Innovationslabor

Im Innovationslabor im Grüze-Quartier lehrt und forscht die Stadt Winterthur zu Ökologie, Stadtentwicklung, Bauen und nachhaltiger Mobilität. Es dient als Besucherzentrum für die Querung Grüze und kann für private Events gemietet werden.
Kleines Gebäude mit Metallzaun und Bäumen im Hintergrund.

Forschen, lehren, ausstellen und über die Zukunft diskutieren. Aber auch feiern, essen und manchmal sogar Yoga oder Spinning: Das Innovationslabor ist ein Ort, an dem vieles zusammenkommt.

Und es ist eine Weltpremiere: Das Labor ist der weltweit erste Hochbau aus extradünnem CPC-Beton. Direkt davor wurde das schweizweit erste Solartrottoir gebaut.

Im zweistöckigen, offenen Pavillon und auf der davorliegenden Parzelle werden Technologien und Ideen getestet und gezeigt. Auf dem begehbaren Dach entsteht etwa ein Schwammstadtgarten. So ermöglicht das Labor den Winterthurer:innen einen Blick in die Zukunft ihrer Stadt, des Bauens und des nachhaltigen Lebens und Wirtschaftens.

Gleichzeitig dient das Gebäude am Fuss der Leonie-Moser-Brücke in der Grüze als Besammlungsort für Baustellenführungen, als Bildungszentrum für Schulklassen und es kann für private Veranstaltungen gemietet werden. 

Findet gerade kein Anlass statt, ist das Innovationslabor geöffnet und frei zugänglich. 

Themen: Grüze+, Schwammstadt, Strom von der Strasse

Grüze+

Luftaufnahme einer Stadt mit Bahngleisen und Strassen.

Das Innovationslabor liegt direkt am Fuss der Leonie-Moser-Brücke und damit im Herzen des Schwerpunktraums Grüze+. Hier entstehen viel Wohnraum, eine neue ÖV-Drehscheibe und mehr Platz für Sport, Geschäfte, Gastronomie und Kultur. Damit wird die Grüze in den nächsten 15 Jahren zu einem lebendigen Stadtgebiet heranwachsen.

Diese Entwicklung sollen die Winterthurer:innen im Innovationslabor miterleben und steuern können. Seit Sommer 2024 dient das Innovationslabor als Besammlungszentrum für Baustellenführungen. Es ist ausserdem ein Ort, an dem die Bevölkerung die Zukunft des Lebens in der Stadt visualisieren und Impulse geben kann.

Schwammstadt

Hinweisschild vor einem Holzkasten mit hohen Gräsern.
© Muriel Blum

Die Sommer werden heisser und trockener, und wenn es regnet, dann plötzlich und viel. Um für die Auswirkungen der Klimakrise gerüstet zu sein, müssen sich Städte grundlegend verändern. Eine Lösung ist, die Stadt in einen Schwamm zu verwandeln: Betonflächen entsiegeln, Wasserspeicher bauen und vor allem begrünen, begrünen, begrünen. So fliesst Wasser in die Böden und Pflanzen, statt ungenutzt in der Kanalisation zu landen. Bäume, Sträucher und Wiesen kühlen mit ihrem gespeicherten Wasser die Stadt.

Im Innovationslabor wird zur Schwammstadt geforscht: In welchen Bodenbelägen versickert das Wasser am besten? Und welche Pflanzen geben am meisten Feuchtigkeit ab? Die Besuchenden erhalten einen Einblick in diese Forschung, können teilweise selber mitforschen und lernen an verschiedenen Posten, wie Winterthur zukunftsfähig wird.

Nachhaltig bauen

Betonpfeiler und Flachdach vor unscharfem Hintergrund.

Den aufmerksamen Betrachtern fällt auf: Das Innovationslabor ist aus auffällig dünnen Betonplatten gebaut, nur wenige Zentimeter dick.

Möglich macht es die sogenannte CPC-Technologie. Sie wurde an der ZHAW in Winterthur entwickelt und setzt auf Carbonfäden statt Stahl als Armierung für den Beton. Damit senkt sie den Materialverbrauch um bis zu 75 Prozent. Eine bahnbrechende Technologie, wenn man bedenkt, dass ein Viertel der Schweizer CO₂-Emissionen durch die Bauwirtschaft verursacht werden.

