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Ein Bus namens Mandarinli

Stadtbus, Liebespaar

Bild Legende:

Ende der 1970er-Jahre fiel ein Winterthurer Bus aus dem Rahmen: Er war orange! Der Grund: Gemäss dem Verband Schweizerischer Transportunternehmungen sollten alle Nahverkehrsbusse orangefarben sein. Manche Städte weigerten sich, Winterthur wagte den Versuch. Der damalige Depotchef im Grüzefeld, Josef Tremp, erinnert sich, wie der Bus mit Übernamen «Mandarinli» für Abwechslung in der rot-silbernen Flotte der Verkehrsbetriebe Winterthur sorgte. Doch durchsetzen konnte er sich nicht. «Züri hatte sein Blau, St. Gallen sein Grün und Winterthur sein Rot – da kam kein Orange gegen an!», erzählt er. Doch eine Person war vom «Mandarinli» besonders angetan. Josef Tremp erinnert sich gut an diesen besonderen Bus-Fan: «Im Depot tauchte regelmässig eine Primarschülerin auf, um den orangen Bus zu bestaunen. Anita, so hiess das Kind, war derart fasziniert, dass sie den Verkehrsbetrieben Winterthur einen Brief schrieb und sich erkundigte, wann in den Schulferien sie mit dem ‹Mandarinli› mitfahren könne.» Der damalige Chef der Verkehrsbetriebe Winterthur höchstpersönlich habe sich um das Anliegen gekümmert und dem Mädchen geantwortet. Ein Erinnerungsstück, das Josef Tremp noch heute besitzt:

18.1.1980
«Liebe Anita,
Wir haben Deinen Brief erhalten und danken Dir dafür. (...) Leider können wir jetzt noch nicht sagen, wo das Mandarinli während der Sportferien fährt. Am besten ist es, wenn Du, bevor Du Deine Tageskarte nützen willst, uns einmal anläutest und Dich erkundigst, wo der Trolleybus Nr. 121 laufe. Oder dann gibst Du uns Deine Telefonnummer und wir werden Dir dann sagen, wo Du das Mandarinli findest.
Mit freundlichen Grüssen,
Verkehrsbetriebe Winterthur»

Josef Tremp, geboren 1940, trat nach einer Lehre als Maschinenschlosser bei Sulzer und zwei Jahren auf hoher See 1963 bei Stadtbus (ehem. Verkehrsbetriebe Winterthur) ein. Er wurde Vorarbeiter und dann Depotchef im Grüzefeld, wo die Trolleybusse stationiert waren. Nach seiner Pensionierung 2000 war er noch drei Jahre in der Fahrdienstablösung tätig, bevor er in den Ruhestand trat.

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