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Knochenmehlverbrennung in der Schlammverbrennungsanlage Hard

30.10.2001

Die BSE Krise Ende 2000 hat in der Schweiz zu einem Notstand in der Entsorgung von Knochenmehl geführt. Seither suchen der Bund und die Kantonalen Behörden intensiv nach Möglichkeiten, um das Knochenmehl in der Schweiz zu verbrennen. Die Städtischen Werke Winterthur können mit der Schlammverbrennungsanlage Hard eine Lösung anbieten. Versuche haben gezeigt, dass sich die Anlage eignen würde. An einer Medienkonferenz wurden am Dienstag die Resultate der Versuche präsentiert.<br>

Die BSE Krise Ende 2000 hat in der Schweiz zu einem Notstand in der Entsorgung von Knochenmehl geführt. Seither suchen der Bund und die Kantonalen Behörden intensiv nach Möglichkeiten, um das Knochenmehl in der Schweiz zu verbrennen. Die Städtischen Werke Winterthur können mit der Schlammverbrennungsanlage Hard eine Lösung anbieten. Versuche haben gezeigt, dass sich die Anlage eignen würde. An einer Medienkonferenz wurden am Dienstag die Resultate der Versuche präsentiert.

Entsorgungsnotstand

Wegen des BSE darf in der Schweiz Knochenmehl, das bisher in der Mastindustrie als Futtermittelzusatz diente, nicht mehr verfüttert werden. Der Export wurde Ende 2000 ebenfalls verboten, sodass in der Folge der Markt für verwertbare Schlachtabfälle zusammenbrach. Das Knochenmehl muss seither verbrannt werden. Kapazitäten für dessen fachgerechte Entsorgung sind jedoch nur beschränkt vorhanden. In den letzten Monaten hat sich infolge dessen ein Berg von Knochenmehl aufgetürmt, der einer Lösung harrt. Von dieser unerfreuliche Situation betroffen ist auch die in der Verwertung von Knochen tätige Firma Geistlich Agrasana AG, die in einem Leistungsauftrag vom Bund verpflichtet wurde, alle aus Knochen hergestellten Produkte zu verbrennen.

In den Kehrichtverbrennungsanlagen ist es aus technischen Gründen nicht möglich, Knochenmehl zu verbrennen. Aufgrund des hohen Phosphatanteils kann Knochenmehl auch nicht von der Zementindustrie verbrannt werden. Es mussten deshalb andere Wege gesucht werden.

Eine Lösung wurde mit der RENI AG in Niedergösgen gefunden, die seit Anfang Jahr Knochenmehl verbrennt. Eine weitere Lösung zeichnet sich in Winterthur ab. Hier kann mit der Verbrennung in der Schlammverbrennungsanlage Hard (SVA) eine Möglichkeit zur fachgerechten Entsorgung angeboten werden.

Verbrennen in Winterthur möglich

Unter Mitwirkung des Bundesamtes für Veterinärwesen, des Kantonalen Veterinäramtes, des AWEL und des Gesundheitsamtes der Stadt Winterthur kam eine Zusammenarbeit mit der ARA der Städtischen Werke Winterthur zustande. In einer ersten Phase nahm die ARA bauliche Anpassungen an der SVA Hard vor, um die nötigen Voraussetzungen für die Verbrennung von Knochenmehl zu schaffen. Daraufhin wurde in einer zweiten Phase untersucht, inwiefern sich der Wirbelschichtofen der SVA Hard eignet, um Knochenmehl zu entsorgen.

Die Firma GEO Partner AG hat in den von ihr durchgeführten Versuchen festgestellt, dass drucksterilisiertes Knochenmehl sich gut zur Verbrennung eignet, wenn es dem Klärschlamm beigemengt wird. Das Knochenmehl ist weniger mit unzerstörbaren Schadstoffen belastet und weist gegenüber Klärschlamm einen höheren Heizwert auf. Auch werden die organischen Schadstoffe bei den während des Verbrennungsprozesses entstehenden Temperaturen von rund 800° C wirkungsvoll zerstört. Die Experten konnten aufgrund der Resultate insgesamt keine erhöhten Umweltbeeinträchtigungen ausmachen. Der ganze Prozess, von der Anlieferung durch die Firma Geistlich Agrasana AG bis zur Verbrennung des Knochenmehls, erfolgt in einem geschlossenen System. Dadurch wird verhindert, dass das drucksterilisierte Knochenmehl mit der Aussenwelt in Kontakt tritt.

Wenn alle erforderlichen Bewilligungen vorliegen, kann die SVA Hard künftig bis zu 1000 Tonnen Knochenmehl pro Jahr entsorgen. Die Zusammenarbeit mit der SVA Hard der Städtischen Werke Winterthur soll als Signal auf andere Klärschlammverbrennungsanlagen wirken und zur Lösung des Problems in der Entsorgung von Knochenmehl beitragen.

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