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Original des Monats

Zum Anschauen und Blättern: Sechsmal im Jahr ein neues Highlight aus unseren Sammlungen.

Original des Monats
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Die Sammlungen der Winterthurer Bibliotheken umfassen über 1000 Laufmeter Handschriften, rund 180'000 Bilddokumente und etwa 100'000 alte Drucke.

Aus dieser Fülle präsentiert die Sammlung Winterthur alle zwei Monate ein historisches Dokument, das jeweils von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr sowie samstags im 4. Obergeschoss der Stadtbibliothek am roten Tisch einsehbar ist.

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«Upcycling» anno dazumal

Upcycling
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Original des Monats Mai | Juni

In den Anfangszeiten des Buchdrucks war Pergament rar und teuer. So verwendete man bei der Buchherstellung nicht selten alte Handschriften aus Pergament. Ob für ganze Einbände, für den Buchrücken oder auch zur Reparatur von beschädigten Buch- oder Einbandteile, sogenannt «makulierte» Handschriften fanden bereits in den Inkunabeln des 15. Jahrhunderts als versteckte Verstärkungen, zum Beispiel im Buchdeckel oder –rücken, ihre Verwendung. Die frühen Drucke des 16. Jahrhunderts waren zum Teil ganz in beschriebenes Pergament eingebunden, was aber aus ästhetischen Gründen bei den Buchkunden nicht immer gut ankam. Erst im 17. Jahrhundert achtete man bei der Wiederverwendung von alten Handschriften auch auf die äussere Wirkung. Besonders beliebt waren Einbände aus mehrfarbigen Notenblättern. Diese stammten aus übergrossen handgeschriebenen Chorbüchern des Mittelalters, die nach der Erfindung des Buchdruckes längst durch handlichere Notendrucke ersetzt worden waren. «Upcycling» wie man heute sagen würde, war aber nicht nur im professionellen Buchdruck bereits damals ein Thema, sondern auch im privaten Bereich. So verwendete etwa der Pfungener Pfarrer Johann Jakob Meyer (1721-1792) für das Register seiner Sammlung von Manuskripten zur Geschichte Winterthurs einen holländischen Kommentar zum Epheser-Brief, welchen er mit Papierstreifen vollklebte. Der Winterthurer Schriftsteller, Arzt und Politiker Ulrich Hegner (1759-1840) wiederum hat die Rückseiten von Spielkarten als Notizzettel für seine Autobiographie weiterverwendet.

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Fotobücher Winterthur

Fotobücher
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Original des Monats März | April

Als im Sommer 1895 in Winterthur das Eidgenössische Schützenfest gefeiert wurde, hat sich die gewerbsmässige Fotografie in Winterthur zwar schon ziemlich etabliert, doch das «Album» das zu diesem Anlass erschienen ist, zählt wohl zu den ersten «Fotobüchern» über die Stadt. Die grossformatigen Fotografien von Hermann Linck (1866-1938), dem ältesten Sohn des Begründers der Fotografendynastie Linck, Johann Linck (1831-1900), dokumentieren nicht nur das Schützenfest, sondern zeigen auch die Stadt in ihrem besten Licht: das damals eingeweihte Jonas-Furrer-Denkmal und öffentliche Prestigebauten wie das Stadthaus oder das erweiterte Bahnhofsgebäude. Aus einem ganz ähnlichen Blickwinkel betrachtete auch Jacques Brunner (1846-1927), ein Lehrling von Johann Linck, die Stadt Winterthur. Ebenfalls in den 1890er-Jahren erschien das Album «Winterthur», das neben öffentlichen Bauten auch Fabrikgebäude und zahlreiche Winterthurer Villen zeigt. Auf diese beiden Alben folgte schon bald ein weiteres Fotobuch über Winterthur. Das «Album von Winterthur», ein kleinformatiges Büchlein, versammelt rund 60 Fotografien aus Winterthur um die Jahrhundertwende. Darunter auch Strassenszenen mit Menschen und Ansichten von Quartieren. Wirkliche Alltagsszenen oder das Leben der Fabrikarbeiter wurde hingegen kaum fotografiert, und schon gar nicht in Fotobüchern publiziert. Die Reportagefotografie, die erstmals auch einen Blick hinter die Kulissen geworfen hatte, setzte erst nach dem 2. Weltkrieg ein. Einer der ersten, die sich fotografisch dem alltäglichen Leben und auch den weniger schönen Seiten der Stadt widmete, war der Winterthurer Künstler und Fotograf Michael Speich (1933-2010). Ihm folgten Giorgio Wolfensberger (1945-2016) und Andreas Wolfensberger (1942- ), der mit seinem erst kürzlich erschienenen Fotobuch «Winterthur. Stadt im Umbruch» auf das Winterthur von 1960 bis 2017 und ein reichhaltiges fotografisches Schaffen zurückblickt.

