Sanierung des Sonnenbads Wolfensberg
Medienmitteilung
Stadtkanzlei
Seit 1900 gibt es beim Schwimmbad Wolfensberg ein Sonnenbad. Dieses gehörte einem privaten Verein und wird seit rund 20 Jahren nicht mehr genutzt (siehe Box). Im Jahr 2011 hat die Stadt das Sonnenbad dem Verein abgekauft. Seither wurde das eingezäunte Areal von Stadtgrün zum Substanzerhalt minimal unterhalten. Nun soll die Anlage für eine breitere Öffentlichkeit wieder zugänglich und nutzbar gemacht werden. Vereine, Kulturinstitutionen, aber auch Private sollen das Areal für stille, quartierverträgliche Nutzungen mieten können. Mit den Mieteinnahmen werden die künftigen Aufwendungen zum Unterhalt der Anlage finanziert. Ein Benutzungsreglement, das auf die quartiernahe Lage des Sonnenbades Rücksicht nimmt, wird dazu erarbeitet.
Damit die Anlage öffentlich genutzt werden kann, ist eine sanfte Sanierung notwendig. Die Tragkonstruktion aus Holz der Gebäude ist in einem relativ guten Zustand. Es müssen aber Dachflächen abgedichtet und die Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen erneuert werden. Ebenfalls werden die umgebenden Rasenflächen, Mauern und Zäune saniert. Die Kosten von rund 300 000 Franken für die Renovation werden aus den Mitteln des Hedwig-und-Zygmunt-Luciak-Fonds (siehe Box) gedeckt.
Die sanfte Renovation und Wiederinbetriebnahme des Sonnenbades folgt der Vision eines Stadtrandparks, die im Rahmen der räumlichen Entwicklungsperspektive «Winterthur 2040» entwickelt wurde.
Geschichte des Sonnenbades Wolfensberg
Im Jahr 1900 eröffnete der Verein zur Hebung der Volksgesundheit (heute Vitaswiss) das Sonnenbad am Wolfensberg. Es war damals die erste Anlage dieser Art in der Schweiz. Sie sollte den Vereinsmitgliedern ermöglichen, aus ihren düsteren Arbeiterwohnungen herauszukommen und von der wohltuenden Wirkung der Sonne zu profitieren. 1947, nach einigen heissen Sommern mit guten Besuchszahlen, liess der Verein ein neues Sonnenbad nach den Plänen des Gartengestalters Ernst Meili bauen. Die Anlage wurde 1948 stolz eingeweiht und verfügte über ein nach Geschlechtern getrenntes Nacktbadeabteil. Nach anfänglich reger Nutzung wurde das Sonnenbad in den folgenden Jahrzehnten zum «FKK-Bad» des Vereins. Um die Jahrtausendwende beschloss dieser, es nicht mehr zu nutzen.