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Mitternachtskaffee

Mitternachtskaffee, Winterthur

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Pause am Bahnhof Winterthur? Das ist heute undenkbar. Früher aber hatten die Fahrdienstmitarbeitenden der Winterthurer Verkehrsbetriebe jeweils einen Aufenthalt von zehn Minuten am Bahnhof. «Wir fuhren damals alle gleichzeitig los. Heute kommen die Busse, die Fahrgäste steigen ein und aus, dann fahren wir bereits wieder weiter», erzählt Buschauffeur Heinz Desponds. Ein solcher Fliessbahnhof hat vor allem Vorteile für die Fahrgäste, denn sie müssen nie lange auf die Abfahrt ihres Busses warten. Wie ist das beim heutigen hohen Verkehrsaufkommen überhaupt zu schaffen? Tatsächlich sei es bei hohem Verkehrsaufkommen eine Herausforderung, den Fahrplan einzuhalten: «Mein persönlicher Rekord ist eine Verspätung von 43 Minuten», berichtet Heinz Desponds.

Von solchen Verzögerungen im Zeitplan kriegen die Fahrgäste aber nichts mit, weil Entlastungsbusse aufgeboten werden. So trifft immer ein Bus an der Haltestelle ein – auch wenn es nicht derjenige ist, der gemäss Fahrplan vorgesehen war. «Früher bin ich ganz anders gefahren, um verlorene Zeit wettzumachen!», erinnert sich Desponds.

Die ehemalige Wartezeit am Bahnhof gab den Chauffeuren und Chauffeurinnen aber nicht nur Zeit, um eine Rauchpause einzulegen, sondern auch Gelegenheit für einen Austausch in kurzen Gesprächen. Einer der schönsten Momente sei jeweils die Pause eine Stunde vor der letzten Busfahrt um 00.47 Uhr gewesen: «Um Viertel vor zwölf trafen wir uns alle auf einen Kaffee im Gotthard, bevor wir uns dann auf die letzten Runden durch die Nacht machten.»

Heinz Desponds, geboren 1956, arbeitete als Metallbauschlosser, bis er 1989 als Fahrdienstmitarbeiter bei Stadtbus (ehem. Winterthurer Verkehrsbetriebe) anfing. Seither hat er verschiedene Busgenerationen miterlebt.

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