Das Innovationslabor ist der erste Hochbau aus CPC-Beton. Den Besuchenden wird eine Weltpremiere geboten.

Kreislaufwirtschaft

Das Innovationslabor ist für fünf bis zehn Jahre geplant und kann in dieser Zeit modular umgebaut oder erweitert werden. Danach können die Platten einfach abgebaut und anderswo weiterverwendet werden – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Solarstrom aus dem Boden

Gang mit Solarpflastersteinen neben einem Zaun und Pflanzen.

Beim Innovationslabor ging das erste Solartrottoir der Schweiz in Betrieb. Die grossen, schwarzen Platten im Trottoir sind eine befahrbare Photovoltaikanlage von Wattway. Mit bis zu 30 km/h kann darübergefahren werden.

Sechs Solarmodule erzeugen hier saubere Energie, ganz ohne zusätzlichen Bodenverbrauch – die Fläche ist ja bereits versiegelt. Die Panels sind nur wenige Millimeter dünn, extrem robust und dabei so rutschfest wie normaler Asphalt. Schon rund 20 Quadratmeter dieser Technologie reichen theoretisch aus, um einen ganzen Haushalt mit Strom zu versorgen.

Veranstaltungen & Events

Aussenbereich mit roten Stühlen, Tischen und Pflanzkübeln.

Das Innovationslabor lebt von seinen Besucher:innen. Findet kein Anlass statt, ist es grundsätzlich geöffnet und kann frei besucht werden. 

Private Veranstaltungen

Offene und überdachte Fläche, 16 Tische, 40 Stühle, ein WC und viele Pflanzen fürs Garten-Feeling: Während der warmen Monate eignet sich das Innovationslabor ausgezeichnet für Feiern, Workshops oder Apéros. Für mehr Informationen und Buchen folgen Sie dem Link. 

Auch für Verpflegung ist gesorgt. Lokale Gastro-Partner servieren frische, kreative und sättigende Köstlichkeiten. Die Angebote wechseln je nach Saison und Event und werden in Foodtrucks zubereitet. 

Öffentliche Veranstaltungen

Während der warmen Jahreszeiten finden im Innovationslabor regelmässig Veranstaltungen und Führungen der Stadt Winterthur statt. Hier sehen Sie, was in den nächsten Wochen ansteht: 

Für Schulklassen

Person erklärt einer Gruppe vor einem Bildschirm.

Am besten lernt man mit den Händen. Deshalb packen Kinder und Jugendliche im Innovationslabor mit an. Hier testen sie, welches Bodenmaterial Wasser am besten aufnimmt, messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und untersuchen Pflanzen. 

Sind Sie Lehrperson und möchten mit Ihrer Schulklasse vorbeikommen? Folgen Sie dem Link für mehr Informationen. 

Partner

Innovation entsteht durch Teamarbeit. Der Bau und Betrieb des Innovationslabors ist eine Teamleistung, die ohne Partner niemals möglich gewesen wäre. Die Stadt Winterthur dankt der Holcim AG, der ZHAW, der CPC AG, der Landolt Gruppe und der Herzhaft Gastro für ihre Unterstützung und die grossartige Zusammenarbeit. 

Holcim AG

Die Holcim (Schweiz) AG ist eine der führenden Anbieterinnen der Schweiz für innovative und nachhaltige Baulösungen in den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Infrastruktur.

An 55 schweizweiten Standorten produziert das Unternehmen Beton, Kies und Zement und recycelt Abbruchmaterialien zu ressourcenschonenden Produkten. Nachhaltigkeit steht dabei im Zentrum der Geschäftstätigkeit: Als Vorreiterin bei der Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen hat sich Holcim Schweiz zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutrale und vollständig rezyklierbare Baustoffe zu produzieren. Um diese Vision zu erreichen, setzt Holcim auf Kreislaufwirtschaft und reduziert CO2 entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Holcim Schweiz ist eine Tochtergesellschaft der global tätigen Holcim Ltd und beschäftigt rund 1200 Mitarbeitende in drei Zementwerken, 16 Kieswerken, 36 Betonwerken und mehreren Recyclingcentern.

