Der Stadtgarten ist frisch saniert
Medienmitteilung
Stadtgrün Winterthur

Auf einem Rundgang durch den frisch sanierten Stadtgarten zeigten die Projektverantwortlichen von Stadtgrün Winterthur, was alles für Arbeiten in zwei Jahren Bauzeit durchgeführt wurden. Besonders ist der integrale Ansatz des vollendeten Sanierungsprojektes. Der Stadtgarten als wichtigste Grünanlage der Innenstadt wurde gesamthaft saniert und in seine Umgebung integriert. Mit dem Rückbau der Mauer und dem trennenden Ballfangzaun zwischen Altstadtschulhaus und Stadtgarten sowie offener gestalteten Zugängen und neuen Wegführungen wirkt der Stadtgarten nicht mehr eingegrenzt, sondern verbindet die historischen Gebäude und Verkehrsflächen miteinander. Das Altstadtschulhaus wurde zur Schule im Park. Ein Nutzungskonzept wird den modernen Ansprüchen an den Freiraum gerecht.
Barockhäuschen erstrahlt in neuem Glanz
Das unter kantonalem Denkmalschutz stehende Barockhäuschen erstrahlt in neuer Farbe. An der Südfassade des Gebäudes musste der in den 1970er-Jahren aufgetragene Zementputz vollständig entfernt werden, um die dortigen Schäden im Fachwerk sanieren zu können. Dabei wurden an mehreren Stellen helle Farbreste gefunden, die Hinweise auf das historische Aussehen des Gebäudes gaben. Nach dem Auftragen des neuen Kalkputzes wurde die gesamte Fassade in dem wiederentdeckten Weisston gestrichen. Die barocke Sandsteinfassade wurde von der ebenfalls in den 1970er-Jahren aufgetragenen Lasur befreit und Schäden restauriert. Der zum Teil noch vorhandene echte Winterthurer Sandstein ist nun wieder sichtbar. Die Fenster mussten schadstoffsaniert und die Gläser und Rahmen neu befestigt werden. Leider sind einige Scheiben der Vorfenster im Erdgeschoss im Hagelunwetter von Ende August beschädigt worden und müssen ersetzt werden. Das Barockhäuschen wurde ans Fernwärmenetz angeschlossen. Damit wurde die Ablösung der alten Gasheizung möglich. Die öffentliche Toilettenanlage im Untergeschoss wurde durch eine Edelstahlkabine ersetzt und ist nun wieder offen. Im Inneren wurden die gesamten elektrischen Anlagen und Leitungen erneuert. Täfer und Wandmalereien wurden restauriert. Das Barockhäuschen steht nun wieder für Anlässe zur Verfügung, soweit dies für die historische Bausubstanz veträglich ist. Rund um das Barockhäuschen wurde die Wegführung angepasst und dem Gebäude mehr Raum für Bepflanzung gegeben. Neu setzen Bodendecker, blühende Stauden und Sträucher das historische Gebäude gebührend in Szene.
1740 als Sommerhaus gebaut
Gebaut wurde das «Haus zum Balustergarten» einst als Sommerhaus, vermutlich um 1740 im Auftrag des Winterthurer Ratsherrn Heinrich Steiner (1703-1753). Es gehört zu den ältesten erhaltenen Lust- und Gartenhäuschen im Kanton Zürich und war eines der ersten Steinbauten ausserhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. 1919 kam es in den Besitz der Stadt Winterthur, die es 1952 im Rahmen der damaligen Sanierung des Stadtgartens herrichtete und öffentlich zugänglich machte. In dieser Zeit wurden auch die Malereien im unteren Saal wiederentdeckt. Seither kann das Barockhäuschen für private und geschäftliche Anlässe gemietet werden.
Kulturfläche für Aktivitäten
Die Fläche zwischen Barockhäuschen und Merkurplatz wurde offener und durchlässiger gestaltet. Die neue «Kulturfläche» hat einen speziellen Kiesrasen erhalten. Darauf sind unter anderem Schach- und Mühlefelder sowie Sitzbänke eingerichtet. Ein Nutzungskonzept für den gesamten Stadtgarten regelt auch die Bespielung der neuen Kulturfläche, die Platz für eine Vielzahl von Aktivitäten bietet (Medienmitteilung, 18. Dezember 2025).
Ökologische Aspekte
In den zwei Jahren dauernden Sanierungsarbeiten wurden ebenfalls zwei neue Spielplätze erstellt und ein neues IV-gerechtes Toilettengebäude in Betrieb genommen (Medienmitteilung, 20. Februar 2026). Neue und sanierte Sitzbänke, speziell auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, wurden im Park passend aufgestellt. Das abends beleuchtete Wasserbecken samt Wasserjet wurde umfassend saniert. Neu wird das Brunnenwasser im Kreislauf aus einer Zisterne zu- und rückgeführt, die im ehemaligen Kohlekeller unter dem Schulhaus Altstadt eingebaut wurde und auch mit dessen Dachwasser gespiesen wird. Ökologische Aspekte waren im ganzen Sanierungsvorhaben zentral. So wird sämtliches Regenwasser künftig im Park versickern, nicht mehr der Kanalisation zugeführt und so zur wertvollen Grundwasserneubildung beitragen. Die veralteten Strom- und Wasserleitungen wurden ersetzt und die historischen Parkleuchten besser verteilt und auf energieeffizente Leuchtmittel umgerüstet. Weiter wurden ein Blumengarten mit Wildpflanzen, robusten Blütenstauden und historischen Kulturpflanzen angelegt und Dutzende neue Bäume und Sträucher gepflanzt. Am Baumplatz wurde mit einer transparenten Pergolakonstruktion, deren hölzerne Balken im Laufe der Zeit mit Rankpflanzen begrünt sein werden, ein Gastronomieangebot ermöglicht. Ein ausgewiesener Bereich vor der Buvette ist für Aussentische mit Stühlen vorgesehen.
Etappiertes Vorgehen
Das Parlament hatte 2021 die Sanierungskosten von 4,9 Millionen Franken, wovon 3,7 Millionen Franken durch die ZKB-Jubiläumsdividende getragen werden, gutgeheissen. Für die Sanierung des Barockhäuschens hat der Stadtrat im Januar 2025 einen separaten Kredit von 805‹000 Franken gesprochen, davon 605›000 Franken als gebundene Aufwendungen. Die Sanierungsarbeiten wurden in mehreren Etappen ausgeführt, damit Teile des Stadtgartens der Bevölkerung immer zur Verfügung standen. Deswegen ist keine eigentliche Einweihung der gesamten Anlage möglich. Gestern ist der frisch sanierte Stadtgarten im Beisein von Stadtpräsident Stefan Fritschi, der vor zwei Jahren noch als zuständiger Stadtrat den Spatenstich medial begleiten durfte, Stadträtin Martina Blum, seit Juli 2026 Vorsteherin des Departements Technische Betriebe und ZKB-Bankpräsident Dr. Jörg Müller-Ganz der Bevölkerung in einem symbolischen Akt zur Nutzung nun gesamthaft zurückgegeben worden. Noch wenige Flächen sind aktuell abgesperrt, damit der angesäte Rasen kräftig anwachsen kann und noch letzte Pflanz- und Garantiearbeiten ausgeführt werden können.