Neues Laubmanagement von Stadtgrün – erste Umsetzung im Lindengutpark
Medienmitteilung
Stadtgrün Winterthur

Im Rahmen einer Weiterbildung zum neuen Laubmanagement von Stadtgrün haben Mitarbeitende von Stadgrün und von Nachbargemeinden im Lindengutpark die Stammfüsse der mächtigen Bäume eingezäunt. Innerhalb dieser Einzäunungen soll das Laub über den Winter liegenbleiben, sich langsam zersetzen, den Boden mit Nährstoffen versorgen und die Bodenstruktur verbessern. Der Lindengutpark dient als erstes Versuchsobjekt.
Die liegengelassene Laubschicht schützt den Boden vor Austrocknung und Erosion, speichert Feuchtigkeit im und am Boden und fördert die Bodenfruchtbarkeit durch den natürlichen Verrottungsprozess. Zudem bietet es zahlreichen Tierarten wie Insekten, Regenwürmern und weiteren Bodenlebewesen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Diese wiederum lockern den Boden auf, machen die Nährstoffe für Pflanzen verfügbar, bauen Humus auf und sind wiederum Nahrung für andere Tiere, allen voran Vögel und Amphibien. Kurz gesagt: Ist der Boden lebendig, ist er auch fruchtbar und kann so langfristig die Pflanzen ernähren und vital halten. Mit dem neuen Laubmanagement will Stadtgrün Winterthur natürliche Prozesse in der Stadt vermehrt zulassen und Nährstoffkreisläufe schliessen. So dient das Laub nicht nur dem Erhalt der Artenvielfalt, es hilft auch, die Herausforderungen des Klimawandels besser zu meistern. Laub wird neu als Ressource und nicht als Entsorgungsgut betrachtet. Dabei werden die positiven Eigenschaften vom Laub-liegen-lassen genutzt: Die Natur wird in ihren Prozessen unterstützt und ein geschlossener Kreislauf entsteht.
Sofern sich das neue Verfahren bewährt, sollen mittelfristig rund 30 Prozent des anfallenden Laubs in den städtischen Grünanlagen verbleiben. Das sind grob geschätzt rund 90 Tonnen. Nicht geeignet für dieses neue Verfahren sind Strassenbäume. Hier muss das Laub aus Sicherheitsgründen weiterhin eingesammelt, gereinigt und entsorgt werden. Ebenso wird auf Wegen, versiegelten Plätzen, Sportrasen, empfindlichem Rasen und Flächen mit besonderen Nutzungen das Laub weiterhin entfernt.
Rund zwei Drittel aller Bäume auf Stadtgebiet sind in Privateigentum. Auch im Privatgarten oder in Überbauungen können die vielen positiven Eigenschaften von Laub genutzt werden. Laub kann dort, wo es anfällt, flächig liegengelassen werden. Das anfallende Laub von Wegen, Plätzen, Sitzplätzen und empfindlichen Rasenflächen, kann zu Haufen in einer ruhigen Ecke im Garten oder in der Überbauung aufgeschichtet werden. Mit Astmaterial vermischt bieten solche Haufen ideale Verstecke und Überwinterungsquartiere für viele Tierarten, unter anderem für Igel. Stadtgrün Winterthur hat ein Merkblatt für private Liegenschafteneigentümer:innen und -verwaltungen entworfen, dass auf der städtischen Website heruntergeladen werden kann.