Stadtpräsident Ernst Wohlwend – «Meine Ziele als Stadtpräsident»
Wirtschaftlicher Aufbruch
Die Stadt Winterthur ist im Aufbruch. Dem Wandel der wirtschaftlichen Strukturen mit dem schmerzhaften Verlust von Arbeitsplätzen sind mutige Vorwärtsstrategien entgegen zu setzen. Der wirtschaftliche Aufschwung erfordert ein Klima der Offenheit, Beweglichkeit und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Innovation ist gefragt, aber auch Solidarität. Die wirtschaftliche Zukunft Winterthurs liegt im Bereich von kleineren und mittleren Unternehmen und bei Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor.
Die clusterorientierte Wirtschaftsförderung im Gesundheitsbereich und in der Mechtronik zusammen mit dem Technopark als kreatives Wirkungsfeld sind vielversprechende Projekte, bei denen das Stadtmarketing Winterthur eine wichtige Rolle spielt. Seitens der Stadtregierung sind aber noch offensivere Anstrengungen nötig, um Investorinnen, Investoren und Unternehmungen davon zu überzeugen, dass Winterthur ein attraktiver und innovativer Wirtschaftsstandort ist.
Die Solidarität muss dort zum Tragen kommen, wo Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Anschluss nicht mehr finden. Die Kultur einer Gesellschaft misst sich am Umgang mit ihren schwächsten Mitgliedern. Diese Kultur hat in Winterthur eine lange Tradition!
Grünräume erhalten
Winterthur ist eine grüne Stadt, umgeben von bewaldeten Hügeln, Wiesen und Feldern. Die Grünräume tragen wesentlich zur hohen Lebensqualität in Winterthur bei. Ihnen gilt es deshalb Sorge zu tragen. Die Stadt muss sich - wenn immer möglich - innerhalb des bestehenden Siedlungsgebietes entwickeln. Das heisst verdichtetes Bauen in infrastrukturell erschlossenen, zentrumsnahen Gebieten. Das grösste Entwicklungspotenzial hat Winterthur in den brachliegenden Industriearealen in der Stadtmitte und in Oberwinterthur. Hier bestehen vielfältige Möglichkeiten für neue urbane Räume zum Wohnen und Arbeiten.
Kulturelle Vielfalt
Kulturelle Vielfalt braucht ein offenes, liberales und tolerantes Klima. Der bestehende kulturelle Reichtum Winterthurs ist die Basis für neue kulturelle Ideen und Anliegen. Das Bestehende muss ebenso so gepflegt werden wie das Neue. Kultur ist nichts Statisches, sondern Teil des gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses. Kulturinvestitionen sind Investitionen in die Zukunft. Das gilt insbesondere für die Jugendkultur. Der Nutzen von Kultur lässt sich zwar nicht messen, aber ohne Kultur können wir nicht leben: Kultur ist die Nahrung für den Geist und die Seele. Das reiche kulturelle Angebot ist zudem einer der wichtigsten Standortvorteile der Stadt.
Sozialstaat nach Mass
Der Staat hat die Aufgabe, für jene da zu sein, die aus irgendwelchen Gründen durch die Maschen des sozialen Netzes fallen. Ein Abbau der sozialen Sicherheit kann nicht zur Diskussion stehen, wohl aber eine zeitgemässe Anpassung der Leistungen und des Umgangs mit Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Hilfe kann heissen, Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger dabei zu unterstützen, sich wieder zu integrieren und damit der Isolation und Ausgrenzung zu entgehen (Arbeit statt Fürsorge). Alte Leute brauchen Unterstützung, damit sie möglichst lange selbstständig bleiben. Drogenabhängige benötigen differenzierte Angebote, je nachdem wie lange sie schon abhängig sind. Dazu gehören Ausstiegshilfen wie niederschwellige Einrichtungen für die Überlebenshilfe und eine gut ausgebaute Prävention.
Finanzielle Stabilität
Ein armer Staat kann kein sozialer Staat sein. Die Stadt Winterthur ist angewiesen auf eine funktionierende Wirtschaft mit gewinnträchtigen Unternehmungen, die ihre Abgaben ebenso leisten wie ihre anständig entlöhnten Mitarbeitenden. Um die wirtschaftliche Prosperität zu garantieren, hat der Staat die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören planerische Voraussetzungen, bildungspolitische Weichenstellungen, eine hohe Lebensqualität, attraktive Wohnmöglichkeiten, ein vielseitiges Freizeit- und Erholungsangebot.
Die Stadt Winterthur ist auch weiterhin darauf angewiesen, dass es innerhalb des Kantons Zürich einen gerechten finanziellen Lastenausgleich gibt. Winterthur hat nicht nur die Lasten einer Zentrumsstadt zu tragen, sondern kämpft immer noch mit den Folgen des wirtschaftlichen Strukturwandels und der damit zusammenhängenden spezifischen Zusammensetzung der Bevölkerung.
Nachhaltiges Handeln
Wo immer in der Stadt Winterthur Entscheidungen getroffen werden, müssen sie auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüft werden. Dies gilt für alle Lebensbereiche. Gerade auch die Wirtschaft und die soziale Versorgung haben dieser Grundanforderung in besonderem Mass zu genügen.
Bildung fördern
Mit der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW) und zahlreichen Berufs- und Fachschulen ist die Stadt Winterthur zu einer gesamtschweizerisch bedeutenden Bildungsstadt geworden. Das Potenzial an topausgebildeten Fachkräften gilt es für die Stadt zu nutzen: Wenn die jungen Leute hier eine Chance für ihre berufliche Zukunft sehen, dann werden sie in der Stadt bleiben. Es ist deshalb wichtig, die Synergien zwischen Wirtschaft, Fachschulen und Fachhochschule zu nutzen und zu fördern. Zum Bildungsangebot einer Stadt gehört aber in allererster Linie eine fortschrittliche, kinder- und familiengerechte Volksschule, in der alle Kinder sich nach ihren individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten entwickeln können.
Aktivere Kommunikation
Der Stadtrat muss seine Leistungen und Anliegen aktiv kommunizieren. Die politischen Entscheidungen sollen transparent sein und mit der Öffentlichkeit und den verschiedenen Interessengruppen ist regelmässig das Gespräch zu suchen. Auch auf kantonaler und eidgenössischer Ebene ist es wichtig, dass die Stimme der sechstgrössten Stadt der Schweiz gehört wird. Die Stadtregierung sucht und pflegt die entsprechenden Kontakte, um Weichenstellungen im Interesse Winterthurs zu beeinflussen