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Enzyklopädien und Lexika

Enzyklopädien
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Original des Monats Januar | Februar

Schon seit der Antike gab es verschiedene Autoren, die alles Wissen der Welt in einem Buch zu vereinen suchten. Der Begriff Enzyklopädie ist aber stark mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verbunden: Das Wissen sollte der ganzen Bevölkerung zugänglich gemacht werden, die Hoheit über die Deutung dieser Welt sollte nicht allein in den Händen der Kirche und der Könige liegen. Die Herausgeber waren daher von Seiten der weltlichen und geistigen Herrschaft wiederholt Repressionen ausgesetzt.
Der Urtyp dieser Sammlungen ist die «Encyclopédie» der Franzosen Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert, die 1751–1780 in 35 Bänden erschien. Die Winterthurer Bibliotheken besitzen zwei
direkte Nachfolgewerke: Die 166-bändige «Encyclopédie méthodique» des Verlegers Charles-Joseph Panckoucke (erschienen 1782–1832) und die in Yverdon erschienene 58-bändige «Encyclopédie» des Römer Philosophen und Unternehmers Fortunato Bartolomeo de Felice (erschienen 1770–1780).
Im 19. Jahrhundert kam in Deutschland der Typus des Konversa¬tions¬lexikons auf, der eher kürzere Beiträge enthält. Es sollte in seinen Anfängen auf kompakte Weise das notwendige Wissen für eine geho¬bene Konversation in den Salons vermitteln. Brockhaus (ab 1808) und Meyers Lexikon (ab 1840) sind im deutschen Sprachraum zum Inbegriff dieser Form geworden. 1984 fusionierten die beiden Verlage.
Am 15. Januar 2001 läutete die Wikipedia das Zeitalter der kollaborativen Online-Enzyklopädie ein. Sie umfasst mittlerweile gegen 50 Mil¬lionen Artikel in fast 300 Sprachen. 2014 wurde der Vertrieb der gedruckten grossen Brockhaus-Enzyklopädie eingestellt.

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Winterthurer Zeitungen und Zeitschriften

Winterthurer Zeitung
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Original des Monats November | Dezember

Heute, da viele Zeitungen um ihre Existenz fürchten, ist es kaum mehr vorstellbar, dass vor gut 100 Jahren im Raum Winterthur täglich fünf Tageszeitungen erschienen sind. Wie vielerorts erlebte die Zeitungsproduktion anfangs des 20. Jahrhunderts auch in Winterthur ihren Höhepunkt. Neben dem «Landboten», der 1836 gegründet wurde und heute noch als einzige Tageszeitung für den Raum Winterthur existiert, gab es in Winterthur eine Vielzahl weiterer, immer auch politisch ausgerichteter Blätter.
Die erste Winterthurer Zeitung war 1798 das «Winterthurer Wochenblatt». 1865 kam die «Winterthurer Zeitung» heraus, die später als «Neues Winterthurer Tagblatt» den Gegenpart zum demokratischen Landboten bildete und das Sprachrohr für den Winterthurer Freisinn war. Die Sozialdemokraten lancierten 1903 die «Arbeiterzeitung», während sich die Christlich-Sozialen durch die «Hochwacht» und der Bauernstand durch den «Weinländer» vertreten sahen. In den 1960er-Jahren begann schleichend das grosse Zeitungssterben. Steigenden Druckkosten, ein sich verändernder Inseratemarkt, das Aufkommen von Radio und Fernsehen, später dann der Onlinemedien, das alles machte den Zeitungen das Überleben schwer. 1968 verschwand das «Neue Winterthurer Tagblatt» aus der Medienlandschaft, 1971 die «Hochwacht». 2002 erschienen der «Weinländer» und 2009 die ehemalige «Arbeiterzeitung», das «Stadtblatt» zum letzten Mal.
Die zahlreichen Winterthurer Quartierzeitschriften hingegen überlebten bis heute. 1958 erschien mit dem «Tössemer» die erste Quartierzeitschrift. Ihm folgten unter anderen 1972 der «Seemerbote», 1973 die «Oberi Zytig» oder 1974 der Veltheimer «Gallispitz».

Weitere Informationen.

Kontakt

Karin Briner Telefon +41 52 267 51 55

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