Lastwagen mit Anhänger auf Industriegelände neben Silotürmen.

ZHAW

Seit 150 Jahren: Lernen und Forschen in inspirierender Umgebung.

Mit den drei Instituten «Urban Landscape», «Konstruktives Entwerfen» sowie «Bautechnologie und Prozesse» finden wir praxisnahe Antworten zu Fragen von Nachhaltigkeit, Gesellschaft und Gestaltung. Die «Winterthurer Schule» gehört im Bereich Bauwesen zu den traditionsreichsten, grössten und innovativsten Ausbildungsstätten in der Schweiz.

Industriehalle mit Holz- und Metallinstallationen.

CPC AG

Die CPC-Betonelemente der CPC AG (Schweiz) basieren auf der «Carbon Prestressed Concrete»-Technologie, die aus einem langjährigen Forschungsprojekt an der ZHAW hervorging. Die CPC-Technologie ist weltweit patentrechtlich geschützt. Seit 2015 werden Bauprojekte mit CPC-Betonplatten umgesetzt. Zahlreiche Bauten wie Balkone, Brückenbeläge, Modulbrücken, Fahrradständer, Sprungtürme oder Treppenanlagen wurden bereits erfolgreich realisiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Materialien fallen CPC-Platten drei bis viermal dünner aus und haben ein geringeres Gewicht, ohne dabei an Tragfähigkeit zu verlieren. Die CPC-Platten für das Innovationslabor werden in einem Holcim Werk gefertigt, verarbeitet und zugeschnitten. Mithilfe von Stecksystemen lassen sich die Platten zu Bauelementen zusammenfügen und auf der Baustelle in kürzester Zeit zur Tragstruktur montieren.

Hand hält Fasern neben einem Betonblock mit herausragenden dünnen Stäben.

Landolt Gruppe

Wir sind eine seit Generationen familiengeführte Bauunternehmung, die sich immer wieder erfolgreich den laufend ändernden Herausforderungen der Schweizer Bauwirtschaft anpasst.

Die Landolt Gruppe fördert und lebt gemeinsame Werte: Wir bauen mit Respekt vor dem Handwerk und einem gesunden Berufsstolz für unsere Bauherren im Hoch-, Tief- und Infrastrukturbau sowie als Totalunternehmung – professionell, leidenschaftlich und partnerschaftlich.

In einem dynamischen Arbeitsumfeld bilden wir Lernende aus, fördern Talente, schätzen Ideen und feiern gemeinsam unsere Erfolge.

Als Familien- und Traditionsbetrieb ist es uns ein Anliegen, uns in der Gesellschaft für Sport und Kultur zu engagieren. Als Sponsor von verschiedenen Veranstaltungen, von Sportler-innen und Sportlern, von Vereinen und Verbänden tragen wir unseren Teil zur positiven Entwicklung unserer Region bei.

Grosses Gebäude mit markanter Struktur und Bäumen im Hintergrund.

Herzhaft Gastro

Wir sind spezialisiert auf die Schaffung zeitlich limitierter Begegnungsorte und entwickeln gemeinsam mit unseren Partnern auf den jeweiligen Ort zugeschnittene Gastronomiekonzepte.

Im Innovationslabor geht es uns darum, den Ort mit vielfältigen, teils unerwarteten Veranstaltungen und einem bunten Gastronomiekonzept zu beleben. Wir streben an, Menschen zu motivieren sich mit diesem Raum auseinanderzusetzen und sie für eine Mitgestaltung zu begeistern. Und wir freuen uns, dass wir durch unseren Beitrag mithelfen, die Industriebrache zu einem Quartiertreffpunkt umzuformen.

Bunter Aussenbereich mit Tischen und Stühlen.

Adresse

Innovationslabor Winterthur
St. Gallerstrasse 133
8404 Winterthur

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Bezeichnung
Innovationslabor

Für diesen Inhalt zuständig

Tiefbauamt

Departement Bau und Mobilität
Tiefbauamt
Pionierstrasse 7
8403 Winterthur

Öffnungszeiten

Montag–Freitag08.00–12.00 Uhr
14.00–16.00 Uhr
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