ARA Winterthur, Neubau Hauptzulaufkanal

Der Hauptzulaufkanal zur Kläranlage Hard und die beiden Stahlrohre unter der bestehenden Verkehrsbrücke stammten aus dem Jahr 1947. Sie haben das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht und mussten ersetzt werden. Darüber hinaus musste die Anlage neuen Gewässerschutzvorschriften und einer zunehmenden Abwassermenge angepasst werden.
Neue Rohrbrücke über die Töss, Hauptzulaufkanal zur ARA Hard, 2026
Neue Rohrbrücke über die Töss, Hauptzulaufkanal zur ARA Hard, 2026
© Hunziker Betatech AG

Projektübersicht

Für den zwingend notwendigen Ersatz des Hauptzulaufkanals in der Weiachstrasse und der beiden Stahlrohre unter der Verkehrsbrücke wurden mehrere Varianten geprüft. Die gewählte Version einer Brücke für die beiden neuen Stahlrohre war die sowohl in Bezug auf die Kapazitätsvergrösserung wie auch in Bezug auf den einfachen Unterhalt die beste Lösung.

Der bestehende Abwasserkanal in der Weiachstrasse aus dem Jahr 1947 und die beiden Stahlrohre unter der bestehenden verkehrsbrücke haben das Ende ihrer Lebenszeit erreicht und müssen ersetzt werden. Das Wachstum der Stadt Winterthur und der Anschluss von weiteren Gemeinden an das Winterthurer Kanalisationssystem bedingen die Vergrösserung beider Elemente.

Termine

Auflage Bauprojekt
2022
Start Arbeiten
Juni 2023
Einheben neue Stahlbrücke
Juni 2025
Inbetriebnahme neuer Zulaufkanal und Rohrbrücke
September 2025
Abschluss der Arbeiten
Juli 2026
Blick in den neuen Hauptzulaufkanal in der Weiachstrasse, 2026
Blick in den neuen Hauptzulaufkanal in der Weiachstrasse, 2026
© Hunziker Betatech AG

Projektdetails

Die Planungszeit für das Projekt nahm mehr als zehn Jahre in Anspruch – auch für Infrastrukturprojekte ein sehr langer Zeitraum. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Kein Betriebsunterbruch bei der ARA: Der Betrieb der Kläranlage, inklusive der Zu- und Wegfahrt über die bestehende Brücke musste zu jeder Zeit möglich sein. Jeden Tag werden mindestens sechs Lastwagenladungen Klärschlamm von der ARA Hard in die kantonale Klärschlammverwertungsanlage Werdhölzli in Zürich transportiert.
  • Die Verkehrssituation: Die Weiachstrasse ist eine Hauptein- und -ausfallstrasse mit über 20'000 Bewegungen pro Tag. Für den rollenden Verkehr dürfen möglichst wenig Einschränkungen entstehen. Damit das Verkehrsaufkommen während allen Bauphasen bewältigt werden kann, musste der Fuss- und Veloweg phasenweise als stadteinwärts führende Verkehrsspur genutzt werden.
  • Die Weiachstrasse ist eine Sondertransportroute. Die geplante temporäre Verkehrsregelung muss einen Transport mit Maximalgewicht von 420 Tonnen zulassen. Das bedingte eine zusätzliche Verstärkung der Uferböschung neben dem Veloweg.
  • Bauen an und über Fliessgewässern und in ökologisch wertvollen Gebieten ist durch zahlreiche Vorschriften seitens Bund und Kanton streng reglementiert. Das Bewilligungsverfahren involvierte eine grosse Zahl an kantonalen und kommunalen Amtsstellen und Interessengruppen.
  • Die Baustelle liegt auf dem Boden der Gemeinde Neftenbach. Dank guter Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Gemeindeverwaltung konnten das Tiefbauamt pragmatische und effiziente Lösungen finden.

Die Bauarbeiten im ökologisch wertvollen Abschnitt der Töss wurde von umfassenden Schutz- und Ersatzmassnahmen flankiert. Ihre Wirkung wird jährlich erhoben, und bei Bedarf werden Verbesserungen vorgenommen.

Draufsicht auf eine Brücke über einen Fluss mit umliegender Strasse und Fahrzeugen.
© Hunziker Betatech AG

Nist- und Brutplätze

Nisthilfen für nischenbrütende Vogelarten wie Wasseramsel, Berg- oder Bachstelze wurden direkt in die Natursteinverkleidung des Mauerwerks eingebaut oder seitlich an das Widerlager angebracht. Die Natursteine wurden so am Mauerwerk befestigt, dass in den Zwischenräumen Platz für Nischenbrüter entsteht.

Da der Eisvogel in guten Jahren mehrere Bruten aufzieht und dabei gerne den Standort wechselt, wurden mehrere künstliche Steilufer als mögliche Brutplätze gebaut. Dazu wurden punktuell Brombeerbüsche und andere Vegetation entfernt, damit die neu erstellten Brutwände von den Eisvögeln entdeckt und angeflogen werden können.

Sandige besonnte Stellen sind zudem nützlich für Wildbienen und Insekten.

Für Fledermäuse wurden Nist- und Brutmöglichkeiten geschaffen, in Form von Fassadenröhren, die direkt ins Mauerwerk eingebaut werden, und mit Rundkästen, die zwischen die bestehende und die neue Brücke gehängt.

Treppenaufgang neben einer Betonwand.

Auflichtung der Ufer

Die Ufer auf beiden Seiten der Töss waren dicht mit Büschen bewachsen und durch Bäume beschattet. Vor allem das rechte Ufer wurde aufgelichtet, damit mehr Licht auf den Boden kommt und so den Lebensraum für Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien, Gliederfüssler und Schnecken und andere Weichtiere verbessert werden kann.

Strömungsarme Wasserstellen für Wasserbewohner

Die Ufersicherung unterhalb der Brücke war teilweise weg- und unterspült. Mit der neuen Rohrbrücke wurde auch eine neue Ufersicherung unter beiden Brücken eingebaut. Dabei wurde der Böschungsfuss durchgehend mit abwechslungsweise vorstehenden und rückversetzten Blöcken gestaltet. Gleichzeitig wurden die bestehenden Kleinbuhnen rückgebaut und durch Raubäume als Baumbuhnen ersetzt. So entstehen strömungsarme Wasserstellen als Unterstände und Nischen für die Fische und andere Wassertiere.

Markierungen auf der Karte (1)

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Bezeichnung
Verlauf Kanal und Rohrbrücke

Für diesen Inhalt zuständig

Projektierung & Realisierung

Departement Bau und Mobilität
Tiefbauamt
Pionierstrasse 7
8403 Winterthur

Öffnungszeiten

Montag–Freitag08.00–12.00 Uhr
14.00–16.00 Uhr
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