Krematorium – für Angehörige

Das Krematorium für Winterthur und die Region liegt eingebettet in den Waldbereich oberhalb des Eingangs zum Friedhof Rosenberg.

Die Geschichte der Feuerbestattung

Um die Bedeutung der Feuerbestattung im Friedhof Rosenberg zu erklären, bedarf es eines kurzen historischen Rückblickes. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Erdbestattung üblich. Am 21. März 1905 luden dann aber bedeutende Winterthurer Persönlichkeiten zur Gründung eines Feuerbestattungsvereins in Winterthur ein. Die vordringlichsten Ziele des Vereins bestanden in der Förderung und Vergünstigung der Feuerbestattung sowie der Äufnung eines Fonds für den Bau und den Betrieb eines Krematoriums in Winterthur. 1906 beschloss der Verein den Bau eines Krematoriums. Im Januar 1911 fand die erste Kremation statt. 

Im Laufe der Jahre wurde die Kremation gegenüber der Erdbestattung mehr und mehr bevorzugt, sodass sich der damals gegründete Verein anlässlich seiner 75. Generalversammlung im Jahre 1980 auflöste und das Krematorium sowie das Restvermögen der Stadt Winterthur schenkte. Seit dem 1. Januar 1981 ist Stadtgrün Winterthur Betreiberin des Krematoriums. 

Das neue Krematorium

Nach einer Bauzeit von 18 Monaten konnte im November 2003 das neue Krematorium eingeweiht werden. Der mitten im Wald gelegene Bau befindet sich neben der Abdankungskapelle. Der gewählte Standort hat sich durch den in den 1970er-Jahren erstellten Erschliessungsgang ergeben. Diese Verbindung ermöglicht einen stil- und respektvollen Bestattungsablauf, angefangen von der Überbringung des Leichnams über die würdevolle Aufbahrung in der Aufbahrungshalle bis hin zur Feuerbestattung im Krematorium. All diese Örtlichkeiten sind unter Tag miteinander verbunden. Die Überführung des Leichnams erfolgt somit diskret und pietätvoll.

Die Ofenanlage wurde im Jahr 2025 vollumfänglich saniert und entspricht den aktuellen Vorschriften. 

Dem Krematorium angegliedert ist ein Hof, der den Trauergästen als Ort der Besammlung, der Besinnung und der Andacht dient. Der sichtbare Bezug zur Friedhofanlage und zum Wald ist durch transparent gestaltete Wandelemente gegeben. Die Materialwahl nimmt Bezug zum Thema und ist farblich auf die Umgebung abgestimmt. Stein (Beton und Basalt), Glas (Fenster) und Stahl (Schrifttafeln) sind Materialien, die indirekt einen Bezug zum Feuer haben. 

 

Kremationsverfahren

Die Technik moderner Kremationsanlagen wird heute massgeblich durch die Vorgaben der Luftreinhaltung und des Betriebs bestimmt. Das heisst, das sichere Einhalten der Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung und ein störungsfreier, weitgehend automatischer Betrieb der Anlagen müssen gewährleistet sein. 

In Winterthur stehen seit den Dreissigerjahren gasbetriebene Kremationsöfen im Einsatz. Dies im Gegensatz zu den meisten Krematorien in der Schweiz, welche mit Elektroöfen betrieben werden. Aufgrund der bereits bestehenden Erdgasversorgung und der grösseren Zahl der Anbieter fiel die Wahl beim Bau des Krematoriums im Jahr 2003 erneut auf gasbefeuerte Öfen. Es handelt sich dabei um sogenannte «Etagenöfen», die gegenüber anderen Bauformen (Flachbettöfen) den Vorteil grosser Wärmespeicherkapazität, relativ kurzer Einäscherungszeit und langer Funktionsdauer aufweisen.

Der Etagenofen gliedert sich in drei übereinander angeordnete Zonen, nämlich die Hauptbrennkammer,  in der die eigentliche Verbrennung stattfindet, die Mineralisierungskammer und die Nachbrennkammer. Dies ergibt eine relativ hohe Bauweise, die mit etwa 6 Metern über zwei Gebäudegeschosse reicht. Das Einfahren des Sarges erfolgt mittels einer Sargeinfahrmaschine im Erdgeschoss in die Hauptbrennkammer des Ofens. In dieser verläuft die Einäscherung des Leichnams. Die Asche wird auf einer drehbaren Ascheplatte aus hochwärmefestem Stahl aufgefangen. Vor dem Einfahren des nächsten Sarges dreht die Platte und die Asche fällt auf eine darunter liegende Drehplatte. Auf dieser erfolgt in der Mineralisierungskammer das vollständige Ausbrennen der Asche. Durch Drehung dieser Drehplatte fällt die Asche auf die unterste Platte, wo sie auskühlt und anschliessend durch Drehung der Platte in den Aschekasten fällt. Hier kann sie dem Ofen entnommen werden. Die Ascheaufbereitung sowie das Befüllen und Beschriften der Urne erfolgen an einem speziell eingerichteten Arbeitsplatz im Untergeschoss. Aschemühle und Aschesortiertisch sind an eine Absauganlage angeschlossen. So kann für das Personal ein weitgehend staubfreies Arbeiten sichergestellt werden. Im Ofen ist in der Hauptbrenn-, der Mineralisierungs- und der Nachbrennkammer je ein Erdgasbrenner angeordnet. Beim Aufheizen der Öfen sind alle Brenner in Betrieb. Während der Einäscherung sind in der Regel nur noch der Mineralisierungsbrenner und der Nachbrenner zwecks Aufrechterhaltung einer Temperatur von mindestens 850 Grad Celsius zugeschaltet. Über Gebläse werden die Brenner und die verschiedenen Zonen des Ofens mit Verbrennungsluft versorgt. Da bei Verbrennung Wärme frei wird, kann bei ausreichender Sauerstoffzufuhr der Verbrennungsprozess ohne äussere Energiezufuhr bis zur vollständigen Einäscherung aufrecht erhalten werden. Die erforderliche Verbrennungsluftmenge ist in den ersten 15 Minuten der Einäscherung am grössten und nimmt dann ab.

