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Pearl Pedergnana - Familienpolitik

Engagement für Kinderkrippen und Horte

Als Stadträtin und Vorsteherin des Departements Schule und Sport weiss ich, dass Krippen und Kinderhorte ein bedeutender Standortvorteil sind. Und als Mutter von zwei Kindern weiss ich, wie anregend der Alltag in gut geführten Krippen und Horten für die Kinder ist. Mit grosser Überzeugung setze ich mich deshalb für ein umfassendes und professionelles Netz an ausserschulischen Kinderbetreuungsstätten ein.

Die gute Betreuung der Kinder liegt mir am Herzen

In Krippen lernen die kleinen Kinder, mit Gleichaltrigen zu spielen, die Regeln für das Zusammenleben in der Gruppe einzuhalten – und manche lernen hier auch Deutsch. In den Horten lernen die schulpflichtigen Kinder, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, sie werden in ihrer sozialen Entwicklung gefördert, erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben und geniessen das Zusammensein mit Kolleginnen und Kollegen. Deshalb sind gut geführte Krippen und Horte eine wichtige Ergänzung zum Alltag in der Familie, im Kindergarten und in der Schule.

Arbeitgeberseite auf Krippen und Horte angewiesen

Die Stadt Winterthur will sich im Wirtschaftsraum Zürich als attraktiver Wohn- und Arbeitsplatz behaupten. Für Unternehmen ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften zentral bei der Standortwahl. Gerade junge, dynamische Unternehmen und Unternehmen mit gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind darauf angewiesen, dass ihre Arbeitskräfte die Berufs- und Familienarbeit optimal vereinbaren können. Dank Krippen sind Frauen nicht dazu gezwungen, nach der Geburt ihre Stelle aufzugeben, wenn sie dies nicht wollen.

Von den Krippen profitieren daher nicht nur die Kinder, die Mütter und Väter, sondern auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Sie müssen, wenn eine Mitarbeiterin ein Kind bekommt, keinen Know-how-Verlust hinnehmen. Deshalb unterstützen grössere Winterthurer Unternehmen die Organisation Familienservice und finanzieren Krippenplätze mit. Mit dem Führen von Horten hingegen wären die Unternehmen überfordert, da die Kinder der Arbeitnehmenden den Hort an ihrem Wohnort und nicht am Arbeitsort der Eltern besuchen. Horte ergänzen das Schulangebot und sind allein schon aus diesem Grund Aufgabe des Staates.

Kinderhorte sind aus bildungspolitischer Sicht enorm wichtig

Die Schweizer Schulen vermögen die unterschiedlichen Startchancen der Kinder nicht auszugleichen. Noch immer ist es so, dass vor allem jene Kinder eine erfolgreiche (Schul-)Karriere einschlagen, deren Eltern gebildet sind und grossen Wert auf die schulische Entwicklung ihrer Kinder legen. Nach wie vor ist nicht die Begabung der Kinder, sondern deren familiäre Herkunft der wichtigste Erfolgsfaktor in der Schulkarriere.

Die PISA-Studien zeigen auf, wie sehr es sich lohnt, in ein qualitativ hoch stehendes Betreuungsangebot zu investieren. Die nordischen Gesamtschulen (insbesondere in Finnland) mit ihrem breiten Spektrum an familienergänzenden Strukturen und die Schulen im angloamerikanischen Raum mit ihren evaluierten Leistungsstandards erbringen Spitzenleistungen. Die Gesamtschulen bieten dort neben dem Unterricht Betreuungseinrichtungen an, welche herkunftsbedingte Defizite abzubauen helfen. Insbesondere Jugendliche aus bildungsfernen Schichten werden mit Aufgabenhilfe, Schulbibliotheksaufenthalten, Schülerclubs auch nach Schulschluss weiter gefördert. Davon profitieren letztlich alle Kinder und Jugendlichen, was sich unter anderem in den insgesamt hohen Schulleistungen der nordischen Gesamtschulen niederschlägt. In der Schweiz hingegen sind trotz all der Stütz- und Fördermassnahmen und trotz der Separation in der Oberstufe nicht nur die Mittelwerte durchschnittlich. Unser Schulsystem weist zudem von allen 32 an der PISA-Studie 2000 beteiligten Ländern die grösste Differenz zwischen den besten 20 Prozent und den schlechtesten 20 Prozent Schülerinnen und Schüler aus.

Hortleiterinnen unterstützen Bildung, Erziehung und Integration

Dank PISA wissen wir, dass wir uns mit unserem qualitativ hoch stehenden Kinderhortangebot auf dem richtigen Weg befinden. Noch besucht bei uns nur jedes 5. Primarschulkind einen städtischen oder städtisch subventionierten Kinderhort (rund 1200 Kinder). Seit der Einführung der Horttarife im Jahr 1999 profitieren aber über 450 zusätzliche Kinder vom Kinderhort.

Dieser Anteil sollte aus bildungspolitischen, aber auch aus sozialen Gründen höher liegen. Denn Hortkinder verbringen ihre Zeit in einem intellektuell anregenden Umfeld, sie profitieren von einer gezielten sozialpädagogischen Förderung und geniessen zudem das Zusammenleben in einer sozial und kulturell gut durchmischten Kindergruppe. Heute schicken markant mehr Eltern mit hohem Einkommen ihr Kind in den Kinderhort. Stammten im Jahr 2000 erst 6 Prozent der Kinder aus Einkommensverhältnissen von über 120'000 Franken, so sind es heute 24 Prozent. Damit auch die Kinder aus Familien mit tiefem Einkommen weiterhin vom Hortangebot profitieren, sind die Tarife im untersten Einkommensbereich sozialverträglich gestaltet.

Die gute soziale Durchmischung bewirkt eine Win-Win-Situation

Eine ausgeglichene soziale Durchmischung in den Kinderhorten ermöglicht den Kindern optimale soziale Lernfelder und steigert nebenbei den Kostendeckungsgrad des Hortbetriebs. Im Gegensatz zu anderen Städten im Kanton Zürich ist dieser bei uns von 20 Prozent im Jahr 1999 auf 26 Prozent im Jahr 2004 gestiegen. 2005 wird er fast 30 Prozent erreichen.

Der erhöhte Kostendeckungsgrad ist aber auch ein Resultat der neuen Organisationsstruktur im Hortwesen. Wir verfügen heute über eine sehr effiziente Betriebsführung, welche es uns unter anderem ermöglichte, die Hortöffnungszeiten an die Blockzeiten anzupassen und rasch auf Schwankungen in der Nachfrage zu reagieren.

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