Was ist eine Schwammstadt?

Was ist eine Schwammstadt?
Die Stadt wird zum Schwamm. Das ist die Idee hinter der Schwammstadt. Wenn es regnet, nimmt die Stadt das Wasser in ihren vielen Pflanzen, Parks und entsiegelten Böden auf, statt dass alles in die Kanalisation abfliesst. Und wenn es trocken ist, geben die Schwammstadt-Elemente die gespeicherte Flüssigkeit wieder ab und kühlen, wässern und befeuchten so die Stadt samt Natur und Bevölkerung. Ähnlich, als würde man einen Schwamm ausdrücken.
Die Idee der Schwammstadt entstand als Antwort auf den Klimawandel. Städte müssen sich an die zunehmenden Wetterextreme anpassen und mit starker Hitze und heftigem Niederschlag klarkommen. Schwammstädte sind klimaresilient, zukunftsfähig und verbessern die Lebensqualität. Im Juni 2023 beschloss der Stadtrat, dass Winterthur zur Schwammstadt werden soll.
Wer macht Winterthur zur Schwammstadt?
Wer macht Winterthur zur Schwammstadt?
Die Arbeitsgruppe Schwammstadt der Stadt Winterthur und setzt sich aus Vertreter:innen des Tiefbauamts, von Stadtgrün, des Umwelt- und Gesundheitsschutzes und des Amtes für Städtebau zusammen. Die Leitung liegt beim Tiefbauamt.
Die Umsetzung gelingt aber nur im Zusammenspiel mit vielen weiteren Akteuren – Fachleute aus verschiedenen Bereichen denken die Prinzipien der Schwammstadt mit und setzen die folgenden Punkte um:
- Die Organisation von Veranstaltungen und Informationskampagnen soll dazu beitragen, das Wissen erarbeitet und verarbeitet wird.
- Öffentliche Projekte entwickeln und umsetzen.
- Private Schwammstadt-Projekte fördern.
- Egal ob bei neuen Bauten oder Umbauten: Die Prinzipien der Schwammstadt wo immer möglich integrieren.
Es braucht Sie!
Alleine kann die Stadt das Schwammstadtprinzip nur begrenzt umsetzen. Möchten auch Sie klimaangepasst bauen, entsiegeln oder begrünen? Die Arbeitsgruppe Schwammstadt unterstützt und fördert Ihr Vorhaben.
Was wird erreicht?
Als Schwammstadt profitiert Winterthur gleich mehrfach: Die Stadt wird kühler, resilienter gegen Starkregen und lebenswerter für Mensch und Natur. Vier Bereiche zeigen, wo sich das Prinzip besonders bemerkbar macht.
Kühlung der Stadt
Kühlung der Stadt
In der Schwammstadt sorgen Bäume, begrünte Dächer und Grünflächen für Abkühlung. Dadurch, dass sie Wasser speichern und es anschliessend durch Verdunstung wieder abgeben, wirken sie wie natürliche Klimaanlagen. Bäume spenden zudem wertvollen Schatten. So lässt es sich auch bei Hitze gut aushalten. Man spricht von blau-grüner Infrastruktur.
Unterstützung bei Starkregen
Unterstützung bei Starkregen
Indem mehr Regenwasser in Böden und Pflanzen gespeichert wird, fliesst weniger Regenwasser in die Kanalisation, wodurch diese entlastet wird. Schwammstadt-Elemente können so einen Beitrag zum Umgang mit Starkregenereignissen leisten. Dies ist besonders wichtig, da durch den Klimawandel häufigere und intensivere Regenereignisse erwartet werden.
Artenvielfalt
Artenvielfalt
Die Schwammstadt bietet Lebensraum für viele Tiere. Überall hat es Pflanzen und deren Blüten und Früchte, wodurch Vögel und Insekten Unterschlupf und Nahrung finden. Diese Artenvielfalt macht Winterthur nicht nur lebendiger und schöner, sondern auch widerstandsfähiger. Je mehr verschiedene Arten zusammenleben, desto besser kann sich das städtische Ökosystem an Veränderungen und Belastungen anpassen. Fällt eine Art aus, können andere ihre Aufgaben übernehmen - so bleibt das natürliche Gleichgewicht erhalten. Diese Widerstandskraft ist für die Zukunft unserer Städte wichtig.
Steigerung der Lebensqualität
Steigerung der Lebensqualität
Die Schwammstadt ist ein Ort, an dem Menschen sich wohlfühlen. Die Bevölkerung zieht sich in die Parks und in den Schatten zurück, wo sie sich entspannen, die saubere Luft und ein angenehmes Klima geniessen kann. Natur in der Stadt reduziert den Stress, bringt Abwechslung und gute Laune.
Wie wird es erreicht?
Kurz gesagt basiert das Schwammstadt-Prinzip auf drei Funktionen: versickern, verdunsten und speichern. Entsiegelte Flächen lassen Regenwasser versickern und entlasten damit die Kanalisation. Wasser, das in Böden und Pflanzen gespeichert ist, verdunstet und trägt zur Abkühlung der Umgebung bei. Und Böden und Pflanzen speichern Regenwasser. Wird es in Tanks gesammelt, kann es gezielt wiederverwendet werden. Hier erfahren Sie mehr dazu, wie ein positiver Effekt erreicht wird.
Entsiegeln & Versickern
Regenwasser ist wertvoll. In der Schwammstadt versickert es deshalb wo immer möglich im Boden – auch im Baugebiet. Nicht verschmutztes Regenwasser, wie zum Beispiel von den meisten Dachflächen, muss vor Ort versickern – in der Regel auf dem Grundstück, auf dem es anfällt. Bei Metalldächern (z.B. aus Kupfer) oder anderen belasteten Flächen muss das Wasser vor der Versickerung gereinigt werden.

Retention & Verdunstung
Grünflächen und Vegetation werden in der Stadt geschaffen, die Regenwasser wie ein Schwamm aufsaugen. Bäume, begrünte Dächer und Fassaden speichern das Wasser und geben es langsam durch Verdunstung wieder an die Luft ab. Das kühlt die Umgebung und sorgt für ein angenehmes lokales Klima.

Speichern & Nutzen
Da Regenwasser eine wertvolle Ressource ist, wird es in Zisternen und Tanks gespeichert, um später wiedergenutzt zu werden. Zum Beispiel zum Bewässern von Pflanzen, um so wertvolles Trinkwasser zu sparen.

Reinigung
Damit Regenwasser versickern oder genutzt werden kann, muss es sauber sein. Grünflächen und bepflanzte Beete filtern Schadstoffe aus dem Wasser und sorgen für sauberes Grundwasser. Auch spezielle Filteranlagen können eingesetzt werden, um das Regenwasser zu reinigen.

Elemente der Schwammstadt
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