Die bei der Einäscherung im Hauptbrennraum des Ofens entstehenden Rohgase werden über die Abzüge in den Nachbrennraum geleitet und ausgebrannt. Durch die hohe Temperatur in der Nachbrennkammer kann ein vollständiger Ausbrand der Rauchgase sichergestellt werden. Die heissen Rauchgase werden über gemauerte und in der Bodenplatte des Gebäudes geführte Kanäle dem Abgaskühler zugeführt. Der Abgasvolumenstrom ist abhängig vom Gewicht des Leichnams und des Sarges und liegt zwischen 2500 und 4000 m3 pro Stunde. Für die Luftreinhaltung ist eine genügend hohe Temperatur in der Nachbrennzone, kombiniert mit einer geregelten Luftführung, wichtig. Sie sorgen für eine möglichst vollständige Verbrennung der Rauchgase.

Rauchgasreinigungsanlage 

Die Rauchgase werden in einem Rauchgaskühler mittels Wasser von ca. 700 Grad auf 140 Grad Celsius abgekühlt. Die an das Kühlwasser abgegebene Wärme wird über Rückkühlwerke, die auf dem Dach aufgestellt sind, an die Umgebungsluft abgeführt respektive bei Bedarf genutzt. Die Entstaubung der abgekühlten Rauchgase wird zweistufig durchgeführt. In einer ersten Stufe erfolgt eine Abtrennung des Grobstaubs in einem Zyklon. Die eigentliche Entstaubung geschieht in einem Gewebefilter, in dem die Gase über Filterschläuche praktisch vollständig vom Staub befreit werden. Die Abreinigung des auf den Filteroberflächen angesammelten Staubes erfolgt durch periodische Rückspülung mittels Druckluft. Dabei fällt der Staub in den Sammeltrichter und wird in ein Fass ausgetragen.

Die entstaubten Rauchgase werden anschliessend in einen mit einem Gemisch von Aktivkohle und Kalk (so genanntem Sorbalit) befüllten Wanderbettfilter geführt und von Quecksilber und Spuren organischer Schadstoffe befreit. Das beladene Sorbalit muss von Zeit zu Zeit durch frisches Material ersetzt werden. Sowohl der Filterstaub als auch das Sorbalit werden als Reststoffe entsorgt. Hinter dem Aktivkohlefilter ist der Saugzug angeordnet. Er fördert die Rauchgase über die gesamte Rauchgasreinigungsanlage. Die Leistung wird dabei so gesteuert, dass in den Öfen immer ein gleich bleibender Unterdruck aufrechterhalten wird. Das Reingas wird nach dem Saugzug auf die 20 Meter hohen Kamine geführt. Diese bestehen aus den Aussenrohren und abgasführenden Innenrohren aus hitzebeständigem Stahl. Bei einem Ausfall der Rauchgasreinigungsanlage kann der Einäscherungsprozess nicht unterbrochen werden. Die Rauchgase werden dann vom Ofen über einen so genannten Bypasskanal direkt zu den Kaminen geführt. Vor dem Eintritt in den Kamin ist die Emissionsmessung installiert. Sie gestattet die kontinuierliche Überwachung der CO- und O2-Konzentrationen im Reingas. Weiterhin wird über eine optische Sonde der Staubgehalt gemessen und somit die Funktion der Entstaubungsanlage überwacht.

Für diesen Inhalt zuständig

Bestattungen & Friedhöfe

Friedhofverwaltung (Bestattungsamt)
Am Rosenberg 5
8400 Winterthur

Öffnungszeiten

Montag–Donnerstag08.30–12.00 Uhr,
13.30–17.00 Uhr
Freitag08.30–12.00 Uhr,
13.30–16.00 Uhr

In dringenden Fällen bezüglich Todesfällen ausserhalb der Öffnungszeiten wenden Sie sich bitte an die Stadtpolizei Winterthur unter der Telefonnummer +41 52 267 51 52.

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