Winterfester Garten

In der kalten Jahreszeit schläft der Garten sprichwörtlich: Viele Insekten überwintern als Larven im Boden oder im Laub, Tiere wie der Siebenschläfer oder der Igel machen Winterschlaf, Frösche und Kröten befinden sich in der Winterstarre. Laubgehölze haben ihre Blätter verloren und betreiben keine Photosynthese mehr. Es gibt jedoch auch einige Tiere, die die harsche Jahreszeit nicht einfach verschlafen können: Besonders Singvögel lassen sich im winterlichen Garten leicht beobachten.
Vogel auf schneebedecktem Ast.
Die Blaumeise ist in der Schweiz sehr häufig anzutreffen und kommt im Winter gerne ans Futterhäuschen.
© NickyPe (via Pixabay)

Tipp 1: Bitte nicht aufräumen

Machen Sie sich weniger Arbeit. Pflanzen Sie einheimische Sträucher und Stauden und überlassen Sie einen Teil Ihres Gartens mehr oder weniger der Natur. Räumen Sie seltener auf. Das gibt Tieren mehr Versteckmöglichkeiten und Ihnen mehr Zeit für anderes im Leben. Wenn Sie doch einen Effort leisten möchten: Stein- und Asthaufen mit Hohlräumen bieten perfekte Unterschlüpfe für Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien und Insekten.

Tipp 2: Bitte nicht abschneiden

Lassen Sie verblühte Blumen und Samenstände stehen und schneiden Sie sie erst im Frühling zurück. In hohlen Stängeln überwintern Wildbienen und andere Insekten. Generell ist es gut, Stauden immer nur teilweise zu schneiden und das Schnittgut wenn möglich vor Ort zu einem Haufen aufzuschichten. Samen bieten Vögeln wichtige Nahrung im Winter. Wertvoll sind für die Vögel auch Früchte, die über den Winter verzehrt werden können, zum Beispiel von Schwarzdorn (Schlehe), Pfaffenhütchen, Weissdorn, Vogelbeere oder Gemeinem Schneeball.

Gefrorene rote Beeren an schneebedeckten Ästen.
Einheimische Sträucher sind im Winter wichtige Nahrungsquellen für Vögel.
© katya-guseva0 (via Pixabay)

Tipp 3: Bitte nicht rechen

Rechen Sie das Laub nur dort zusammen, wo es nötig ist. Nutzen Sie die Blätter, um Blumen- und Gemüsebeete zu bedecken oder legen Sie einen Laubhaufen an. Laub ist Nahrung für Regenwürmer und andere Kleinlebewesen und schützt den Boden vor dem Austrocknen. Laub verwest im Laufe von Monaten und wird letztendlich zu nährstoffreicher Erde, deren Inhaltsstoffe von Pflanzen aufgenommen und zum Wachstum genutzt werden können. Dadurch kann der natürliche Kreislauf zugelassen und genutzt werden, in dem Nährstoffe, Wasser und Energie vor Ort wiederverwendet werden. 

Gestapelte Holzstücke im Gras.
Ein Ast- und Laubhaufen bietet Insektenlarven, Fröschen, Molchen, Blindschleichen und vielen anderen Tieren Unterschlupf.
© Stadtgrün Winterthur / Petrissa Villiger

Tipp 4: Bitte nicht stören

Tiere müssen im Winter so viel Energie wie möglich sparen. Werden sie gestresst oder gar aus dem Winterschlaf gerissen, kann dies für viele von ihnen den Tod bedeuten. Beispielsweise finden Igel, Fledermäuse und andere Insektenfresser im Winter keinerlei Nahrung und dürfen deshalb unter keinen Umständen gestört werden – sollte dies trotzdem geschehen, müssten Sie das Tier in eine professionelle Auffangstation bringen.

Schlafende Haselmaus in einem Nest aus trockenen Zweigen.
Eine Haselmaus im Winterschlaf, gefunden in einem Vogelnistkasten.
© Zoë Helene Kindermann (via Wikimedia (CC BY-SA 4.0))

Tipp 5: Vögel beobachten

Die Vögel, die bei uns überwintern, sind an die hiesigen Wetterverhältnisse angepasst und müssen grundsätzlich nicht gefüttert werden. Wichtig ist aber, dass sie natürliche Futterquellen finden: einheimische Sträucher mit leckeren Beeren, ungeschnittene Stauden mit vielen Samen und natürliche Gewässer mit Insektenlarven und Fischen. Wer im Winter trotzdem Kleinvögel füttern möchte, sollte folgende Hinweise beachten:

  • Das Futter sollte möglichst der natürlichen Nahrung der Vögel entsprechen. Bei Körnerfressern wie Spatzen, Finken oder Meisen sind dies verschiedene Samen, zum Beispiel Hanfsamen oder Sonnenblumensamen. Bei Weichfressern wie Amsel, Star oder Rotkehlchen sind dies Obst und Nüsse, zum Beispiel aufgeschnittene Äpfel oder gehackte Haselnüsse.
  • Das Füttern von Tauben und Greifvögeln ist verboten.
  • Meisenknödel im Plastiknetz können für die Tiere eine Gefahr darstellen, wenn sie sich darin verheddern. Zudem dürfen die leeren Netze auf keinen Fall in die Umwelt gelangen, sondern müssen korrekt im Hauskehricht entsorgt werden.
  • Treffen viele Vögel an einer Futterstelle aufeinander, kann dies zur Verbreitung von Krankheiten beitragen. Wird ein Vogelhäuschen benutzt, muss dieses so gebaut sein, dass die Vögel nicht im Futter stehen und kein Kot ins Futter gelangen kann. Das Häuschen sollte zudem nach Gebrauch gut gereinigt werden. Ergrautes Futter ist giftig für die Vögel.
  • Die Futterstelle muss so angelegt sein, dass sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können.

Seltene und bedrohte Vogelarten profitieren nicht von der Winterfütterung.

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