflächen, also auf gutem, ackerbaufähigem Landwirtschaftsland, das derzeit noch von der Stadt an einen Landwirtschaftsbetrieb verpachtet ist. Sie müssen kompensiert werden. Dies soll durch Aufwertungsmassnahmen in Winterthur und Gemeinden in der Region geschehen.
 

Luftaufnahme von Landschaft mit Beschriftungen für verschiedene Bereiche.

Das Niederfeld als bester Standort für Ersatzaufforstung und ökologische Aufwertung

Die Ersatzmassnahmen wurden in einem aufwändigen Planungsprozess erarbeitet. Die meisten Flächen der über 70 geprüften alternativen Aufforstungstandorte sind zu klein und erfüllen die im Waldgesetz vorgeschriebenen qualitativen Anforderungen für einen gleichwertigen Rodungsersatz nicht.

Zudem stellt nur eine flächengleiche Ersatzaufforstung vor Ort sicher, dass die Leistungen des Waldes als Natur- und Naherholungsraum erhalten bleiben.

Das Niederfeld ist ein wertvolles Naherholungsgebiet für den stark gewachsenen Stadtteil Wülflingen. Die geplanten Massnahmen bieten die Chance, den Landschaftsraum deutlich aufzuwerten. Auch Landwirtschaft ist weiterhin in kleinerem Ausmass möglich und erwünscht.

Verbesserter Grundwasserschutz

Ein wichtiges Kriterium für den Ersatzaufforstungsstandort ist auch der Grundwasserschutz. Die Ersatzaufforstung schützt das benachbarte Grundwasserpumpwerk Hard als einzige Trinkwasserfassung in Winterthur, die überwiegend vom Eulachgrundwasser und nicht vom Tössgrundwasser gespeist wird. Bei einer Verschmutzung des Tössgrundwassers sichert sie die Trinkwasserversorgung für die Winterthurer Bevölkerung.

Was passiert bei einer Ablehnung?

Ein Nein würde die Realisierung des beschlossenen ARA-Ausbaus verzögern und verteuern. Es müsste ein neuer Standort für die Ersatzmassnahmen gefunden und beschlossen werden.

Kontakt

Tanja Geuggis

Projektleiterin

Pionierstrasse 7
8403 Winterthur
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