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Portrait der Saatkrähe

Aussehen der Saatkrähe

Auf den ersten Blick sind Rabenkrähen und Saatkrähen nur schwer zu unterscheiden. Die Saatkrähe hat jedoch einen unbefiederten Schnabelansatz, der dadurch hellgrau schimmert. Zudem ist ihr Schnabel spitzer und ihr Gefieder schimmert purpurfarben.

Saatkrähen leben anders als Rabenkrähen

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Saatkrähe auf Futtersuche auf dem Acker. Gut erkennbar ist der unbefiederte Schnabelansatz. (Bild: S. Wassmer)

Oft wird die Saatkrähe mit der Rabenkrähe verwechselt und fälschlicherweise des Raubes von Eiern und Jungvögeln und des Aufreissens von Abfallsäcken bezichtigt.

Während die Rabenkrähe einzeln paarweise brütet, bildet die Saatkrähe jedoch Brutkolonien. Auch in ihrer Ernährungsweise unterscheiden sich die beiden. Die Rabenkrähe ist bekannt dafür, dass sie als Allesfresser auch gezielt nach Essenresten sucht und dabei auch Abfallkübel ausräumt und Abfallsäcke aufreisst. In Gärten rauben sie z.T. auch Nester von kleineren Singvögeln aus. Die Saatkrähe ernährt sich jedoch ausschliesslich von Saatgut und Getreidekeimlingen sowie von Insekten. Sie kann in der Landwirtschaft durchaus einen Schaden anrichten, wenn sie gezielt den Reihen von Keimlingen nachgeht und einen nach dem andern aus dem Boden pickt. Die Saatkrähe bringt der Landwirtschaft aber auch einigen Nutzen, denn sie frisst viele Insekten, die für Kulturen schädlich sind.

Saatkrähen leben gesellig und laut

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Saatkrähenkolonie in der Nähe von Basel. (Bild: S. Wassmer)

Bemerkenswert an der Saatkrähe ist ihr geselliges Leben. Sie brütet in Kolonien. In einem einzigen Baum werden bis ein Dutzend Nester oder mehr gebaut, und oft werden mehrere Bäume nebeneinander besiedelt.

Beim gemeinschaftlichen Leben auf engem Raum ist die Kommunikation sehr wichtig. Wer sich Zeit nimmt, den Saatkrähen zuzuhören, stellt bald fest, dass sie über ein vielfältiges Repertoire an Rufen verfügen. Sie locken, balzen, schimpfen und warnen.

Saatkrähen gehen lebenslange Ehen ein und erkennen ihren Lebenspartner von weit her an seiner individuellen Stimme. Natürlich gibt es in diesen dicht besiedelten Wohngemeinschaften auch Streit. Nistmaterial wird gestohlen, Weibchen werden abgeworben, manchmal sogar Eier in fremde Nester gelegt. Solche Querelen führen natürlich zu lautstarkem Gezeter. Für zoologische Sozialstudien sind Saatkrähenkolonien deshalb äusserst interessant, für Schlaf suchende Nachbarn eher eine Belastung, denn der Saatkrähentag beginnt etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang und endet erst nach dem Eindunkeln.

Saatkrähen durch das ganze Jahr

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Ein Hochzeitsgeschenk für die „Braut“. Die Saatkrähenfrau wird von ihrem Mann im Nest gefüttert. (Bild: S. Wassmer)

Die Schweiz ist auch Winterquartier für Saatkrähen aus Nordosteuropa. Die Vögel treffen im Spätherbst ein und bleiben bis im März. Diese Wintergäste halten sich vor allem in den Tieflagen des Mittellandes und der Nordwestschweiz auf. Die grössten Ansammlungen von gegen 10‘000 überwinternden Saatkrähen kennt man aus der klimatisch milden Gegend von Basel.

Die Brutbäume werden ab Dezember, zunehmend aber im Januar und Februar wieder aufgesucht. Im März beginnen die Paare mit dem Nestbau. Kunstvoll werden dürre Zweige zu einem Nest verbaut. Dabei fallen auch Zweige oder Kot auf den Boden. Im April werden bis zu vier Eier ausgebrütet und im Mai die Jungen aufgezogen. Wenn die Männchen die brütenden Weibchen füttern oder später beide Eltern ihrem Nachwuchs Nahrung bringen, wird es an den Kolonien laut. Die Bettelrufe der Jungen und Weibchen klingen heiser und auffordernd. Jungvögel steigen auf den Nestrand, drehen sich um und koten über den Rand des Nests. Wenn unter den Nestern Autos parkiert sind, Trottoirs vorbeiführen oder Bushaltestellen stehen, kann es jetzt zu Unannehmlichkeiten und Klagen kommen.

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Da gibt es wohl bald Nachwuchs. Eine Saatkrähe beim Brüten. (Bild: S. Wassmer)

Ende Juni sind normalerweise die letzten Jungvögel flügge. Anschliessend streifen Jung- und Altvögel zur Nahrungssuche meist in Schwärmen und oft in Gesellschaft anderer Rabenvögel umher. Abends beziehen sie grosse gemeinschaftliche Schlafplätze. Saatkrähen halten sich in dieser Zeit tagsüber meist ausserhalb der Agglomerationen auf, vermehrt aber auch in der Nähe der Brutkolonien. Besuche an den Nestbäumen kommen vom Sommer bis zum Spätherbst ebenfalls vor und häufen sich im September. Die Saatkrähen zeigen dann ein ähnliches Verhalten wie im Frühling. Einige beginnen sogar Zweige abzubrechen und so etwas wie Nester zu bauen. Es wird vermutet, dass dieses Verhalten mit der Tag-und-Nacht-Gleiche von Herbst und Frühling zusammenhängt.

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